Echte mobile Flöte

Michael Derbort 15. Februar 2015 0 Kommentar(e)
Echte mobile Flöte Androidmag.de 1 1 Sterne

Das ist ja ein Ding: Eine echte Flöte können wir uns aus dem Play Store herunter laden. Und mobil ist sie dazu auch noch. Das ist immer sehr hilfreich, denn statische Flöten sind bei Life-Performances immer ein wenig hinderlich. Das muss ich ausprobieren und nagel mir das Ding aufs Handy. (kostenlos, ohne In-App-Käufe)

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Flötentöne

Das waren noch Zeiten, als meine jüngere Schwester angefangen hatte, Flöte zu lernen. Keine schönen Zeiten, aber Zeiten eben. „Nimm doch endlich mal einer die Katze aus dem Mixer!“ pflegte ich stets zu rufen, was mir einen Verweis mütterlicherseits einbrachte, ich solle das Mädel nicht dauernd demotivieren. Nun mache ich mich tatsächlich dran, selbst solch einen Trommelfell-Zertrümmerer auszuprobieren. In digitaler Form. Minuten später startet meine erste Übungseinheit. Ich blase rein, aber kein Ton. Dafür Werbung. Ich tippe sie weg, blase erneut: Still ruht der See und ich soll ein ganz, ganz tolles Spiel runterladen. Dann der dritte Anlauf. Wunderbar, die Qual hält sich in Grenzen. Keine hochfrequenten Töne, die vermuten lassen, hier würde jemand mit sehr stumpfem Werkzeug ein Schwein schlachten. Aber auch sonst sind die Möglichkeiten sehr begrenzt.

Die glorreichen Vier

Ganze vier Töne lassen sich aus dieser App hervorbringen. Mehr nicht. Damit ist natürlich das musikalische Repertoire recht begrenzt. Aber hey: Warum deswegen verzweifeln? Die Band Status Quo kommt schon seit 50 Jahren mit drei Akkorden aus. Voller Tatendrang mache ich mich daran, mein erstes Lied zu komponieren.

Drei Minuten später: Frustriert deinstalliere ich dieses virtuelle Musikinstrument, packe meine Gitarre und lass es richtig krachen. Echte mobile Flöte! Scheibenkleister! „Echtes unnützes Ärgernis“ – so sollte diese App heißen. Oder „Echter mobiler Werbeträger“. Oder …

Ach, vergessen wir’s …

Fazit

Und wieder haben wir mal ein digitales Produkt, das die virtuelle Welt gewissermaßen binär verpestet. Wer gerade eine leere Bierflasche rumstehen hat, der blase einfach mal über die Öffnung. Der Effekt ist exakt derselbe und erspart einen unnützen Download.

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