Fotos

Michael Derbort 7. Juni 2015 1 Kommentar(e)
Fotos Androidmag.de 4 4 Sterne

Google liebt uns. Vor allen Dingen unsere Daten. Ganz nach dem Vorbild des Rattenfängers von Hameln lockt uns der Konzern immer wieder mit wirklich guten und hochwertigen Apps. (kostenlos; ohne In-App-Käufe)

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Das jüngste Elaborat aus der Google-Schmiede hört auf den eher unprätentiösen Namen „Fotos“ und ist ein alter Bekannter, der ordentlich aufgepäppelt wurde – und nun (fast) keine Wünsche mehr offen lässt.

Bilderfluten

Wir kennen das alle: Wenn es darum geht, besondere Augenblicke festzuhalten, dann sitzt uns unser Handy ziemlich locker. Wir knipsen alles, was uns vor die Linse kommt und schon bald sammelt sich eine erkleckliche Kollektion an Handy-Fotos an, die den internen Speicher nach einiger Zeit gehörig ins Schwitzen bringen. Hinzu kommt, dass einige der Fotos eher suboptimal sind und ein wenig des pflegenden Händchens bedürfen. Rettung naht in Form dieser App.

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Ab in die Wölkchen

Google stellt uns kostenlos einen Cloud-Speicher von satten 15 Gigabytes zur Verfügung. Speichert der Nutzer seine Bilder in hoher Qualität, lässt Google gar die Speicherplatzbegrenzung fallen und es darf gesichert werden, bis die Server glühen. Theoretisch reicht bereits der begrenzte Speicherplatz, um das halbe Leben fotografisch zu fixieren (je nach Ereignisreichtum). Hier kommt aber auch gleich die dicke Keule, die dieser App saftige Abzüge in der B-Note beschert: Wer seine Daten nur lokal nutzen möchte, dem steht „Fotos“ nur recht eingeschränkt zur Verfügung. Google verdient nun mal an unseren Daten und hechelt regelrecht danach, dass wir dem Konzern diese auch zur Verfügung stellen. Dafür bleibt unser Bankkonto geschont. Es muss jeder selbst wissen, was er bereit ist, preiszugeben. Wir fahren jetzt einmal das volle Brett: Auf meinem Handy befinden sich häufig nur Fotos von meinen Katzen, keine expliziten Inhalte und etwa auch keine Penis-Selfies. Also gib ihm …

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Werkzeugkasten

Die Bearbeitungswerkzeuge erscheinen auf dem ersten Blick sehr übersichtlich, doch nach den ersten Versuchen erweisen sie sich als sehr leistungsstark. Sie ermöglichen eine Bildbearbeitung auf sehr hohem Niveau – meist nur mit einem Fingertipp und mit einem einzigen Regler. Niemand muss also gelernter Grafikdesigner sein, um diese App zu bedienen und dabei dennoch gute Ergebnisse zu erzielen. Wer mag, speichert die Ergebnisse gerne auch in den sozialen Netzwerken und gibt sie der Nachwelt zum Besten. Ein besonderes Feature ist die automatische Kategorisierung der gespeicherten Fotos. Alleine aufgrund der Bildinhalte ordnet „Fotos“ die Dateien ohne Zutun des Nutzers.

Fazit

„Fotos“ ist ein sehr leistungsstarkes Werkzeug und bietet notorischen Handy-Knipsern eine ideale Plattform zur Verwaltung, Bearbeitung und Veröffentlichung der eigenen Werke. Dass wir damit ein Stück weit unsere Daten preisgeben, ist nicht zu vermeiden. Da muss jeder Nutzer selbst entscheiden, ob er lieber in Photoshop investiert oder aber auf dieses Angebot zurückgreift.

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