EyeWitness

Michael Derbort 24. Juni 2015 0 Kommentar(e)

Immer häufiger liefern Handy-Fotos nach Verbrechen wertvolle Beweise für die Ermittlungsbehörden. Die App EyeWitness möchte diese Aufnahmen sicherer machen und bietet einige Werkzeuge an, um sicher solche Aufnahmen anfertigen und speichern zu können. (kostenlos, ohne In-App-Käufe)

Unbenannt-1

Heimlichtuer

Die Idee ist grundsätzlich sehr gut: Werden wir Augenzeuge einer Straftat oder Menschenrechtsverletzung, können wir diese dank dieser App diskret aufzeichnen – wobei das Ausmaß der Diskretion natürlich auch davon abhängt, wie auffällig der Nutzer das Handy auf das Geschehen richtet. Zu jedem Foto lassen sich Notizen und ausführliche Protokolle zum Tatgeschehen hinzufügen. Die Bilder oder Videos werden danach nicht offen auf der Speicherkarte abgelegt, sondern versteckt und verschlüsselt gespeichert. Auch Geräusche beim Auslösen werden unterdrückt, um den Täter nicht unnötig zu warnen. Die Sicherheit geht sogar so weit, dass es unmöglich ist, von relevanten Bereichen dieser App Screenshots anzufertigen. Die Entwickler haben an alles gedacht – naja, an fast alles.

EW02

Nachholbedarf

Die App ist ohne Frage vorbildlich, bietet aber noch einigen Platz für Optimierungen. Die sehr textlastigen Anleitungen würden sich einer größeren Nutzerschicht erschließen, wenn kommende Versionen mit einer Lokalisierung ausgestattet werden. Außerdem nützen all die schönen Beweisfotos nichts, wenn Sie nur lokal auf dem Handy gespeichert sind und der Täter womöglich das Gerät noch einkassiert. Eine Cloud-Anbindung haben wir nicht gefunden, das wäre eine Überlegung wert. Hinzu kommt, dass der Nutzer nach der Installation noch einige Zeit für die Ersteinrichtung einplanen sollte. Alleine die Einrichtung der Verschlüsselung hat bei unserem Test mehrere Stunden in Anspruch genommen. Wer sich mit dieser App für die Zukunft wappnen möchte, der sollte ein wenig üben, um sie im Bedarfsfall schnell einsatzbereit zu haben.

EW01

Fazit

Gute Idee, gute Umsetzung, aber hier und da könnten die Entwickler eben noch ein wenig nachbessern. Die noch etwas zu komplex zu bedienende App sollte noch ein wenig vereinfacht und mit einer Cloud-Anbindung ausgestattet werden. Ansonsten top!

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen