Rayman Jungle Run (Spiel der Woche)

Redaktion 14. November 2012 1 Kommentar(e)
Rayman Jungle Run (Spiel der Woche) Androidmag.de 5 5 Sterne

Er kam, sah und eroberte einst die Herzen vieler Fans: Rayman, Hauptfigur diverser Jump’n‘Runs aus dem Hause Ubisoft. (2,69 Euro)


Nach seinem fulminanten DebĂŒt in der ausgehenden Jahrtausendwende ging er aufgrund fehlender Innovation und steuerungstechnischer Querelen mehr und mehr in Vergessenheit. Bis, ja, bis man sich entschloss, ihn mit Rayman Origins auf den Heimkonsolen erfolgreich wiederzubeleben. Warum das von Interesse ist? Weil Rayman Jungle Run auf der adaptierten Engine von Rayman Origins basiert und man den Welterfolg somit nun auf seinem Droiden spielen kann. Dies sogar dann, wenn man das Original, also Rayman Origins, gespielt hat, denn Rayman Jungle Run erfindet sich zwar nicht völlig neu, Ă€ndert das ursprĂŒngliche Spielprinzip allerdings doch einigermaßen ab… und das ist gut so!

Kunter­buntes LSD-Universum

Nach wie vor gibt sich das Spiel als Plattformer mit comicartiger Cel-Shade-Grafik, bei dem Rayman von links nach rechts durch den Level gefĂŒhrt werden muss und der Spieler neben der verantwortungsvollen Achtgabe auf Raymans Ă€ußerst schutzbedĂŒrftiges Leben vor allem fĂŒr das Sammeln kleiner, gelber Energiewesen, den sogenannten Lums, zu sorgen hat. Diese bringen nicht nur Licht aufs Punkte­konto, sondern schalten auch geheime Spielelemente frei und mĂŒssen deshalb in den insgesamt 40 unterschiedlichen Level des Spieles eingesammelt werden.
Im Gegensatz zum Original rennt Rayman dabei automatisch durch eine FĂŒlle kunter­bunter Welten, deren Anblick einem die Sprache verschlĂ€gt: Von malerischen SonnenuntergĂ€ngen, purpurdurchfluteten Wolken, nachtschwĂ€rmerischen SternzĂŒgen, kraftvoll grĂŒn strotzenden WĂ€ldern und Felsgrotten, durchzogen mit blĂ€ulichem Kristallschimmer versinkt man geradezu in einer Flut atemberaubender Bildgewalt.

Komplexe Jump‘n‘Run-Kost

Und trotzdem: Zum Bewundern bleibt leider wenig Zeit, denn, wie erwĂ€hnt, ist Rayman nicht sehr widerstandsfĂ€hig und reagiert Ă€ußerst empfindlich auf Stacheln, AbgrĂŒnde, Lavamassen und Dornenranken. Diese kommen gerade in den spĂ€teren Level vermehrt zum Einsatz, sodass man durchaus von einem moderat ansteigendem Schwierigkeitsgrad sprechen kann. Dieser trifft allerdings selbst dann immer noch das Niveau von Gelegenheitsspielern. Schwierig wird es nur fĂŒr diejenigen, die wirklich nach absoluter Perfektion bei der Absolvierung des Spieles streben und daher in jedem Level alle Lums einzusammeln gedenken. Dem spielerischen Eifer und der motivatorischen Abwechslung kommt dabei zugute, dass sich im Verlaufe des Spieles auch die FĂ€higkeiten von Rayman weiterentwickeln. Kann dieser in den ersten Level nur laufen und springen, so nutzt Rayman spĂ€ter seine Ohren (oder sind es doch die Haare?) als Propeller, um sanft ĂŒber Unwegbarkeiten zu schweben oder lĂ€uft gleich – als habe er magnetische Eigenschaften – an der Decke entlang.

Statt an Lianen schwingt sich Rayman an blauen FlughĂ€nden ĂŒber Stachelböden und Dornenranken hinweg.

Statt an Lianen schwingt sich Rayman an blauen FlughĂ€nden ĂŒber Stachelböden und Dornenranken hinweg.

Fazit

Plattformer auf Droiden leiden so gut wie immer unter dem Problem einer gutgemeinten, aber in der Regel unbrauchbaren Steuerung; etwas, das nicht selten an den virtuellen Touchelementen liegt, welche die analogen Steuerungssticks zu ersetzen versuchen. Dieses Dilemma kann einem bei Rayman Jungle Run aufgrund des geĂ€nderten Gameplays nicht passieren, beschrĂ€nkt sich dieses doch auf getimte HĂŒpfkommandos und umgeht damit steuerungstechnische Schwierigkeiten. Es bietet damit selbst jenen Spielern, die Rayman Origins schon kennen, eine neuartige Herausforderung. Dass man deswegen auf nichts vom „großen Bruder“ verzichten muss, zeigt sich nicht nur an der farbenprĂ€chtigen Grafik und der umwerfenden Sound- und Musikkulisse, sondern vor allem daran, dass die Entwickler durch abwechslungsreiches Leveldesign die Lust am Weiterspielen stĂ€ndig in konstanter Höhe halten. Dabei werden sowohl Gelegenheits- als auch Dauerspieler beiderseits in den Bann gezogen. Zusammenfassend können wir fĂŒr diese toll gemachte Portierung eines Konsolenklassikers besten Gewissens das PrĂ€dikat „sehr empfehlenswert“ vergeben.

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