Meerkat (beta)

6. Mai 2015 0 Kommentar(e)
Meerkat (beta) Androidmag.de 3.5 3.5 Sterne

Die Live-Video-Streaming-App Meerkat schlug im Februar auf der Apple-Plattform auf und feierte einen tollen Einstand. Vor kurzem war Android an der Reihe, noch bevor der m├Ąchtige Twitter-Konkurrent Periscope diese Plattform erobern konnte (kostenlos, ohne In-App-K├Ąufe).

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Der Grund wieso es Meerkat mit der Android-Version so eilig hatte? Twitter brachte Anfang April die Konkurrenz-App Periscope in den App Store. Da brachen die Meerkat-Zugriffe auf iOS ein, denn hinter Periscope steht eine gewaltige Marketing-Maschinerie, die Meerkat nicht zu bieten hat.

Ob der schnelle Launch ein Vorteil ist, wird sich noch zeigen. Im Moment sind die Bewertungen f├╝r die Android-App noch eher schlecht, viele Anwender berichten von zahlreichen Bugs. Kein Wunder, schlie├člich befindet sich die App noch im Beta-Stadium. Mit den nach dem Launch von Periscope von Risikokapitalgebern eingesammelten 14 Millionen Dollar sollte aber nun schnell eine stabile Anwendung erstellt sein.

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Pulitzer f├╝r Otto Normalverbraucher

Betreffend Funktionalit├Ąt sind die beiden Apps fast identisch. Meerkat (wie eben auch Periscope) bietet die einfache M├Âglichkeit, Live-Videos vom Smartphone an alle Twitter-Follower zu streamen. Damit tritt nun Otto Normalverbraucher als Journalist ÔÇ×der ersten StundeÔÇť auf und macht damit den ├ťbertragungswagen der TV-Sender ├╝berfl├╝ssig. Er filmt im Vorbeigehen ein brennendes Haus und jeder, der m├Âchte, kann live am Brand teilhaben. Er sieht das Video quasi live.

Doch was, wenn gerade kein Haus brennt? Dann sehen wir uns entweder das Wohnzimmer von v├Âllig fremden Menschen an, die rund 6.000 km entfernt wohnen. Oder wir haben viele Twitter-Follower, die flei├čig interessanten Content streamen.

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Legal oder illegal? Egal!

Aber es gibt auch noch andere Einsatzm├Âglichkeiten und die sind f├╝r uns wesentlich interessanter. So wurde k├╝rzlich etwa der Boxkampf zwischen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao ├╝bertragen, nicht nur von den Pay-TV-Sendern, sondern auch von Meerkat-Usern, die den Boxkampf live streamten, was inzwischen, dank der App, technisch kein allzu gro├čes Problem mehr darstellt. In einer rechtlichen Grauzone befinden sich die Streamer damit auf jeden Fall.

Aber nun zur App selbst. Besonders ausgereift ist sie tats├Ąchlich nicht. Sie wurde wohl nur gelauncht, um die Nase vorne zu haben. Viel darf man ohnehin nicht erwarten, und viel kann man mit ihr tats├Ąchlich nicht tun. Au├čer nat├╝rlich selbst ein Video an die Twitter-Gemeinschaft zu streamen und Live-Streams anderer zu betrachten. Die kann man auch kommentieren und man sieht wie viele User gerade das Video gucken bzw. bereits geguckt haben. Viel mehr muss die App ja auch nicht k├Ânnen.

Fazit

Meerkat ist noch im Beta-Stadium. Okay, das ber├╝cksichtigen wir und warten auf die n├Ąchsten Updates. Ob sich das Massenph├Ąnomen ÔÇ×Live-StreamingÔÇť generell noch l├Ąngere Zeit halten wird, ist eine andere Frage. Und Geld verdienen werden derlei Apps in Zukunft wahrscheinlich mit vorgeblendeter Video-Werbung. Das macht es f├╝r uns Anwender nicht zwingend interessanter.

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Gesch├Ąftsf├╝hrer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spa├č, dass er daf├╝r sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft nat├╝rlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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