80 Days

Michael Derbort 7. Februar 2015 0 Kommentar(e)
80 Days Androidmag.de 4 4 Sterne

Wer kennt nicht den Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne? Nun Reisen wir auf dem Tablet weiter. (3,80 €, keine In-App-Käufe)

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Sicherlich hat jeder diese Geschichte in der einen oder anderen Form bereits ein Mal zu Gesicht bekommen – Sei es nun durch die LektĂĽre des Romans oder im Fernsehen in der einen oder anderen Verfilmung (zuletzt recht turbulent mit Jackie Chan). Nun erobert unser Held Phelias Fogg nebst Diener die mobilen Endgeräte in dieser wirklich bemerkenswerten Umsetzung.

Am Anfang war die Wette

Im ausklingenden 19. Jahrhundert galt die Wette des Mr. Fogg, die Welt in 80 Tagen umrunden zu wollen, ziemlich kurios und in der Folge wird vom wissenschaftlichen Rat diese Wette sehr amĂĽsiert akzeptiert. Was nun folgt ist ein Wettlauf mit der Zeit quer ĂĽber den gesamten Globus mit allerlei kuriosen Fortbewegungsmitteln. Wir als Spieler haben nunmehr die Aufgabe, die beiden von Zwischenstation zu Zwischenstation zu geleiten.

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Keine Schublade

Das Spiel passt in keine Schublade. Im Playstore wird es unter dem Oberbegriff „Simulation“ geführt. Gleichzeitig sind Elemente von Adventures und Rollenspielen vertreten.

Grafisch kann das Spiel durchaus punkten, wer jedoch epische Spielelandschaften und überzeugend gerenderte Charaktere erwartet, der wird recht enttäuscht sein. Vielmehr ist die gesamte Grafik reichlich minimalistisch ausgefallen. Das ist für sich genommen sicherlich kein Qualitätskriterium. Auch nicht, dass dieses Spiel sehr textlastig ist. Mitunter erinnert es an die Textparser-gesteuerten Adventures aus den PC-Anfangszeiten. Die Crux dabei ist, dass der Spieler recht gute Englischkenntnisse mitbringen muss, um dem Spiel folgen zu können. Das ist sehr schade, denn dieses Manko wird sicherlich sehr viele Spieler davor abschrecken, es zu installieren. Dem bemerkenswert arroganten Kommentar eines Playstore-Nutzers, der in auffallend fehlerhaftem Schriftdeutsch meint, „wer kein Englisch kann, ist selbst dran schuld“, zum Trotz wäre eine Lokalisierung ein gewaltiger Zugewinn.

Ansonsten überzeugen Gestaltung und Gameplay auf der ganzen Linie und wer der englischen Sprache mächtig ist, hat für den recht moderaten Preis von 3,80 Euro stundenlangen Spielspaß.

5

Fazit

„80 Days“ hebt sich aus der Masse der Android-Spiele in mehrfacher Hinsicht ab. Zunächst ist das Spielprinzip anders. Nicht unbedingt neu, aber die Karten wurden neu gemischt. Keine gewaltigen Render-Landschaften prägen das Gesamtbild, sondern vor allen Dingen eine zurückhalten eingesetzte grafische Gesaltung, viel Text mit unterschiedlichen Spielverläufen und einer spannend erzählten Geschichte. Die bereits erwähnte Sprachbarriere muss tatsächlich als Minuspunkt gewertet werden, denn wir können nicht davon ausgehen, dass jeder Nutzer Englisch in dem erforderlichen Umfang beherrscht und damit vorerst außen vor bleibt. Der Mut zur Lücke sollte sich für den Hersteller dennoch lohnen: Das überzeugende Spiel wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen treuen, wenn auch nicht überdurchschnittlich großen Fan-Kreis um sich herum versammeln können. Wir finden jedenfalls, dass „80 Days“ einer der ganz großen Würfe unter den Android-Spielen ist.

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