Anyline: Dank dieser Technologie sollen Smartphones künftig „lesen“ können

Peter Mußler 18. Oktober 2015 2 Kommentar(e)

Unsere treuen Begleiter können mittlerweile allerhand Dinge. Neuerdings sollen die Smartphones auch lesen können. Zumindest ist das die Vision eines österreichischen Start-Ups, das mit Hilfe einer neuen Technologie OCR für Smartphones verständlich machen will.

Foto: Jakob Steinschaden

Foto: Jakob Steinschaden

In Fachkreisen ist die OCR-Technologie (Optical Character Recognition) schon lange ein Begriff. Damit werden eingescannte oder fotografierte Buchstaben und Zahlen in wirklichen Text umgewandelt und können folglich zur Weiterverarbeitung verwendet werden. Aus einem abfotografierten Leserbrief wird mit Hilfe von OCR innerhalb von wenigen Sekunden ein bearbeitbarer Text, ohne auch nur eine Zeile abschreiben zu müssen.

Genau diese Technologie will sich ein österreichisches Start-Up zu Nutze machen und unseren Smartphones lesen lernen. Die Einsatzgebiete sind dabei sehr umfangreich. Angefangen vom einfachen Ablesen des Stromzählers bis hin zu eher komplexeren Aufgaben wie das übertragen von Daten aus dem Reisepass, ist mit der App in Verbindung mit dem Smartphone vieles möglich.

Anyline wird es aber nie als eigenständige App geben, sondern soll vielmehr via SDK für andere App-Hersteller angeboten werden. „Jeder App-Entwickler, der OCR-Texterkennung in seiner Anwendung zur Verfügung stellen will, soll künftig zu uns kommen“ so Anyline-Mitgründer und CEO Lukas Kinigadner. Das SDK wird als kostenpflichtige Schnittstelle für App-Entwickler zur Verfügung gestellt und somit ertragreich werden.

Der Anyline CEO ist sehr zuversichtlich und zeigt sich selbstbewusst, was die Konkurrenzfähigkeit seines Produktes angeht. Selbst mit einer miesen Kamera soll Anyline eine zufriedenstellende Leistung abliefern und somit bei den Nutzern für Spaß statt Frust sorgen. Wirklich spannend wird das Ganze in Verbindung mit den Datenbrillen wie Google Glass oder ähnlichen. Damit ist die Texterkennung quasi immer vor Augen und kann verschiedenste Informationen bereitstellen. Vor allem im Sektor der Industrie steckt viel Potential. Ein Ingenieur könnte beispielsweise auf einen bestimmten Wert schauen und bekommt in seiner Datenbrille entsprechende Metadaten angezeigt.

Foto: Jakob Steinschaden

Foto: Jakob Steinschaden

Kein Aussterben trotz Internet der Dinge (IoT)

Obwohl immer mehr Geräte „smart“ werden, mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet sind und für eine vernetzte Zukunft sorgen, sieht sich Anyline für eine Brückentechnologie. Auch wenn eine Vielzahl der Stromzähler beispielsweise auf Smart Meter umgestellt werden, gibt es noch viele Gas- und Wasserzähler, die von Anyline profitieren können und werden. Für eine Beschleunigung der smarten Sensoren ist also dank Anyline gesorgt.

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.