BlackBerry Messenger: Das Ende der Warteliste und Verdacht auf gekaufte Bewertungen

Daniel Kuhn 28. Oktober 2013 0 Kommentar(e)

Nach der endlos scheinenden Wartezeit auf den BlackBerry Messenger für Android entpuppte sich die App mit über 10 Millionen Downloads in einer Woche zu einem ungeahnten Erfolg. Dieser wurde allerdings getrübt – zwar ist die Warteliste inzwischen abgeschafft worden, dafür gibt es allerdings Hinweise, dass viele der positiven Bewertungen im Play Store gekauft wurden.

BlackBerry-Messenger

Sehr lange mussten wir auf die Android-Version des BlackBerry Messengers (BBM) warten. Im September sollte es endlich so weit sein, allerdings hatte das Unternehmen den Start aufgrund einer inoffiziell geleakten Version und einiger technischer Probleme kurzfristig gestoppt und um einige Wochen verschoben. Vergangene Woche war es dann endlich soweit und die App fand auf offiziellem Weg in den Google Play Store. Viele Interessenten konnten den BBM allerdings nicht umgehend nutzen, da sich BlackBerry aufgrund des großen Interesses entschieden hat, die eigenen Server vor der zu erwartenden Überlastung zu schützen und nur eine begrenzte Nutzerzahl zuzulassen. Die Warteliste wurde nun, nachdem sich der Andrang etwas zu legen scheint, endlich abgeschafft, so dass nun endlich jeder den Messenger nutzen kann.

Der große Erfolg sollte eigentlich ein Grund zu feiern sein, allerdings wird diese Freude etwas gedämpft. Die Kollegen von Phandroid haben sich die überraschend hohe Anzahl von positiven Play Store-Bewertungen etwas genauer angesehen und Hinweise gefunden, dass ein Großteil davon gefälscht sein könnte.

Die vorhandenen Bewertungen mit 4 oder 5 Sternen wurden auf die Schlagwörter „user friendly“, „smooth“, und „thank“ (sowohl für „thank you BlackBerry“ als auch „thanks BlackBerry“) gescannt. Dabei kam heraus, dass von den 213 untersuchten Bewertungen 5 alle drei Schlagwörter enthalten, 4 erwähnten „smooth“ und „user friendly“ – 42 beinhalten das Wort smooth, 6 „user friendly“ und 37 „thank“, was insgesamt 45 Prozent der untersuchten Bewertungen ergibt.

Zum Vergleich wurde der Konkurrenz-Messenger WhatsApp herangezogen, von dessen untersuchten 167 Bewertungen mit 4 oder 5 Sternen nur 13 Prozent die besagten Wörter enthalten, allerdings nicht eine Bewertung mit einer Kombination mehrerer Schlagwörter.

BlackBerry hat bereits erklärt, nichts mit den offenbar gefakten Bewertungen zu tun zu haben. Das Unternehmen vermutet vermutet, dass eine übereifrige PR-Agentur, Fanboys, oder die Entwickler der App, die diese ohne Rücksprache mit BlackBerry fördern wollen, hinter der Aktion stecken. BlackBerry arbeitet derzeit mit Google zusammen an einer Aufklärung des Falls. Wir sind gespannt, was die Untersuchungen zu Tage fördern und werden euch natürlich informieren, sobald es neue Erkenntnisse gibt.

Quelle: Phandroid (via androidnext)

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