Die Polizei Köln begleitet Frauen nun nach Hause – per App – und AXA hilft mit

1. Juni 2016 1 Kommentar(e)

Wir werden immer mehr zur Angstgesellschaft und für jeden Vorfall müssen wir etwas erfinden, das diesen Vorfall in Zukunft vermeidet. Manche mögen das gutheißen, andere nicht. Der Vorfall zu Silvester in Köln jedenfalls hat neben der Polizei nun auch die Versicherungen auf den Plan gerufen.

Digitaler Wegbegleiter für Frauen, die nächtens alleine unterwegs sind. (Foto: AXA Gruppe, Paris)

Digitaler Wegbegleiter für Frauen, die nächtens alleine unterwegs sind. (Foto: AXA Gruppe, Paris)

Wir erinnern uns: In der Silvesternacht 2015 gab es am Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Übergriffe, wo Frauen nicht nur sexuell belästigt, sondern sogar bestohlen wurden. Die schiere Anzahl der Opfer von weit über 1.000 (davon mindestens die Hälfte Sexualdelikte) ließ ganz Europa aufhorchen und drehte damals die Welcome-Stimmung in vielen Staaten um in eine den Flüchtlingen gegenüber abwehrende Haltung.

Die Polizei stand unter massiver Kritik. Grund genug, solchen Vorfällen in Zukunft vorzubeugen. Wie? Mithilfe einer App, die vom Versicherungskonzern AXA in Zusammenarbeit mit der Polizei Köln in Auftrag  gegeben wurde.

Digitaler Wegbegleiter

Die App heißt „WayGuard“ und sie ist so konzipiert, dass sie Frauen durch eine professionelle Leitstelle und/oder private Freunde auf dem Nachhauseweg begleitet. Das soll den Frauen das Gefühl geben, nicht allein zu sein. Denn die App erfasst die exakte Position der Nutzerin und übermittelt diese in Echtzeit an eine Leitstelle, die im Fall der Fälle gezielt professionelle Hilfe organisiert. Wenn gewünscht, kann sich die Nutzerin über die App wie erwähnt auch mit einem privaten Begleiter aus dem Freundes- oder Familienkreis verbinden, der den genauen Aufenthaltsort ebenfalls sieht. Ist sie am Ziel angekommen, werden alle „Begleiter“ darüber informiert.

Die App enthält zudem nützliche Tipps für Frauen, die alleine unterwegs sind. Etwa wie man aufdringliche Personen abschrecken kann.

Der digitaler Wegbegleiter ist eine App, die von AXA und Polizei Köln in Auftrag gegeben wurde. (Foto: AXA Gruppe, Paris)

Der digitaler Wegbegleiter ist eine App, die von AXA und Polizei Köln in Auftrag gegeben wurde. (Foto: AXA Gruppe, Paris)

Hat auch Nachteile

Die Idee dahinter mag gut gemeint sein. Nur hat die Sache einen Haken: Was ist, wenn der Täter nicht weiß, dass das potenzielle Opfer „überwacht“ wird. Wieso sollte er sich dann von einem Angriff abhalten lassen? Oder was ist, wenn es ihm herzlich egal ist. Zwar bekommen die „Überwacher“ den Übergriff dann mit. Aber bis sie vor Ort und Stelle sind, ist die Straftat meist schon begangen.

Ein zweiter Aspekt ist der, dass wir unsere Angst vor dem Fremden damit wahrscheinlich verstärken. Was, wenn wir Freunde als „Bewacher“ beauftragen uns aber nicht regelmäßig bei denen melden. Was tun die, wenn wir mal – aus welchen Gründen auch immer – fünf Minuten offline sind? Ich würde dann sofort bei der Polizei anrufen. Ich habe immerhin den Auftrag die „Freundin“ zu überwachen.

Testfeld gestartet

Die App selbst ist noch nicht verfügbar, sondern wird in den nächsten Monaten von rund 1.500 Personen aus Köln getestet. Unter anderem bietet AXA Studentinnen der Universität zu Köln die Möglichkeit, am Testfeld teilzunehmen. Darüber hinaus können sich interessierte Frauen ‒ oder auch andere Interessenten wie Eltern oder Jugendliche ‒ auf www.wayguard.de informieren und sich in den E-Mail-Verteiler eintragen. Sie werden dann benachrichtigt, wenn das Testfeld ausgeweitet oder der WayGuard öffentlich zugänglich wird.

Quelle: AXA

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Geschäftsführer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spaß, dass er dafür sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft natürlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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