Facebook Moments: Foto-App kommt wegen Privatsphäre-Regelung nicht nach Europa

Redaktion 20. Juni 2015 0 Kommentar(e)

Kurz nachdem auf der Google I/O die neue Fotoplattform Google Photos vorgestellt wurde, konterte Facebook mit Moments. Diese App ist in Europa jedoch nicht erhältlich und wird es in absehbarer Zukunft wohl auch nicht werden. Der Grund: Eine alte Privatsphäre-Klausel der EU-Politik.

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Facebook besitzt zwar die Foto-Plattform Instagram, will jedoch das eigene Social Network ebenfalls für Hobbyfotografen attraktiver gestalten. Zu dem Zweck wurde kürzlich Moments vorgestellt, eine App, die die eigenen Fotos analysiert und nach Orten, Events und Freunden für einen sortiert sowie das Teilen von Inhalten mit eben diesen Freunden noch einfacher macht, als es ohnehin schon der Fall ist. Doch die App in Europa herunterladen und nutzen möchte, muss tief in die Trickkiste greifen, denn offiziell ist sie in der alten Welt nicht erhältlich.

Der Grund dafür ist die Gesichtserkennungsfunktion der App. Diese scannt die hochgeladenen Fotos des Nutzers nach Gesichtern und gleicht diese dann mit den Facebook-Freunden ab – finden sich Übereinstimmungen, taggt die App die entsprechenden Nutzer automatisch und erstellt entsprechende Alben nach Personen. In Amerika stören sich daran nur wenige Nutzer, in Europa ist Privatsphäre allerdings ein deutlich sensibleres Thema. 2012 musste Facebook sich dem Druck der Europäischen Datenschutzbehörde beugen und die Gesichtserkennung in der EU abschalten. Da sich an der Haltung der europäischen Behörden seit dem nichts geändert hat, kann Facebook die Moments-App auch nicht in Europa verfügbar machen, da sie ohne die Gesichtserkennung ziemlich nutzlos ist.

Gegenüber dem Wall Street Journal erklärte Richard Allan, Facebooks Head of Policy in Europe, dass man die App in Europa nur verfügbar machen könnte, wenn man die Gesichtserkennung auf Opt-In umstellen würde. Da man allerdings über keinen derartigen Mechanismus verfügt, hat man sich entschlossen, die App in Europa zunächst abgeschaltet zu lassen, bis man einen solchen Mechanismus entwickelt hat. Einen Zeitrahmen gibt es dafür allerdings nicht, so dass es unklar bleibt, ob die App es jemals nach Europa schaffen wird.

Quelle: Wall Street Journal (via Engadget)

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