Google entfernt Taliban-App aus dem Play Store

Hartmut Schumacher 5. April 2016 0 Kommentar(e)

Nur einen Tag lang war eine App im Play Store erhältlich, die militantislamistische Propaganda verbreitet. Wurde sie tatsächlich „aus technischen Gründen“ entfernt – oder wegen eines Verstoßes gegen das Hassreden-Verbot?

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Die afghanische Terrormiliz Taliban versucht mittels einer Android-App, für ihre Propaganda „eine globalere Öffentlichkeit zu erreichen“. (Foto: DuBoix)

Die afghanische Terrormiliz Taliban versucht mittels einer Android-App, für ihre Propaganda „eine globalere Öffentlichkeit zu erreichen“. (Foto: DuBoix)

Die islamistische Miliz Taliban hat eine App für Android-Smartphones anfertigen lassen und im Play Store veröffentlicht. Mit der App namens „Alemarah“ lassen sich offizielle Verlautbarungen und Videos der afghanischen Bewegung abrufen – in Paschtunisch, der Amtssprache Afghanistans.

Die App sei „Bestandteil unserer fortgeschrittenen technischen Bemühungen, eine globalere Öffentlichkeit zu erreichen“, sagte der Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahed gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Islamismus-Experte Tore Hamming hält die App für eine Reaktion auf die Aktivitäten der rivalisierenden Terrormiliz IS, die digitale Kommunikations- und Propagandamethoden geschickt zu nutzen weiß.

Nach einem Tag entfernt

Einen Tag nach der Veröffentlichung am 1. April hat Google die App allerdings wieder aus dem Play Store entfernt. Aus „technischen Gründen“, nach Angaben der Taliban-Organisation. Laut Informationen der BBC jedoch war die Ursache ein Verstoß gegen eine Play-Store-Richtlinie, die Hassreden untersagt. Der Taliban-Sprecher kündigte an, die App werde bald wieder verfügbar sein.

Die Taliban betreiben auch eine Web-Site, auf der sie ihre Nachrichten in fünf Sprachen (darunter Englisch) verbreiten. Zudem sind sie auf Twitter aktiv und veröffentlichen Nachrichten über einen Telegram-Kanal.

Quellen: BBC, Bloomberg, The Guardian, Google

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.