Apple braucht Samsung für die Produktion seiner A8 Chips

Tam Hanna 3. Oktober 2013 1 Kommentar(e)

Der Kampf zwischen Apple und Samsung wird stets mit harten Bandagen ausgefochten – im Rahmen der Vorstellung des iPhone 5S rühmten sich die Cupertianer beispielsweise damit, als erste einen 64bit-Prozessor in ein Handy zu verbauen.

Im iPhone 5S arbeitet ein 64bit-Prozessor, was bei vielen Journalisten helle Begeisterungsstürme auslöste (Bildquelle: Apple)

Im iPhone 5S arbeitet ein 64bit-Prozessor, was bei vielen Journalisten helle Begeisterungsstürme auslöste (Bildquelle: Apple)

Natürlich reagierte man bei Samsung rasch. In Zukunft würden auch die Topmodelle der Galaxy-Serie einen 64bit-Prozessor haben – anders als bei Apple könnten Android-Telefone davon auch wirklich profitieren, da sich ihre Arbeitsspeicherausbauten der 4GB-Grenze bedrohlich schnell nähern.

Aufgrund dieser Streitigkeiten erscheint es nicht verwunderlich, dass Apple Samsung nach Möglichkeit nicht mit Fertigungsaufträgen querfinanzieren möchte. Leider ist das alles andere als einfach: der im iPhone 5S verwendete A7-Chip kommt laut mehreren Teardowns nach wie vor aus den Fabriken des großen blauen Rivalen.

Für die Zukunft wollte Apple eigentlich auf den taiwanischen Fertiger TSMC umsteigen. Allerdings hat dieser (nicht zuletzt aufgrund diverser anderer Aufträge) nicht genug freie Fertigungskapazität, weshalb auch der im nächsten Jahr erwartete A8-Prozessor zumindestens zu 30, wenn nicht sogar zu 40 Prozent bei Samsung vom Band laufen wird.

Apple befindet sich als „fabless“-Chiphersteller in einer relativ ungünstigen Position. Die Entwicklung und das Layout der Prozessoren erfolgt (nicht zuletzt dank der von ARM bereitgestellten Prozessorkerne) direkt in-house. Leider nützt ein Layout nichts, wenn es nicht realisiert wird.

Intel und Samsung setzen dabei auf ihre eigenen Fabriken. Diese sind in der Errichtung alles andere als preiswert, zudem dauert der Prozess des Aufbaus einige Jahre. Da Halbleiterfabriken zudem sehr schnell veralten (und nur von Unternehmen mit einer breiten Produktpalette – Stichwort Microcontroller – langfristig ausgelastet werden können), setzen kleinere Hersteller meist auf das Konzept des fabless manufacturers.

Dieses hat den Nachteil, dass man sich die Fertigungskapazitäten am Markt zusammensuchen muss. Samsung hat sich in den letzten Jahren als Global Player etabliert – und belieferte Apple in der Vergangenheit stets sehr zuverlässig.

Denkt ihr, dass Apple sich über kurz oder lang von seinem Erzrivalen Samsung lösen kann? Oder geht es der amerikanischen Firma wie der hoch verschuldeten US-Regierung – man wirft zwar große Töne, ist am Ende aber doch vom Chinesen abhängig.

Eure Meinung interessiert uns – bitte hinterlasst uns doch ein Kommentar…

Quelle: Engadget

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen
pic_TH

Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

Google+ Profil

Kennst du schon unsere Magazine?

Alle Magazine anzeigen