Apple Music Launch: Ein erster Test des neuen Musik-Streaming-Dienst

Redaktion 1. Juli 2015 0 Kommentar(e)

Das Unternehmen aus Cupertino will mit dem neuen Service schon wieder die Musik-Branche auf den Kopf stellen. Wir haben uns Apple Music einmal angesehen und sagen euch, ob dieses Vorhaben gelingen kann.

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Mit der Veröffentlichung von iOS 8.4 gestern Nachmittag hat Apple zeitgleich den neuen Musik-Streaming-Service und Spotify-Konkurrenten Apple Music gestartet. Seitens Apple wird ja versprochen, dass dieser Dienst alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen und deutlich benutzerfreundlicher und vor allem personalisierter sein soll. Wir machen den Test.

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Wähle ein Abo-Modell

Direkt zu Beginn bittet Apple den Nutzer sich fĂĽr ein Abo-Modell zu entscheiden. Entweder man nimmt das Abo fĂĽr eine Einzelperson fĂĽr 9,99 Euro pro Monat oder das Familien-Paket fĂĽr 14,99 Euro. Bei letzterem erhalten gleich sechs Personen Zugriff auf das Angebot von Apple Music.

Der größte Konkurrent Spotify, bietet auch ein Familien-Programm an, allerdings ist dieses deutlich teurer. Dort kostet jeder zusätzliche Premium-Account im Familien-Programm 4,99 Euro. Sprich bei nur einem zusätzlichen Familienmitglied, sind wir bereits einem Betrag von 14,99 Euro. Hier hat Apple also klar die Nase vorne. Wer ein Musik-Streaming-Portal alleine nutzt, für den macht es keinen Unterschied, da die meisten Dienste mit 9,99 Euro im Monat zu Buche schlagen.

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Perfekte Vorschläge

Ob Apple Music auch langfristig überleben wird hängt zum einen von der allgemeinen Auswahl an Songs ab und zum anderen von der maßgeschneiderten Vorselektierung durch den Algorithmus. Damit gleich zu Beginn deine Musikrichtung auf Knopfdruck bereitsteht, darfst du bei der Einrichtung deine Präferenzen bekanntgeben. Durch das Tippen auf die kleinen Blasen, legst du fest welche Musikrichtungen du gerne hörst. Im nächsten Schritt werden diese Angaben noch ein wenig vertieft und konkretisiert, indem du bestimmte Künstler bestimmen sollst. Sobald das geschehen ist, werden die Eingaben berücksichtigt und du bekommst auf der Startseite eine schöne Übersicht über unterschiedliche Playlists deiner Lieblingskünstler.

Damit ist das Fundament gelegt und du kannst beginnen Apple Music zu nutzen. Je nachdem welche Interpreten und Songs du häufig abspielst, lernt der Algorithmus mit und passt deine Präferenzen immer weiter an. Vor allem die Herzen, die du einem Song geben kannst, spielen hierbei eine wichtige Rolle.

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Neuheiten auf einem Blick

Neben der Kategorie „Für Dich“ befindet sich „Neu“. Wie der Name schon sagt, werden dort die Neuveröffentlichungen angezeigt und übersichtlich aufgelistet. Dabei kannst du auch nach bestimmten Genres filtern und dir somit neue Songs deiner Lieblingsmusikrichtung aufzeigen lassen.

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Beats One: Der Live-Radio

Das war der Aufhänger von Apple auf der WWDC. Ein Radiosender der 24 Stunden läuft und wo immer bekannte Interpreten für Unterhaltung sorgen. Getauft wurde das Ganze Beats One und ist im Reiter „Radio“ zu finden. Dort gibt es neben dem großen Live-Radio auch noch von Apple hervorgehobene Radiostationen, wobei es sich dabei auch wieder im Großen und Ganzen nur um Playlists handelt – gleich wie bei Spotify.

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Trete mit den KĂĽnstlern in Verbindung

Ein weiteres Zuckerl, das Apple den Nutzern mitgibt ist der „Connect-Hub“. Dort kannst du mit den Künstlern, die dir gefallen in Verbindung treten. Angefangen von Fotos des letzten Auftritts über die neue Single bis hin zu allgemeinen Updates können die Interpreten ihre Fans auf dem Laufenden halten. Das Beste daran ist aber, dass auch die Fans, also wir, mit den Künstlern in Verbindung treten können und in Form eines Herzens (gleichzusetzen mit einem Like auf Facebook) oder Kommentars unsere Begeisterung kundtun können.

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Meine Musik im Ăśberblick

Da die herkömmliche Musik-App auf dem iPhone dem neuen Dienst weichen musste, war Apple gezwungen einen Reiter einzuführen, in dem sich deine gekaufte Musik verbirgt. Zu finden ist diese im Bereich „Meine Musik“. Interessant ist hier aber, dass du auch Titel des Streaming-Dienstes zu „Meine Musik“ hinzufügen kannst. Natürlich sind diese Songs nicht gekauft und werden nach Beendigung des Abonnements wieder aus der Bibliothek gelöscht. Die Grenzen zwischen gekaufter und sozusagen „geborgter“ Musik verschwimmen hier.

Erstes Fazit

Apple Music macht einen sehr soliden und guten ersten Eindruck. Die Menüführung ist klar und die Vorschläge treffen zu 99 Prozent den Geschmack des Hörers. Zudem ist die App auf dem iPhone sehr intuitiv und auch die Geschwindigkeit spricht ganz klar für den Dienst von Apple.

Weniger überzeugen konnte das Alleinstellungsmerkmal „Beats One“. Der Radiosender nimmt dem „Ich höre was ich will und mir gefällt“-Prinzip eines Musik-Streaming-Dienstes ein wenig den Sinn und lässt ein wenig das Gefühl aufkommen, dass Apple die Namen bekannter Musik-Interpreten wie Eminem, Dr. Dre, Elton John und Pharrell Williams eher als Marketingmaschine für Apple Music missbrauchen will.

Auch Connect ist eher ein Gimmick als wirklich ein sinnvolles Feature. Wer sich aber wirklich für bestimmte Interpreten interessiert und schon gespannt auf die nächste Single oder das nächste Album wartet, der wird von dieser Funktion profitieren – natürlich sofern der Künstler auch dort vertreten ist und Updates veröffentlicht.

Wird sich Apple Music durchsetzen?

Da sich Apple bereits in der Vergangenheit mit iTunes in der Musikindustrie behaupten konnte und eigentlich das gesamte System auf den Kopf gestellt hat, sind die Erwartungen natĂĽrlich groĂź. Wir meinen, dass sich Apple Music gegen Spotify, Google Music und Co. durchsetzen wird. Alleine weil das Unternehmen sehr viel Erfahrung in diesem Bereich schon gesammelt hat und viele Freunde in der Musikindustrie gewonnen hat. Zu guter Letzt versteht es Apple die eigenen Produkte an den Mann zu bringen.

Derzeit ist Apple Music nur via iTunes oder iOS-Gerät verfügbar. Eine Android-App soll im Herbst erscheinen.

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