EU: Roaming-Gebühren sollen bis 2016 abgeschafft werden

Daniel Kuhn 10. September 2013 0 Kommentar(e)

„Das Ende des Roamings ist nahe“. Dies verkündet EU-Kommissarin Neelie Kroes in einem Verordnungsentwurf. Demnach sollen die Roaming-Gebühren innerhalb der EU schrittweise gesenkt und bis 2016 gar komplett abgeschafft werden. Mobilfunkkunden können sich zudem über weitere Regelungen zum günstigeren Telefonieren freuen.

Die Situation dürfte den meisten bekannt vorkommen: Man befindet sich im Urlaub ein einem EU-Land, führt einige wenige Telefongespräche, sendet ein paar SMS und erhält am Ende des Urlaubs dafür eine saftige Rechnung. Die Roaming-Gebühren, die bei der Nutzung von Netzen ausländischer Mobilfunkanbieter anfallen stehen seit langem als völlig überhöht in der Kritik. Zwar wurden diese Gebühren in der Vergangenheit bereits gesenkt, aber das geht EU-Kommissarin Neelie Kroes noch nicht weit genug. Sie bereitet nun „das Ende des Roamings“ vor, wie aus einer Meldung von Reuters hervorgeht.

Kroes geht derzeit davon aus, dass der Entwurf Mitte nächsten Jahres in Kraft treten werde. Zusammen mit dem Inkrafttreten der Verordnung sollen nächstes Jahr die Gebühren für die Netzdurchleitung bereits gesenkt werden und sollen für eingehende Gespräche bereits komplett wegfallen. Die Mobilfunkanbieter sollen diese Vorgaben umsetzen, indem sie Geschäftsallianzen mit Anbietern in anderen EU-Ländern eingehen. Weitere Senkungen sind denkbar, bis die Verordnung spätestens im Juli 2016 in Kraft tritt.

Aber nicht nur die Abschaffung der Roaming-Gebühren soll den Mobilfunkkunden in der EU zugutekommen – Kroes plant in dem Verordnungsentwurf auch weitere Veränderungen. Demnach soll die Erstvertragsbindung über 24 Monate abgeschafft werden und Anbieter sollen verpflichtet werden zudem auch Einjahresverträge anzubieten. Aber nicht nur Mobilfunkverbindungen, auch Festnetztgespräche werden in dem Entwurf bedacht – so sollen die Gebühren für Auslandsgespräche nicht mehr über denen von nationalen Ferngesprächen liegen.

Unserer Meinung nach ist Kroes auf einem guten Weg, der den Kunden innerhalb der EU sehr zugute kommen wird. Ein Punkt wird allerdings ausgelassen, der doch etwas sauer aufstößt. In dem Verordnungsentwurf ist lediglich die Rede von Telefongesprächen. SMS-Nachrichten oder mobile Datenverbindungen sind davon offenbar nicht betroffen. Somit ist das anfangs erwähnte Statement „Das Ende des Roamings ist nahe“ zwar generell zu befürworten, allerdings in Zeiten von Smartphones etwas halbherzig umgesetzt. Die Hoffnung bleibt allerdings, dass dies noch in den Entwurf mitaufgenommen wird.

Quelle: Reuters (via Der Standard)

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