Google Glass: Orientierungshilfe für Sehbehinderte dank Openglass-Initiative

Daniel Kuhn 5. August 2013 0 Kommentar(e)

Google Glass wird inzwischen fleißig von Entwicklern genutzt, die sich die teure Explorer Edition leisten konnten. Eines der interessanteren Projekte, das aus dieser ersten Phase hervorgegangen ist, ist die Openglass-Initiative, die Apps für die Datenbrille entwickelt, die Menschen mit Sehbehinderung helfen sollen, sich zu orientieren.

openglass-video-demo

Barrierefreiheit ist in der Vergangenheit oft treibende Kraft für Innovationen im technischen Bereich gewesen. Smartphones und Tablets würden ohne die Bemühungen in diesem Bereich heute ganz anders aussehen, wenn sie überhaupt existieren würden. Im Falle der Openglass-Initiative verhält es sich allerdings anders herum – Google Glass ist nicht direktes Ergebnis der Bestrebung nach Barrierefreiheit, aber die Google-Brille kann wiederum dafür genutzt werden, Menschen, die über eine Sehbehinderung verfügen, die Orientierung im Alltag zu erleichtern.

Zwei Studenten der University of Maryland haben die Initiative Openglass gegründet und bereits zwei Apps für Google Glass entwickelt, mit deren Hilfe sich Menschen, die nicht oder nur eingeschränkt sehen können, im Alltag besser zurechtfinden. Dazu werden neben der Kamera und Sprachsteuerung von Google Glass auch Dienste wie Twitter und Mechanical Turk von Amazon genutzt, um Gegenstände zu identifizieren.

Die App „Question-Answering“ nimmt auf Befehl des Nutzers ein Bild eines Gegenstandes auf, das zum einen mit der Mechanical Turk-Datenbank von Amazon abgeglichen wird und zum anderen kann per Twitter die Community antworten. Die Antwort wird dem Nutzer dann per Sprachausgabe vorgelesen. Im Demo-Video funktioniert dies bereits sehr gut und die Antwort wird nach nur kurzer Wartezeit bereits ausgegeben.

Die App „Memento“ verfolgt hier einen deutlich komplexeren Ansatz. Google Glass sendet konstant einen Videofeed an einen Cluster. Dieser vergleicht die eingehenden Bilder mit Aufnahmen, die sehende Nutzer gemacht und mit Anmerkungen versehen haben. Stimmen die Bilder überein, wird dem sehbehinderten Nutzer die gespeicherte Anmerkung zu Gegenständen in seinem Blickfeld per Sprachausgabe präsentiert.

Die Openglass-Initiative setzt neben Crowdsourcing für die Ergebnisse auch auf eine Open Source-Lizenz für die Apps. Dadurch kann die Community sich aktiv an den beiden bereits vorhandenen und allen kommenden Anwendungen beteiligen. Die beiden vorhandenen Apps sind dabei sicher nur ein Anfang und es wird sehr spannend zu beobachten, was in dieser Richtung noch kommen wird, sobald Google Glass erst einmal flächendeckend erhältlich ist.

Quelle: Openglass (via Golem)

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen

Kennst du schon unsere Magazine?

Alle Magazine anzeigen