Google verbietet Werbe-Spam im Play Store

Tam Hanna 28. September 2013 0 Kommentar(e)

Google hat die Entwicklerrichtlinien im Play Store vor einigen Wochen überarbeitet – neben einigen kleineren rechtlichen Klarstellungen verbot das Unternehmen auch einige besonders aufdringliche Bannertypen.

Erstens dürfen Entwickler ab Sofort keine nicht mit ihrer Applikation zusammenhängende Notifications in die Statusleiste setzen. Das bedeutet, dass Spiele nach wie vor über die Fertigstellung eines Gebäudes oder über eine Sonderaktion für In-Game-Werbung informieren dürfen – ein Verweis auf preiswerte Schuhe oder Kekse ist nicht mehr erlaubt.

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Im Play Store gelten bald neue Regeln!

Derartige Banner sind in mehrerlei Hinsicht ärgerlich. Erstens verraten Sie meist nicht, welches Programm für ihre Platzierung verantwortlich ist. Zweitens neigen sie – insbesondere auf Telefonen mit organischen Bildschirmen – zum Einbrennen.

Das zweite Verbot befasst sich mit dem Zuspammen des Homescreens. In der Vergangenheit haben Applikationen immer wieder mehrere Homescreen-Icons platziert, die mit ihnen selbst nichts zu tun haben – auch das eine sehr lästige Art der Monetisierung.

Die Regeln wurden damals mit einer dreißigtägigen „Grace Period“ vorgestellt. Diese ist nun abgelaufen – wenn sich ein Programm nicht an die neuen Regeln hält, so riskiert es ab Sofort den Ausschluß aus dem Play Store – aufgrund der enormen Reichweite dieses Stores ist das das wirtschaftliche Todesurteil. Enwickler könnten darauf nur insofern reagieren, als sie ihr Programm einfach nicht mehr aktualisieren: es ist unwahrscheinlich, dass Google die existierenden User per „Kill Switch“ von dem Programm trennt.

VentureBeat interviewt den CEO eines amerikanischen Werbenetzwerks zum Thema. Er vermutet, dass Entwickler dadurch ein Schaden von mindestens 150 Millionen US-Dollar entsteht. Als Quelle für diese Zahl dient der Geschäftsbericht des (besonders lästigen) Werbemonetisierers AirPush – die Nervensägen haben rund 150 Millionen US-Dollar Umsatz, davon dürfte 50 bis 80 Prozent auf die nun verbotenen Werbeformen entfallen.

Natürlich ist AirPush nur eines von vielen Unternehmen, weshalb die Zahl in Summe durchaus glaubwürdig wirkt. Aufgrund der enormen Lästigkeit kann es sein, dass der eine oder andere User aus Versehen auf die Werbung klickt – schon klingelt es in der Kasse des jeweiligen Entwicklers.

Freut ihr euch darüber, dass euer Telefon ab sofort weniger „Spam“ bekommt? Oder denkt ihr, dass die Entwickler ihre Programme aufgrund des Verlusts von Werbeeinahmen weniger stark pflegen? Eure Meinung interessiert uns – hinterlasst uns doch bitte ein Kommentar…

Quelle: VentureBeat

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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