Googles Android Pay geht an den Start und will das Portemonnaie abschaffen

Peter Mußler 11. September 2015 0 Kommentar(e)

Bequem und bargeldlos mit dem Smartphone zahlen: Seit knapp einem Jahr macht Apple Pay diesen Traum Wirklichkeit. Jetzt zieht Google mit dem Konkurrenz-System Android Pay nach. Lachender Dritte könnte aber Samsung werden. 

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Gestern hat Google den Start von Android Pay vekündet – vorerst lediglich in den USA. Über das Mobile-Payment-System lässt sich das Smartphone zum Bezahlen verwenden. Zunächst nur innerhalb von Geschäften, später dann, mutmaßlich nach der Veröffentlichung von Android 6.0, auch innerhalb von Apps. Da Marshmallow erstmals nativ den Support von Fingerabdruckscannern mitbringt, liegt es natürlich auf der Hand, die biometrische Entriegelungsmethode zur Verifikation der Nutzer zur verwenden.

Neben den vier größten Kreditkartenunternehmen der USA, namentlich American Express, Discover, MasterCard and Visa, konnte sich Google auch die Unterstützung namhafter amerikanischer Banken und Einzelhändler sichern. Zur letztgenannten Gruppe gehören unter anderem der Videospiel-Anbieter GameStop, Subway oder auch Staples zur Beschaffung von Büromaterial. Bereits 1 Millionen Akzeptanz-Stellen soll es laut Google für Android Pay geben, in den nächsten Monaten sollen außerdem weitere Banken und Geschäfte folgen.

Nur mit NFC, Android 4.4 – und vorerst nur in den USA

Um das vorerst auf die USA beschränkte Android Pay nutzen zu können, ist ein Smartphone mit NFC notwendig, da über die Drahtlos-Technik die Transaktionen abgewickelt werden. Darüber hinaus muss mindestens Android 4.4 oder höher auf dem Mobilgerät installiert sein. Eine eigene Android Pay-App, die alle Bezahlvorgänge auflistet, soll in den kommenden Tagen im US-amerikanischen Play Store verfügbar sein. Alternativ lässt sich dank eines Updates auch die bekannte Google Wallet-Anwendung nutzen. Das Thema Sicherheit wird bei Android Pay besonders groß geschrieben: Einerseits wird bei jedem Bezahlvorgang nicht die Kredit- oder Debitkarten-Nummer ans Bezahlterminal gesendet, sondern einmalig erstellte Token. Andererseits kann der Android-Geräte-Manager dazu verwendet werden, um das Mobiltelefon im Falle eines Verlusts oder Diebstahls aus der Ferne sperren oder löschen zu lassen.

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Samsung der lachende Dritte?

Bereits seit Herbst vergangenen Jahres ist Apple Pay in den USA verfügbar, jetzt zieht Google nach. Tragen der Suchmaschinenkonzern und iPhone-Hersteller die Zukunft des Mobile Payments also ganz unter sich aus? Möglicherweise nicht, denn Samsung könnte sich als lachender Dritter erweisen. Mit Samsung Pay, das in den USA ab 28. September an den Start geht, haben die Südkoreaner nämlich ein eigenes mobiles Bezahlsystem in petto. Der große Vorteil von Samsung Pay ist jedoch, dass Einzelhändler zur Unterstützung der neuen Plattform keine zusätzliche Technik benötigen, da Samsung Pay mit herkömmlichen Kartenlesern funktioniert. Im Idealfall könnte das bedeuten, dass Samsungs Mobile-Payment-Dienst sich sehr viel schneller verbreitet als die Mitbewerber aus Cupertino und Mountain View.

Für uns ist das aber leider noch alles Zukunftsmusik. Zwar erklärte Google beim Start, dass bei Android Pay bald weitere Länder folgen sollen. Welche Nationen aber genau gemeint sind, dazu schwieg sich der Internetgigant allerdings aus. Samsung Pay soll hingegen nächstes Jahr nach Deutschland kommen, wie der Branchenprimus unlängst verkündete.

Quelle Android Official Blog 

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.