Auf Geldsuche: Cyanogen Inc. f√ľllt die ‚ÄěKriegskasse‚Äú im Kampf gegen Google

Redaktion 10. Februar 2015 1 Kommentar(e)

Cyanogen Inc., die Macher der beliebten alternativen Firmware CyanogenMod, lieb√§ugeln offenbar mit einem Gro√üangriff auf Google, um Android aus den Klauen des Suchmaschinenbetreibers zu befreien. Dazu werden flei√üig Gespr√§che mit potentiellen Investoren gef√ľhrt, um die ‚ÄěKriegskasse‚Äú zu f√ľllen.¬†

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Bekannterma√üen hat jede Wahrheit zwei Seiten: Wahr ist, dass Android frei und Open Source ist. Wahr ist aber auch, dass Google beinahe die vollst√§ndige Kontrolle √ľber das mobile Betriebssystem besitzt. √úber das sog. Mobile Application Distribution Agreement (MADA), welches die Rahmenbedingungen zur Lizenzierung von Android regelt, hat der Internet-Riese¬†extrem gro√üen Einfluss. Wer sich als Hersteller nicht an diese Regeln h√§lt, kann Android zwar weiterhin nutzen, bekommt jedoch keine Lizenz f√ľr den Play Store, YouTube, Google Maps und viele weitere Anwendungen aus dem Hause Google, die Android erst richtig attraktiv machen. Muss man Android Google also wegnehmen? Zumindest die Cyanogen Inc. ist dieser Ansicht und sammelt daher offenbar viel Geld, um das Unternehmen aus Mountain View zu attackieren.

Auf Geldsuche

Bereits Ende Januar berichtete das angesehene Wallstreet Journal unter Berufung auf Insider, dass Cyanogen Inc. mit Hilfe eines Gro√üinvestments von Microsoft einen Gro√üangriff auf Google plane. Dazu solle unter anderem ein eigener App Store geschaffen werden, der anschlie√üend als Alternative zum Play Store vermarktet werden k√∂nne. Die Informationen von Re/Code konkretisieren nun offenbar die Pl√§ne von Cyanogen Inc. So schreiben die Kollegen, dass das erst 2013 gegr√ľndete Startup derzeit auf Suche nach Geldgebern sei, um den geplanten Angriff auf Google auch in die Tat umzusetzen. Cyanogen Inc. wolle, so Re/Code, die eigene ‚ÄěKriegskasse‚Äú aufpumpen, um im Duell mit Google zu bestehen. Aktuell wird der Wert der Cyanogen Inc. auf circa 100 Millionen US-Dollar bemessen. Dies geschieht rein auf Basis der bisherigen Investments, die Risikokapitalgeber in die Cyanogen Inc. get√§tigt haben. In einer neuen Finanzierungsrunde versucht Cyanogen Inc. laut Re/Code nun, mehr Geldgeber zu angeln, sodass der Wert des Unternehmens auf mehrere Hundert Millionen US-Dollar ansteigt. Im Vergleich zu Google, das aktuell einen Marktwert von mehr als 360 Milliarden US-Dollar aufweist, sind selbst Hunderte Millionen US-Dollar ein Witz. Doch zumindest der Anfang w√§re gemacht.

Amazon hat es bereits geschafft

Re/Code zufolge habe Cyanogen Inc. auf seiner Geldsuche zuletzt nicht nur mit Microsoft und Amazon gesprochen, sondern auch mit vielen kleinen Investoren. Diese seien zwar grunds√§tzlich interessiert, f√ľrchten aber den geballten Zorn Googles, wenn sie in die Cyanogen Inc. investieren und w√ľrden daher zur√ľckschrecken. Der Macht Googles k√∂nne¬†allein Microsoft noch entgegentreten, doch auch die zuletzt kolportierte Investition von 70 Millionen US-Dollar sei noch nicht in trockenen T√ľchern. Der Einstieg Amazons ist laut Quelle von Re/Code derzeit wenig wahrscheinlich. Das verwundert nicht, denn der Onlineh√§ndler hat mit seinem auf Android basierenden Fire OS bereits das geschafft, wovon Cyanogen Inc. noch tr√§umt: Android von Google zu befreien. Die Fire-Tablets- und Smartphones kommen ohne den Play Store, ohne YouTube, ohne Google Maps usw. daher, stattdessen hat Amazon konsequent hauseigene Dienste und Pendants in die Ger√§te eingearbeitet.

Jede Wahrheit hat zwei Seiten

Leicht k√∂nnte man jetzt auf die Geschichte von David und Goliath kommen, doch so einfach ist die Angelegenheit dann doch nicht. Google ist hier nicht der B√∂se, w√§hrend die Cyanogen Inc. als wei√üer Ritter daherkommt und f√ľr die gerechte Sache k√§mpft. Neben allen altruistischen Kl√§ngen geht es auch der Cyanogen Inc. im Kern darum, die eigene Stellung zu st√§rken und irgendwann Geld mit ihrer Firmware zu verdienen. Auf der anderen Seite hat das Vorgehen Googles, den Herstellern durch die MADA strenge Vorschriften zu machen, auch sein Gutes ‚Äď sorgt es doch daf√ľr, dass auf jedem von Google lizenzierten Android-Smartphone- und Tablet im Ansatz dieselbe User Experience herrscht und nicht jeder Hersteller sein eigenes S√ľppchen kocht. Wie gesagt, jede Wahrheit hat zwei Seiten.

Was meint ihr: Sollte man Android Google tatsächlich wegnehmen? 

Quelle: Re/Code (via WinFuture)

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