K├╝ndigung ├╝ber WhatsApp: Laut OGH nicht zul├Ąssig

2. Dezember 2015 0 Kommentar(e)

K├╝ndigung per WhatsApp? Klingt eigenartig, ist aber tats├Ąchlich passiert. Eine ├Âsterreichische Zahn├Ąrztin hat ihrer Gehilfin das K├╝ndigungsschreiben ├╝ber den Messenger geschickt, offenbar, um eine Frist einzuhalten. Die gute Nachricht: Das ist laut dem Obersten Gerichtshof nicht zul├Ąssig.

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whatsapp

WhatsApp, Facebook und Co. haben sich ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft ├╝ber die Jahre erk├Ąmpft. Egal ob Partyeinladungen, Organisationsbesprechungen oder Dates mit der Liebsten – Messenger werden mittlerweile f├╝r jegliche Art der Kommunikation eingesetzt. Ganz frech war nun aber eine Zahn├Ąrztin aus ├ľsterreich: Die Dame verschickte tats├Ąchlich ein Foto des K├╝ndigungsschreibens ├╝ber die Nachrichten-App. Das Foto kam noch am 31. Oktober bei ihrer Angestellten an, das originale Dokument allerdings erst am 04. November.

Das macht nat├╝rlich einen Unterschied bei der K├╝ndigungsfrist, entscheidet also dar├╝ber, wie lange die Zahnarzthelferin noch angestellt ist. Laut der Kl├Ągerin, also der Zahnarzthelferin, stehe ihr eine K├╝ndigungsentsch├Ądigung bis zum 31. Januar 2016 zu, ausgehend vom Datum, an dem sie das tats├Ąchliche Schriftst├╝ck erhalten habe. W├╝rde die WhatsApp-K├╝ndigung gelten, h├Ątte sie einen Monat weniger Anspruch. Ein Fall f├╝r das Gericht also, dass der Kl├Ągerin recht gab: Ein Foto des K├╝ndigungsschreibens, per WhatsApp ├╝bermittelt, erf├╝lle nicht das Schriftformgebot, das im Kollektivvertrag festgehalten ist, so die Argumentation des H├Âchstrichters.

Eine Nachricht auf einem Display w├╝rde weiters nicht gew├Ąhrleisten, dass der Inhalt der Erkl├Ąrung zuverl├Ąssig entnommen werden k├Ânne. Die WhatsApp-K├╝ndigung ist demnach also nicht g├╝ltig. Ein klares Zeichen f├╝r die Zukunft: Nur weil Apps und Smartphones eine immer bedeutendere Rolle in unser aller Leben spielen, gelten immer noch Regeln, die nicht einfach – aus Gr├╝nden der Bequemlichkeit oder Kostenersparnis – umgangen werden k├Ânnen.

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Quelle: OGH [via ORF]

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Oliver Janko   Redakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews f├╝r die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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