Vergesst Drohnen: So könnten in Zukunft Pakete ausgeliefert werden

Redaktion 27. Januar 2016 0 Kommentar(e)

Quizfrage: Was versteht man unter der „letzten Meile“? Ein spannender Actionfilm aus Hollywood vielleicht? Oder ein Fitness-Ratgeber, um endlich die letzten fünf Pfund loszuwerden? Nicht ganz. Vielmehr handelt es sich um einen Begriff aus der Logistik, der die Lieferung bis zur Haustür des Kunden meint – und damit den vielleicht verzwicktesten Abschnitt des gesamten Warentransports. Das Unternehmen Starship Technologies will den Markt jetzt mit kleinen Lieferrobotern revolutionieren, aber auch Google arbeitet einem Patentantrag zufolge an neuen Lösungen. 

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Im Rahmen der DLD-Konfernz in München stand Ahti Heinla, Mitgründer von Starship Technologies, den Kollegen von futurezone Rede und Antwort. Der Este möchte mit seinem neuen Startup, das er zusammen mit dem Skype-Gründer Janus Friis gegründet hat, den Markt der Paketdienste aufrollen. Seine Waffe: selbstfahrende Mini-Roboter, die die Lieferung übernehmen und die Bestellungen vor der Tür abliefern. Die sechsrädrigen Bots fahren vollständig autonom und öffnen ihren Inhalt erst, wenn sich der Empfänger mittels eine Smartphone-App als rechtmäßig identifiziert hat. Sicherer als die Liefer-Drohnen, mit denen unter anderem Amazon oder auch die deutsche Post experimentiert, seien die kleinen Mini-Fahrzeuge ohnehin: „Niemand mag Drohnen, die Leute wollen nicht, dass sie mit Paketen über ihre Garten fliegen“, meint Heinla. „Wenn es ein Problem gibt, bleiben sie einfach stehen. Drohnen aber fallen dann womöglich vom Himmel.“

Dank GPS, einer Vielzahl von Sensoren und insgesamt neun Kameras würden die Lieferroboter auch jederzeit Passanten oder anderen Hindernissen ausweichen können. Und wenn es doch einen Zusammenstoß gibt: „Es ist sicher möglich, dass unsere Roboter am Anfang Passanten verwirren, aber sie können keinen ernsthaften Schaden anrichten.“

Für Kriminelle soll es laut Heinla außerdem nutzlos sein, die Roboter zu stehlen: Ohne Freischaltung würden die Fahrzeuge nicht funktionieren, der Gepäckraum sei außerdem gut gesichert und wenn jemand versuchen würde, ihn ohne Autorisierung zu öffnen, ertöne ein lautes Alarmsignal. Ab 2017 soll die Massenproduktion der Lieferroboter mit einer Stückzahl von mehreren Tausend beginnen, so Heinla. Österreich nimmt der ehemalige Skype- und KaZaa-Entwickler besonders ins Visier, ohne sich jedoch zu tief in die Karten blicken zu lassen: „Wir haben spezifische Pläne. Der österreichische Markt ist sehr interessant.“

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Auch Google arbeitet an der „letzten Meile“

Abgesehen von Starship Technologies hat offenbar auch Google große Pläne für die „letzte Meile“, wie aus einem jüngst veröffentlichten Patentantrag des Suchmaschinenanbieters hervorgeht. Dort werden ebenfalls kleine Roboter beschrieben, die sich zur Warenausliefeurng eignen. Anders als in der Vorstellung von Ahti Heinla allerdings, sollen die Geräte aktiv mit Drohnen zusammenarbeiten: Die Idee ist, dass die Lieferroboter in ihrer Mitte einen großen Gepäckraum samt passender Öffnung besitzen (Bild oben), in denen die Drohnen ihre Ware einfach „abwerfen“ können. Im Anschluss tuckern dann Googles Lieferroboter zu den Empfängern und liefern das Bestellte dort ab.

Quelle: futurezone, TheNextWeb

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