Makaberer Fehler: Facebook markiert tote Fl├╝chtlinge als Spam

4. September 2015 1 Kommentar(e)

Eigentlich wollte Khaled Barakeh nur das Leid der Flüchtlinge illustrieren, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen. Doch nichtsahnend geriet der syrische Künstler ins Visier von Facebooks berüchtigten Spam-Filtern und seine aufrüttelnden Bilder waren verschwunden. 

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Auf seinem Facebook-Profil zeigt der syrische K├╝nstler Khaled Barakeh das Grauen der aktuellen Fl├╝chtlingskrise.

Auf seinem Facebook-Profil zeigt der syrische K├╝nstler Khaled Barakeh das Grauen der aktuellen Fl├╝chtlingskrise.

Kaum ein Thema h├Ąlt Europa derzeit so in Atem wie die Fl├╝chtlingskrise. Allein in Deutschland sollen nach Angaben des Bundesamtes┬áf├╝r Migration (BAMF) dieses Jahr 800.000 Menschen in der Bundesrepublik einen Asylantrag stellen. Viele Fl├╝chtlinge versuchen, ├╝bers Mittelmeer ins sichere Europa zu gelangen ÔÇô┬áund ertrinken dabei oftmals auf grauenhafte Weise.

Dieses Schrecken wollte auch der syrische K├╝nstler Khaled Barakeh zeigen, als er vergangene Woche mehrere Fotos in ein Album mit dem Titel ÔÇ×Multikultureller FriedhofÔÇť auf Facebook hochlud. Zu sehen waren dort unter anderem die Fotos von ertrunkenen Fl├╝chtlingen, Leichens├Ącken und das Wrack eines Schiffs, auf dem ├╝ber 400 Fl├╝chtlinge die ├ťberfahrt ├╝bers Mittelmeer versuchten und das vor der K├╝ste Libyens gesunken war. Mindestens 82 Menschen sind auf diesem Boot gestorben, weitere 200 werden noch vermisst.

Das Album mit den grauenhaften Bildern wurde ├╝ber 100.000 mal auf Facebook geteilt, um die Menschen aufzur├╝tteln und auf das Fl├╝chtlingsdrama aufmerksam zu machen. Dann aber war es pl├Âtzlich verschwunden ÔÇô denn es geriet ins Visier von Facebooks Algorithmen, die das Album kurzerhand als ÔÇ×SpamÔÇť eingestuft hatten. Es folgte ein Nutzeraufschrei und das soziale Netzwerk musste sich den Vorwurf der Zensur gefallen lassen. Hinter der zeitweiligen┬áL├Âschung steckte aber keine b├Âse Absicht, versicherte ein Unternehmenssprecher gegen├╝ber Mashable, sondern lediglich ein technischer Deffekt: ÔÇ×Der Inhalt wurde von unserem System versehentlich als Spam markiert.ÔÇť

Bilder des Schreckens wieder online

Mittlerweile ist das Album wieder online und kann auf eigene Gefahr, da es sich um doch sehr verst├Ârende Bilder handelt, wieder auf der Facebook-Seite von Khaled Barakeh eingesehen werden. Facebook selbst hat sich zwar f├╝r die tempor├Ąre L├Âschung des Albums entschuldigt. Doch da solche Vorf├Ąlle nicht zum ersten mal passieren, muss sich das Unternehmen fragen lassen, wie exakt sein Spam-Filter denn wirklich ist und ob es an dieser Stelle nicht Nachholbedarf gibt. Ein Konzern, der an der B├Ârse mehr als 240 Milliarden US-Dollar wert ist, sollte das n├Âtige Kleingeld daf├╝r besitzen.

Quelle: Mashable

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Gesch├Ąftsf├╝hrer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spa├č, dass er daf├╝r sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft nat├╝rlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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