Nach den Pariser Attentaten: Vater eines Opfers verklagt Facebook & Co.

Michael Derbort 16. Juni 2016 0 Kommentar(e)

Der Vater eines der Opfer der Pariser Attentate zieht vor Gericht: Verklagt hat er die Sozialen Netzwerke Facebook, Google+ und Twitter. Sein Vorwurf: Diese Netzwerke haben radikalen Islamisten die ideale Plattform f√ľr Rekrutierung, Propaganda und Geldbeschaffung geboten. Wie kaum anders zu erwarten, weisen die fraglichen Netzwerke die Vorw√ľrfe von sich.

¬© by Katharina Wieland M√ľller / pixelio.de

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Verweis auf die Community-Richtlinien

Die beklagten Netzwerke verweisen auf ihre Community-Richtlinien, die radikale Posts grunds√§tzlich ablehnen und die nach Angaben der Betreiber unverz√ľglich gel√∂scht werden. Wer allerdings bereits in der Verlegenheit war, unakzeptable Inhalte zu melden, wird wissen, dass diese Community-Richtlinien nur hei√üe Luft sind.

Nach Ma√ügabe der Vorw√ľrfe des Vaters h√§tten Google, Facebook und Twitter wissentlich zugelassen, dass Islamisten radikalisierende Inhalte und islamistische Propaganda ver√∂ffentlicht und auf diese Weise auch Mitglieder rekrutiert.¬†Eine weitere Klageschrift mit nahezu identischem Inhalt ist bereits im Januar von einem Vater eines in Jordanien get√∂teten Mannes gegen Twitter eingereicht worden.

Diese beiden in den USA eingereichten Klagen sind durchaus von besonderem Interesse: Normalerweise sind dort solche Unternehmen von der Haftung f√ľr Inhalte, die User auf ihren Netzwerken ver√∂ffentlichen, grunds√§tzlich befreit. Allerdings ist inzwischen auch unter Rechtsexperten strittig, ob diese Regelungen auch weiterhin ausreichen – weniger aufgrund ver√∂ffentlichter Inhalte, sondern vielmehr wegen des allgemeinen Umgangs der Firmen mit derartigen Ausw√ľchsen.

Quelle: nydailynews.com

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