Ortsabhängige Entsperrfunktionen: Google beantragt neues Patent

Tam Hanna 25. August 2013 0 Kommentar(e)

Ein soeben vom amerikanischen Patentamt freigegebener Antrag von Google enthüllt ein Neues Sicherheitsfeature, das sehr wahrscheinlich in Android 5.0 ausgeliefert wird.

Dabei kommt der in den meisten Smartphones verbaute GPS-Sensor zum Einsatz. Ist das Telefon des Nutzers in einer vorher als vertrauenswürdig deklarierten Umgebung, so schaltet es sich nach Druck auf die Power-Taste ein – in unbekannten Gefilden ist die Eingabe von Muster, PIN oder gar Passwort erforderlich.

Die Entsperrung per Pattern braucht wenig Zeit - manchen Usern dauert der Vorgang trotzdem zu lange...

Die Entsperrung per Pattern braucht wenig Zeit – manchen Usern dauert der Vorgang trotzdem zu lange…

Die dahinterstehende Grundidee ist, dass in vertrauter Umgebung befindliche Geräte keine Sicherheit brauchen – wenn keine Angreifer in der Nähe sind, ist die Abwehr ebendieser verlorene Liebesmühe und unnötiger Zeitaufwand.

In der Vergangenheit haben User immer wieder auf die Aktivierung von Sicherheitsfeatures verzichtet, um im täglichen Gebrauch Zeit zu sparen. Die nach Geräteverlust oder Besuch durch einen Regierungsbeamten einsetzende Einsicht ist dann schmerzhaft, aber in den meisten Fällen viel zu spät.

Google ist für die Realisierung dieses Features in einer geradezu optimalen Position: dank der vor einiger Zeit eingeführten Geofencing-API hat das Unternehmen bereits Erfahrung beim Programmieren von durch Ortsveränderungen ausgelösten Ereignissen gesammelt – das „Ummodeln“ dieses Systems sollte vergleichsweise wenig Aufwand darstellen. Leider hat sich Google bisher nicht zur Thematik der technischen Implementierung geäussert.

Bei intelligenter Parametrierung wäre es sogar möglich, den Energieverbrauch in engen Grenzen zu halten. Ist das Telefon in vertrauter Umgebung, so entsperrt es sich und reaktiviert sein GPS nur nach Bewegung (Accelerometer) – eine ausreichend weite Verschiebung aktiviert die Sperre prophylaktisch. Ist das Handy „ausser Haus“ , so erfolgt die Prüfung bei jedem Abschalten – auf diese Art und Weise kann ein Dieb das Telefon nicht durch einen „Hausbesuch“ beim Besitzer entsperren.

Nach Meinung des Autors ist die ortsbasierte Entsperrung des Telefons eine Funktion mit enormem Nutzwert – sie dürfte sicherlich den einen oder anderen Sicherheitsverweigerer zur Aktivierung einer „bissigeren“ Absicherungsmethode für sein Telefon animieren.

Das ist übrigens nicht die einzige sicherheitsrelevante Patentanmeldung aus Mountain View: der Konzern hat sich vor einigen Wochen ein Verfahren patentieren lassen, dass die hinreichend bekannte Mustersperre mit einer Art „Kicklauncher“ kombiniert.

Unsere Frage an euch lautet heute etwas anders: denkt ihr, dass diese Funktionen Android beim Kampf um Marktanteile einen Vorteil verschaffen wird? Oder handelt es sich dabei um ein Gimmick mit geringem praktischen Nutzwert?

Quelle: AndroidNext.de

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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