Project Fi: Google will Mobilfunkanbieter werden

Redaktion 14. April 2015 2 Kommentar(e)

Google geht unter die Mobilfunker: Unter dem Codenamen „Project Fi“ arbeitet der Suchmaschinenbetreiber am Einstieg in den Mobilfunkmarkt. Vor allem Service soll bei Googles Angebot groß geschrieben werden – unter anderem sollen Kunden ihr nicht verbrauchtes Datenvolumen in den nächsten Monat mitnehmen können. 

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Die Analayse einer App, die die investigativen Kollegen von Android Police vollzogen haben, hat diese und andere Details ans Tageslicht gebracht. Die entsprechende Software soll unter dem Codenamen „Tycho“ entwickelt werden, die Hardware-Basis unter „Nova“. Die analysierte Anwendung entspricht in ihrer Funktionalität den Apps, die auch auch andere sogenannte „Mobile Virtual Network Operators“ besitzen und ermöglicht unter anderem das Bezahlen von Rechnungen oder die Verwaltung des Datenvolumens. Ebenfalls soll sich der Kunde mit der „Tycho“-App beim Google-Dienst anmelden und sogar eine neue Rufnummer bestellen können. Entsprechende Gerüchte vom Anfang des Jahres bestätigen sich damit. 

Komfortable Optionen

Bei Bedarf kann der Kunde sein nicht aufgebrauchtes Datenvolumen mit in den nächsten Monat nehmen, sodass dieses nicht – wie sonst üblich – verfällt. Ist das Guthaben bereits vorher aufgebraucht, kann der Kunde sich zum gleichen Preis neues buchen. Das Datenvolumen steht ferner allen Geräten, ob Smartphones oder Tablets, zur Verfügung, die der Kunde beim Google-Network besitzt. Mehrere Nummern und SIM-Karten soll Google jedem Kunden anbieten. Für jede SIM-Karte ist allerdings ein monatlicher Betrag fällig.

Offenbar will Google Kunden mit einem deutlichen Komfort-Plus von der Konkurrenz weglocken, denn der Wechsel zwischen den Geräten soll sogar ohne den Austausch der SIM-Karte funktionieren. Auf Wunsch können Anrufe und Textnachrichten direkt zum anderen Gerät weitergeleitet werden. Der bequeme Netzwechsel soll außerdem möglich sein, sodass sich Google Fi automatisch das Netz mit der besten Abdeckung aussucht. In den USA sollen dazu die Netze von Sprint und T-Mobile genutzt werden.

Analyse des Nutzerverhaltens

Dass Google mit seinem Mobilfunkangebot aber kein Samariter ist, zeigt sich an der Analyse des Nutzerverhaltens, die mit der Nutzung des Angebots angeblich einhergehen soll. So soll der Internetgigant, genauso wie bei YouTube oder GMail, das Nutzerverhalten analysieren und passende Werbung anzeigen. Für Datenschützer ist das mit Sicherheit ein fürchterlicher Gedanke. Andererseits weiß Google ohnehin schon alles über uns und wenn der Dienst tatsächlich deutlich günstiger als die Konkurrenz sein sollte, wäre das ein interessantes Angebot.

Noch ist unklar, wann der neue Dienst an den Start. Die passende Gelegenheit zur Markteinführung würde sich bei der Google I/O 2015 präsentieren, die Ende Mai im US-amerikanischen San Francisco stattfindet. Bis der Service, der angebliche Google Wireless heißen soll, auch nach Europa kommt, dürfte es aber wohl noch eine Weilchen dauern.

Was sagt ihr dazu? Würdet ihr zu Google als Mobilfunker wechseln, wenn ihr die Chance hättet?

Quelle: Android Police (via WinFuture)

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