Wegen Stagefright? Google und Samsung versprechen ab sofort schnellere Sicherheitsupdates

Redaktion 6. August 2015 0 Kommentar(e)

Eigentlich sind Sicherheitsl├╝cken gar nicht so tragisch: Im Gegensatz zu Hardwaredefekten k├Ânnen sie mit Hilfe von Patches ja relativ leicht gestopft werden. In der Android-Welt ist die Sache aber etwas komplizierter, da jeder Hersteller selbst f├╝r Security-Updates verantwortlich ist. Im Zuge des kritischen Stagefright-Exploits wollen Google und Samsung nun mit gutem Beispiel vorangehen und versprechen schnellere und l├Ąngere Updates.┬á

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Kommen wir zuerst zu Google, das f├╝r die hauseigene Nexus-Linie nun einen festen Updaterahmen vorgegeben hat. Zu den ├╝blichen Plattform-Aktualisierungen, also beispielsweise den Sprung von Android 5.0 auf Android 5.1, soll es fortan auch monatliche Sicherheitsupdates geben. Bereits gestern wurde gestartet und ein Update f├╝r die Smartphones Nexus 4, Nexus 5 und Nexus 6 sowie die Tablets Nexus 7, Nexus 9 und Nexus 10 ausgerollt. Auch der Nexus Player, Googles mit Android TV ausgestattete Smart TV-Box, erhielt ein Update. Neue Betriebssystemversionen verspricht Google au├čerdem f├╝r mindestens zwei Jahre nach Erwerb, sicherheitsrelevante Updates soll es mindestens drei Jahre geben oder 18 Monate, nachdem das fragliche Nexus-Ger├Ąt letztmalig im Google Store angeboten wurde.

Samsung mit Netzbetreibern im Gespr├Ąch

Auch Samsung widmet sich nun verst├Ąrkt dem Themen Sicherheit und hat ebenfalls angek├╝ndigt, sicherheitsrelevante Updates schneller auszurollen. Der s├╝dkoreanische Hersteller verriet im eigenen Unternehmensblog allerdings┬ánicht, mit welchen Methoden die schnellere Verteilung von Security-Updates bewerkstelligt werden soll. Immerhin sei man aber, so Samsung, mit Netzbetreibern im Gespr├Ąch, um den Prozess zu beschleunigen. Das ergibt Sinn, denn schlie├člich sind Telekom, Vodafone & Co. oftmals an Verz├Âgerungen schuld, da sie die Updates vorher intern testen m├╝ssen.

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Telekom stellt MMS-Versand um

Apropos Telekom: Aufgrund der Stagefright-Sicherheitsl├╝cke, die vor kurzem entdeckt wurden und von der sch├Ątzungsweise 94 Prozent aller Android-Nutzer betroffen sind, hat das Bonner Unternehmen den MMS-Versand umgestellt. Ab sofort werden die Multimedia-Nachrichten nicht mehr automatisch heruntergeladen, viel mehr erhalten Telekom-Nutzer nun folgende Botschaft: ÔÇ×Sie haben eine neue MMS. Sie k├Ânnen diese unter folgendem Link innerhalb von 3 Tagen herunterladen (mit Zugangsdaten wie Rufnummer und Passcode)ÔÇť. Im Anschluss k├Ânnen sich die Nutzer mit ihren Daten einloggen und die Nachricht abrufen. Auf der sicheren Seite sind sie┬ádamit zwar nicht, da die Nachricht weiterhin Schadcode enthalten kann, doch ein kleiner zus├Ątzlicher Schutz stellt diese Ma├čnahme allemal dar.

Eine Sicherheitsl├╝cke in der Android-Medienbibliothek Stagefright erm├Âglicht es Angreifern, ├╝ber MMS-Nachrichten gef├Ąhrlichen Programm-Code in das Smartphone einzuschleusen. (Grafik: Zimperium)

Vorsicht geboten

Im Allgemeinen sollten Android-Nutzer den automatischen Download von MMS abstellen, bis das Stagefright-Problem aus der Welt geschaffen wurde. In Google Hangouts ist das beispielsweise in den SMS-Einstellungen m├Âglich. Dar├╝ber hinaus, man muss einfach immer weider betonen, ist nat├╝rlich Vorsicht die Mutter der Porzellankiste: Keine MMS von unbekannten Absendern ├Âffnen und auch nicht arglos Multimedia-Dateien aus dem Netz herunterladen. Mit ein bisschen Vorsicht lassen sich auch in Zukunft die Stagefright-Klippen umschiffen.

Quelle: Google, Samsung, Telekom

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