Google Screenwise: Ein (un)moralisches Angebot?

Redaktion 10. Februar 2012 1 Kommentar(e)

Privatsphäre zu verschenken? Nicht doch, Google zahlt ja sogar dafür

Wer seine Seele Privatsphäre verkaufen will, der braucht künftig nicht mehr in Sagenbüchern herumzublättern: Denn zum Zwecke der Verbesserung der eigenen Produkte startet Google bald einen neuen Dienst namens Screenwise, mit dem das Surfverhalten der Nutzer beobachtet und ausgewertet werden soll – und alle Google Nutzer sind aufs Herzlichste eingeladen mit ihrer Privatsphäre daran teilzunehmen …

Google: We want YOU!

Allen Unkenrufen zum Trotz, sei bei dieser Gelegenheit doch darauf hingewiesen, dass die Teilnahme an diesem Dienst völlig freiwillig erfolgt, was schonmal einen kleinen Unterschied zu sagen wir Facebook und deren „Nutzerdaten-Zwangsbeglücklungs-Politik“ darstellt.  Es ist jedem insofern frei überlassen, ob er sich eine kleine Browser-Erweiterung installiert, die die besuchten Webseiten mitloggt und diese Daten im Anschluss an Google übermittelt.

Bis zu $25 an Gutscheinen vergibt Google für die Teilnahme. Welche Daten dabei aber wirklich gesammelt werden, steht in den Sternen.

Motivatorische Unterstützung

Selbstverständlich weiß man bei Google, dass jede Mühe auch ihren Preis hat. Daher besann man sich auch darauf eine monetäre Art der Danksagung für den wertvollen Beitrag zur Google’schen Produktverbesserung zu finden. In diesem Sinne erhält jeder Teilnehmer sodenn auch $5 für den erstmaligen Dienstbeitritt und den Download der Browsererweiterung und im Anschluss alle 3 Monate erneut 5$ für die Benutzung des Dienstes, womit sage und schreibe unglaubliche 25$ in die eigene Kasse fließen. Nun ja, fast, denn eigentlich handelt es sich jeweils nur um Amazon Geschenkgutscheine, aber die sind heutzutage ja ohnehin fast dasselbe.

Steckt Google die Nase vielleicht zu tief rein?

Völlig unklar ist, welche Daten Google über Screenwise sammeln möchte. Handelt es sich dabei nur um besuchte Webseiten oder doch um mehr? Die Google-eigene Ankündigung nicht nur die besuchten Seiten sondern auch die Art von deren Nutzung zu erfassen, sowie die bekannte Partnerschaft von Google zu Unternehmen, die sich auf die Echtzeit- und Tiefenanalyse von Nutzerdaten verstehen, lassen die Annahme befürchten, dass weit mehr als nur die besuchten Seiten als Information zu Google gelangen. Diesen Umstand sollten künftige Teilnehmer am Projekt bedenken, wenn ihnen die 25$ an Gutscheinen verlockend erscheinen sollten.

Quelle: Google

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