IFA 2015: R├╝ckblick auf eine Messe ohne richtiges Highlight

Redaktion 9. September 2015 0 Kommentar(e)

Nun ist sie also vorbei, die IFA 2015 in Berlin und nachdem sich der Messetrubel etwas gelegt hat, ist es Zeit einen R├╝ckblick zu wagen und den Stand der Technologiebranche zu bewerten.

Messe Berlin - IFA 2015 by K─ürlis Dambr─üns (CC BY 2.0) via Flickr

Messe Berlin – IFA 2015 by K─ürlis Dambr─üns (CC BY 2.0) via Flickr

Die IFA ist aus zwei Gr├╝nden toll: Zum einen hat man nahezu alle relevanten Hersteller und Produktneuheiten auf einem (recht gro├čen) Fleck und zum anderen tummeln sich auch viele Bloggerkollegen auf dem Messegel├Ąnde, mit denen man sich ein bisschen austauschen kann. Was aber in beiden F├Ąllen schnell deutlich wird ist eines: das gro├če Highlight hat auch in diesem Jahr gefehlt.

Die Einfallslosigkeit der gesamten Branche wird selten so deutlich, wie auf derart gro├čen und breitgef├Ącherten Messen wie der IFA. Die neu vorgestellten Smartphones von Sony sind toll verarbeitet und sehen sehr schick aus, keine Frage! Aber muss man ein 4K-Display in ein Smartphone quetschen, nur weil man es kann? Nein, Sony, muss man nicht. Der Technologie gelingt es schon im TV-Bereich nicht, richtiges Interesse bei den Konsumenten zu generieren. Bei den deutlich kleineren Smartphone-Displays ist die Grenze f├╝r viele Nutzer und Hersteller ohnehin schon bei QHD erreicht und ├╝berschritten, da muss man die v├Âllig ausreichende Full-HD-Aufl├Âsung bei Smartphones mit 5,5 Zoll-Displays nicht noch vervierfachen. Nicht nur, dass den Unterschied ohnehin kein menschliches Auge mehr wahrnehmen kann, diese werden sich auch schnell mit Tr├Ąnen f├╝llen, wenn man die Akkuanzeige im Sinkflug beobachtet.

Sony Xperia Z5, IFA 2015 by K─ürlis Dambr─üns (CC BY 2.0) via Flickr

Sony Xperia Z5, IFA 2015 by K─ürlis Dambr─üns (CC BY 2.0) via Flickr

Huawei hat mit dem Mate S ein sehr schickes und konkurrenzf├Ąhiges Smartphone vorgestellt, das vor allem durch den schnellen Fingerabdrucksensor auf der R├╝ckseite begeistert, mit dem sich auch durch die Galerie Scrollen l├Ąsst. Doch die gro├če Ank├╝ndigung der Force-Touch-Display-Technologie war ein Reinfall, da diese nur in wenigen Modellen verbaut wird und ob diese dann auch fl├Ąchendeckend verf├╝gbar sind, steht noch nicht fest. Klar, man wollte schneller sein als Apple, ist man aber leider am Ende nicht und steht dann irgendwie doof da. Schlimmer ist aber, dass dieser Marketing-Fail die ansonsten hervorragenden und spannenden Ger├Ąte Mate S und die Huawei Watch ├╝berschatten.

Und sonst so? Samsung hat sein Pulver schon im Vorfeld verschossen und somit nur bereits bekanntes gezeigt. ASUS macht nun einen auf Samsung und schmei├čt eine un├╝berschaubare Flut an Ger├Ąten auf den Markt ÔÇô irgendetwas wird schon h├Ąngenbleiben. Motorolas neue Moto360 ist ein sch├Ânes Ger├Ąt, hebt sich aber von der Ausstattung nicht von den Konkurrenzmodellen ab. Ein Problem, das allerdings alle neuen Android-Wear-Smartwatches betrifft. Und wo wir schon bei Wearables sind, die vernetzten, tragbaren Ger├Ąte sind einer der gro├čen Schwerpunkte der IFA gewesen.

Samsung Gear S2, IFA 2015 by K─ürlis Dambr─üns (CC BY 2.0) via Flickr

Samsung Gear S2, IFA 2015 by K─ürlis Dambr─üns (CC BY 2.0) via Flickr

Nahezu an jedem Stand fanden sich Smartwatches und Fitnesstracker aller Art, so dass man gar nicht mehr versuchen muss, den ├ťberblick zu behalten ÔÇô massive Unterscheidungsmerkmale sucht man auch hier vergeblich. Wie fit (oder eben nicht) man ist, tracken sie alle auf recht gleiche Art und Weise.

Samsung SmartThings, IFA 2015 by K─ürlis Dambr─üns (CC BY 2.0) via Flickr

Samsung SmartThings, IFA 2015 by K─ürlis Dambr─üns (CC BY 2.0) via Flickr

Auch der zweite gro├če Schwerpunkt auf dem Messegel├Ąnde konnte trotz Allgegenw├Ąrtigkeit keine Begeisterungsst├╝rme ausl├Âsen: Smart Home. Zwar haben viele Hersteller sehr spannende L├Âsungen f├╝r das vernetzte Haus gezeigt, doch scheint es, als w├╝rden sowohl Hersteller als auch Konsumenten noch in Lauerhaltung verharren und die Einf├╝hrung der Smart-Home-Plattformen von Google, Apple und Microsoft warten. Bei den Kunden herrscht zudem noch Unsicherheit im Bezug auf die Datensicherheit, auch wenn die Hersteller inzwischen immer wieder betonen, wie sicher die Daten doch bei ihnen sind. Abgesehen von ein paar tollen Ideen, stellt sich aber schon die Frage, wie viele smarte Gl├╝hbirnen und Wasserkocher wir eigentlich brauchen.
Aber diese anfangs erw├Ąhnte Einfallslosigkeit kann man nicht der IFA ankreiden, sie zieht sich derzeit durch die gesamte Industrie, die sich auf Evolution statt Revolution konzentriert. Auf der IFA wurde dieser Umstand nur erneut sehr deutlich. Vielleicht sollten wir als Nutzer aber auch einfach mal aufh├Âren jedes Jahr die unglaubliche Innovation zu erwarten und uns einfach mit den tollen Produkten zufrieden geben, die vorgestellt werden.

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