Report: Das war die IFA 2016

Peter Mußler 10. September 2016 0 Kommentar(e)

Im Schatten des Berliner Funkturms findet seit 2005 die Internationale Funkausstellung wieder jĂ€hrlich statt. Premiere feierte sie vor 92 Jahren 1924 ebenda, wenngleich der Turm erst zwei Jahre spĂ€ter gebaut wurde. Seitdem hat sich die Welt der Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik natĂŒrlich massiv verĂ€ndert, in Bezug auf den namengebenden Funk jedoch kann man von einer Renaissance sprechen.

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Back to the Funk

Einst waren Röhrenradios die angesagten und modernen Produkte – sie erhielten ihre Daten damals wie heute ĂŒber elektromagnetische Wellen. Nach dem Krieg eroberten dann zwar Antennen-Fernseher die Messehallen, alsbald verlagerte sich der Datenstrom aber auf das Kabel oder der Fluss versiegte ganz und gar, als DatentrĂ€ger wie Kassette und CD eingefĂŒhrt wurden. Und selbst mit dem Aufkommen des Internets in den 90er Jahren, als Informationen nicht mehr lokal abgespeichert, sondern ĂŒber das Netz abrufbar wurden, war das (Telefon-)Kabel noch ĂŒbermittelndes Medium Nummer 1.

hErst als die Handywelle ĂŒber die Weltschwappte und ganz besonders als die Smartphones ihren Siegeszug antraten, wurde der Funk wieder salonfĂ€hig. Und das ist durchaus wortwörtlich zu verstehen. Es geht nĂ€mlich nicht nur um die gesteigerten mobilen Bandbreiten, die mit UMTS und LTE praktische Dimensionen annahmen, sondern auch die RĂŒckeroberung des Wohnraums durch die Funkwelle. Zwar geht es heute nicht mehr um Radios, doch um WLAN-Router und vor allem die Vernetzung des ganzen Hauses. Zwischen NFC fĂŒr die Koppelung, Bluetooth fĂŒr die Übertragung von ĂŒberschaubaren und WiFi fĂŒr die von grĂ¶ĂŸeren Datenmengen ist der Funk so prĂ€sent wie nie. Back to the roots also nach fast einem ganzen Jahrhundert.

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Kameras zwischen User und Netz

Aber werden wir konkret: Die Evolution der Funkstandards ermöglicht das schnelle Übertragen von großen Datenmengen. Dadurch wird es z.B. möglich, dass das Live-Kamerabild einer Drohne auf Smartphone oder Tablet ­geworfen werden, man die Libelle aber zugleich auch ohne Verzögerung steuern kann.

Technologien wie LTE waren Voraussetzung, dass mobile Kameras ihre Bilder und Videoaufnahmen direkt ins Internet streamen. Und auch die ganze Reihe von Gadgets, die wir am Körper tragen (z.B. Fitnesstracker, Smartwatches, Bluetooth-Kopfhörer), wĂŒrde ohne die unsichtbaren Radiowellen nichts weiter sein als Schmuck. Bald wird auch die Bezahlung kontaktfrei ĂŒber die Luft abgewickelt werden. Man kann also sagen, es funkt ganz schön in unserer neuen Welt und auf der IFA 2016 noch viel mehr als im Jahre 1924.

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschĂ€ftigt er sich gerne mit formschönen GerĂ€ten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes AlugehĂ€use. Als Redakteur fĂŒr die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.