Microsoft wettert mit Fan-Artikeln gegen Google

Redaktion 22. November 2013 4 Kommentar(e)

Microsoft wirft mit Dreck: Im eigenen Onlineshop bietet der Konzern ab sofort Anti-Google-Fanartikel zum Kauf. Wie tief kann man noch sinken? „Ich soll dich vom Niveau grüßen, ihr seht euch ja so selten“, fiel mir so spontan ein, als ich von Microsofts neustem Streich in der wenig kreativen Anti-Google-Kampagne des Konzerns gelesen habe. Seit neustem bietet Microsoft Fan-Artikel im eigenen Onlineshop an, die sich gegen die Konkurrenz aus Mountain View richten. Man baut also nicht nur die Schmutzkampagne gegen Google aus, man möchte auch an ihr verdienen. Ein neuer Tiefpunkt.

Vor einem Jahr hatte Microsoft seine „Don’t get Scroogled“-Kampagne, ein Wortspiel aus „Screw up“, was so viel wie Mist bauen bedeutet und dem Namen von Google, gestartet. Damals hat Microsoft behauptet, Google würde die Suchergebnisse zum Onlineshopping verkaufen, während Bing eine „ehrliche Suche“ anbiete oder mit tendenziösen Werbespots gegen Google Mail geschossen.

Einen dieser berühmt berüchtigten Werbespots könnt ihr hier sehen:

Doch damit scheint man sich in Redmond nicht mehr zufrieden zu geben und holt jetzt die ganze große Drecks-Schleuder heraus. Mit Kaffeetassen, Baseballcaps, verschiedenen T-Shirts und einem Hoodie bietet der Onlineshop jetzt alles an, was das Google hassende Herz so begehrt. „Schön ruhig bleiben – während wir deine Daten stehlen“, steht dann zum Beispiel auf der Kaffeetasse unter einem Chrome-Logo. Eine riesige Spinne soll in einem anderen Motiv die angebliche Datengier Googles symbolisieren. Die passende Überschrift dazu: „Komm ins Netz.“

Kaffeetasse mit Google-Hetze: Microsofts Anti-Google-Fanartikel. (Bild: Microsoft Onlinestore/Screenshot)

Kaffeetasse mit Google-Hetze: Microsofts Anti-Google-Fanartikel. (Bild: Microsoft Onlinestore/Screenshot)

In der Netzgemeinde hat sich Microsoft mit dieser Kampagne natürlich keine großen Freunde gemacht. Spitz wird auf die Doppelmoral des Windows-Konzers verwiesen: so sichert sich Microsoft in den Nutzungsbedingungen u.a. das Recht zu, „gelegentlich mithilfe von automatisierten Verfahren Informationen aus E-Mail-Nachrichten, Chats oder Fotos filtern“ zu können, um gegen Spam vorzugehen oder seine Produkte weiterzuentwickeln. Oder kurz: auch Microsoft liest in den E-Mails seiner Nutzer.

Davon, dass Microsoft eng mit der NSA zusammenarbeitet und amerikanischen Sicherheitsbehörden vorab Sicherheitslücken in den eigenen Produkten meldet, damit diese leichter in Netzwerke und Computer eindringen können, ganz zu schweigen.

Wer im Glashaus sitzt, sollte ja bekanntlich nicht mit Steinen schmeißen. Microsoft sitzt aber nicht nur im Glashaus, sondern hat dort einen Dauer-Mietvertrag. Das von Bill Gates gegründete Unternehmen sollte sich mal lieber darauf konzentrieren, seine eigenen Produkte, von Windows Phone über Bing bis hin zum verpfuschten Windows 8, zu verbessern. Ansonsten kann man noch so sehr die Konkurrenz anschwärzen – die Nutzer werden weiterhin flüchten.

Was meint ihr zu den Fan-Artikeln: Kreativ oder peinlich? 

Quelle: Golem.de, Welt.de

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