Gefahr im Straßenverkehr: Auch FußgĂ€nger lassen sich durch das Verwenden von Smartphones ablenken

Hartmut Schumacher 1. November 2015 0 Kommentar(e)

Beim Überqueren der Straße auf dem Smartphone SMS-Nachrichten lesen oder gar Videos anschauen: Ist das wirklich eine gute Idee? 57 Prozent der Smartphone-Nutzer sagen: Ja.
Auch interessant: Die BeschĂ€ftigung mit SMS-Nachrichten am Steuer eines Autos ist gefĂ€hrlich – auch wenn du sie diktierst, statt sie zu tippen

57 Prozent der Smartphone-Besitzer verwenden ihr Mobiltelefon zumindest gelegentlich an Ampeln, Zebrastreifen oder beim sonstigen Überqueren der Straße. (Foto: Ford)

57 Prozent der Smartphone-Besitzer verwenden ihr Mobiltelefon zumindest gelegentlich an Ampeln, Zebrastreifen oder beim sonstigen Überqueren der Straße. (Foto: Ford)

Oft können wir (aus gutem Grund) ĂŒber die Gefahren lesen, die entstehen, wenn Autofahrer sich beim Lenken ihres Autos mit ihrem Smartphone beschĂ€ftigen. Aber auch FußgĂ€nger lassen sich durch ihre Mobiltelefone ablenken.

Der Fahrzeughersteller Ford hat zu diesem Thema eine europaweite Umfrage unter 10.022 Menschen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: 57 Prozent der befragten Smartphone-Nutzer gaben an, ihr Mobiltelefon gelegentlich an Ampeln, Zebrastreifen oder beim sonstigen Überqueren der Straße zu verwenden. Immerhin noch 47 Prozent benutzen das GerĂ€t in solchen Situationen zum Telefonieren.

32 Prozent aller befragten Personen hören beim Überqueren von Straßen Musik, 14 Prozent beschĂ€ftigen sich mit SMS-Nachrichten, 9 Prozent surfen im Internet, 7 Prozent greifen auf soziale Netze zu und jeweils 3 Prozent verwenden Spiele oder schauen sich Videos an.

YOLO auf dem Zebrastreifen

Vor allem Menschen zwischen 18 und 24 Jahren leben gerne riskant: 86 Prozent von ihnen haben bereits Mobiltelefone oder Ă€hnliche GerĂ€te beim Überqueren der Straße verwendet. 22 Prozent von ihnen gaben in der Umfrage sogar an, bereits einen Unfall oder zumindest einen Beinahe-Unfall beim Überqueren der Straße erlitten zu haben. Generell sind in Europa VerkehrsunfĂ€lle die hĂ€ufigste Todesursache in der Altersgruppe der 18- bis 24-JĂ€hrigen.

„Es ist eine Sache, auf dem BĂŒrgersteig mit Kopfhörer Musik zu hören – aber beim ersten Schritt auf die Straße werden Textnachrichten oder Internetsurfen zu einer realen Gefahr“, kommentiert dies Jim Graham, Manager von Ford DSFL (Driving Skills for Life).

„Die Anzahl tödlich verunglĂŒckter FußgĂ€nger steigt ĂŒberproportional stark an“, ergĂ€nzt Sarah Sillars, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des britischen Institute of Advanced Motorists. „Umso wichtiger ist ein besseres VerstĂ€ndnis des FußgĂ€ngerverhaltens. Dabei geht es weniger um die Identifizierung von Schuldigen, als vielmehr um die Reduzierung von Unfallzahlen – alle Verkehrsteilnehmer mĂŒssen aufeinander achten und stets auch auf unberechenbare Situationen vorbereitet sein.“

Sarah Sillars, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des britischen Institute of Advanced Motorists: „Die Anzahl tödlich verunglĂŒckter FußgĂ€nger steigt ĂŒberproportional stark an.“ (Foto: Institute of Advanced Motorists)

Sarah Sillars, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des britischen Institute of Advanced Motorists: „Die Anzahl tödlich verunglĂŒckter FußgĂ€nger steigt ĂŒberproportional stark an.“ (Foto: Institute of Advanced Motorists)

Mehr Sicherheit durch Fahrer-Assistenz-Systeme

Die meisten der Befragten rĂ€umten in der Umfrage ein, dass ihr Verhalten gefĂ€hrlich sei. 60 Prozent sagten jedoch, sie wĂŒssten, dass Fahrzeuge mit halbautonomen Fahrer-Assistenz-Technologien UnfĂ€lle verhindern oder zumindest abmildern können. Diese Tatsache ließe sie sich sicherer fĂŒhlen.

Gerne weist Ford natĂŒrlich darauf hin, dass zu diesen Fahrer-Assistenz-Technologien auch der „Pre-Collision-Assist“ mit FußgĂ€nger-Erkennung zĂ€hlt, der derzeit bereits fĂŒr die Ford-Baureihen Mondeo, S-Max und Galaxy verfĂŒgbar ist. Dieses System verwendet die Informationen von einer Frontkamera und von Radarsensoren, um FußgĂ€nger auf oder neben der Straße zu identifizieren. Wenn das System eine wahrscheinliche Kollision erkennt, zeigt es eine Warnung auf der Frontscheibe des Fahrzeugs an und lĂ€sst auch einen akustischen Hinweis erklingen. Falls das System dagegen eine bevorstehende Kollision erkennt, bereitet es das Bremssystem vor – und bremst automatisch ab, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert.

Der „Pre-Collision-Assist“ von Ford erkennt bevorstehende ZusammenstĂ¶ĂŸe mit FußgĂ€ngern – und versucht sie zu verhindern. (Foto: Ford)

Der „Pre-Collision-Assist“ von Ford erkennt bevorstehende ZusammenstĂ¶ĂŸe mit FußgĂ€ngern – und versucht sie zu verhindern. (Foto: Ford)

Quellen: Ford, Ford

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren fĂŒr eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nĂŒtzliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person ĂŒber sich selbst.