Android in Not? Technik-Experte sieht 2015 drei große Gefahren fĂŒr Android

Redaktion 6. Februar 2015 3 Kommentar(e)

Der Aufstieg Apples, eine Rebellion von Samsung und großflĂ€chige Android-Forks: Diese drei Gefahren sollen auf Android im Jahr 2015 lauern, meint Leo Sun. Wir beleuchten die Argumente des Technologie-Experten und beantworten die Frage, ob sich Android tatsĂ€chlich warm anziehen muss. 

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In der Medienlandschaft gibt es, das ist kaum zu verleugnen, fast nur noch Extreme. Bestes Beispiel ist derzeit vielleicht Bayern MĂŒnchen: Vor dem Start der RĂŒckrunde wurde der Rekordmeister in den Himmel gelobt. Die Meisterschaft, so konnte man landauf- und landab lesen, wĂ€re auf Jahre hin schon entschieden; die „unbesiegbaren Bayern“ wĂŒrden die Bundesliga „langweilig“ machen. Jetzt, nachdem die MĂŒnchner einmal verloren und einmal ein Unentschieden herausgespielt haben, wird plötzlich das System von Trainer Pep Guardiola angezweifelt, Xiabi Alonso kritisiert und fehlender Ehrgeiz vermutet. Wie schnell sich die gefĂŒhlte Stimmungslage doch Ă€ndern kann.

Gleiches gilt fĂŒr das KrĂ€fteverhĂ€ltnis zwischen dem iPhone und Android. Nach dem Tod von Steve Jobs wurde Apple ein langsamer Untergang vorhergesagt. In den Augen der Analysten sei der kalifornische Hersteller nicht mehr innovativ genug. Android hingegen, mit seinem offenen Ansatz und dutzenden Herstellern, die fĂŒr jeden Geschmack und jeden Geldbeutel das passende Smartphone anbieten, wĂŒrde andererseits die Branche auf Jahre dominieren und Google den Thron des unbestrittenen Smartphone-Königs sichern. Jetzt, nachdem Apple den grĂ¶ĂŸten Quartalsgewinn in der Wirtschaftsgeschichte eingefahren hat und Samsung mit sinkenden Marktanteilen kĂ€mpft, wird beinahe schon ein Abgesang auf Android eingestimmt.

Gefahr Nummer 1: Der Aufstieg Apples

So sieht etwa Leo Sun, selbsternannter Technologie-Experte, drei große Gefahren, die 2015 auf Android lauern. ZunĂ€chst der „alarmierende“ Aufstieg Apples. Im vierten Quartal hĂ€tten Apple und Samsung, beruft sich Sun auf Zahlen von Strategy Analytics, jeweils 74,5 Millionen Smartphones an den Mann gebracht und damit beide einen Anteil von 20 Prozent errungen. Doch wĂ€hrend Apples Verkaufszahlen steigen (im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent), fallen die von Samsung (Minus 13 Prozent). Das kann laut Sun kein gutes Zeichen fĂŒr Android sein, da Samsung der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Hersteller von Android-Smartphones sei. Was der angebliche Experte aber nicht erwĂ€hnt: Das Android-Universum besteht nicht nur aus Samsung. Der sĂŒdkoreanische Hersteller hat zwar tatsĂ€chlich Marktanteile verloren, dafĂŒr konnten aber andere Hersteller – etwa LG oder Xiaomi – ihre Anteile steigern. Insgesamt dominiert Android immer noch die Smartphone-Landschaft: mehr als 81 Prozent aller im Jahr 2014 verkauften Smartphones laufen auf Android, Apples iOS landet mit 15 Prozent auf einem abgeschlagenen zweiten Platz. Lediglich die Verteilung innerhalb des Android-Lagers hat sich also verĂ€ndert.

Gefahr Nummer 2: Samsungs Rebellion

Die zweite Gefahr, die Leo Sun sieht, sei eine„offene Rebellion“ Samsungs. Hier fĂŒhrt der „Experte“ beispielsweise das Betriebssystem Tizen an, das Samsung entwickelt oder auch die vielen Pendants, die Samsung zu den eigenen Google-Diensten anbietet. Auch hier lĂ€sst Sun aber so einiges unter den Tisch fallen: Derzeit, nach unzĂ€hligen VerspĂ€tungen, gibt es gerade mal ein Tizen-Smartphone auf dem Markt, das nur in Indien zu kaufen ist. Die auf Tizen basierenden Gear-Smartwatches von Samsung sind auch nicht als Verkaufsschlager bekannt und ob das OS in TV-GerĂ€ten Anklang findet, wie Samsung aktuell plant, muss sich auch erst einmal zeigen. Die Pendants, die Samsung zu den bekannten Google-Apps anbietet, liegen außerdem wie das sprichwörtliche Blei in den Regalen und werden von der ĂŒberwĂ€ltigenden Mehrheit der User nicht genutzt. Ende vergangenen Jahres wurde beispielsweise der Music Hub und der eigene Messenger ChatON eingestellt.

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Gefahr Nummer 3: Android Fork

Dritter und letzter Punkt auf der eingebildeten „Liste der Gefahren“ ist ein möglicher Fork Androids. Dabei geht es darum, das offene Betriebssystem zu nehmen, es von den Google-Services zu befreien und stattdessen eigene Dienste zu implementieren. Amazon macht das etwa bei seinen Kindle Fire-Tablets: Dort lĂ€uft zwar Android, aber in einer stark modifizierten Form. Play Store, Chrome, Google Maps usw. wurden durch Amazon-Dienste ersetzt. So etwas könnte, spekuliert Sun, in Zukunft öfter geschehen und verweist auf China, wo Android-Forks Gang und GĂ€be sind. Diese Forks kann Google nicht monetarisieren, da die Dienste des Suchmaschinenbetreibers nicht auf den GerĂ€ten installiert sind. In der Theorie kann ein grĂ¶ĂŸerer Android-Fork, etwa wenn Hersteller wie Samsung oder LG die treibende Kraft sind, eine Gefahr darstellen – praktisch aber nicht. Google hat immer noch den Play Store in der Hand, der trotz Möglichkeit zum Sideload von Anwendungen fĂŒr 99 Prozent der User immer noch erste Anlaufstelle in Sachen Apps ist. Ein Smartphone kann technisch noch so gut sein – gibt es nicht genĂŒgend Apps, die auch Nischen abdecken, wird es sich nicht verkaufen. Davon können zum Beispiel Lumia-Smartphones ein Liedchen singen. Solange Google also die FĂ€den im Play Store in der Hand hat, ist die Gefahr, die aus einem Fork ausgeht, nur sehr gering.

Was sagt ihr zu den Gefahren? Seht ihr vielleicht selbst welche? Und wenn ja, welche wÀren das? 

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