Erfinder der Lithium-Ionen-Batterie tüftelt an neuem Akku-Typ

Michael Derbort 9. März 2017 Kommentare deaktiviert für Erfinder der Lithium-Ionen-Batterie tüftelt an neuem Akku-Typ Kommentar(e)

Im Moment ist noch schwer zu entscheiden, was der Teil dieser Meldung ist, der mehr Begeisterung hervorrufen soll: Wir reden hier von einem Akku, der leistungsfähiger, leichter, schneller zu laden und billiger in der Herstellung sein soll. Wir reden aber auch von seinem Erfinder, der im zarten Alter von 94 Jahren für diese Neuentwicklung entscheidend verantwortlich ist. Aber der Reihe nach.

Bild: Cockrell School of Engineering

Bild: Cockrell School of Engineering

Forschergeist im hohen Alter

Bei dem rüstigen Herrn oben im Bild handelt es sich um John B. Goodenough. Er ist 94 Jahre alt und gilt als der Erfinder des Lithium-Ionen-Akkus, ohne den Smartphones, Laptops und E-Mobility heutzutage faktisch undenkbar wären. Falls jemand jetzt auf die ulkige Idee kommt, seine Umgebung mit Wortspielen aus seinem Namen zu erheitern: Viel Spaß! Spaßvögel dieser Art dürfen in Anbetracht des Folgenden auch gerne weiterwitzeln, denn geboren wurde der unermüdliche Forscher 1922 in der Glasstadt Jena.

Goodenough hat jetzt nämlich wieder zugeschlagen: Er entwickelte einen Akku, der auf der Basis von Glas-Elektrolyten und Alkali-Metallen basiert (yo, Glas und Jena … angekommen?). Dieses neue Konzept beinhaltet gleich mehrere Highlights: Dieser Akku macht bei Temperaturen von -20 bis +60 Grad definitiv nicht schlapp, verkraftet gut und gerne 1.200 Lade- und Entlade-Vorgänge, verfügt über die dreifache Kapazität, greift auf Rohstoffe zurück, die massenhaft vorhanden sind, die Akkus sind leichter, billiger in der Herstellung und zu guter Letzt können sie in wenigen Minuten wieder vollständig geladen werden.

Wer jetzt sofort Amazon bemüht, um dergleichen zu ordern, der muss leider enttäuscht werden. Im Moment befinden sich diese Akkus noch in Entwicklung. Der Lithium-Ionen-Akku hatte auch 12 Jahre bis zur Marktreife gebraucht. Geduld ist also noch gefragt. Das Team rund um Goodenough ist allerdings sehr zuversichtlich, bald wirklich brauchbare Ergebnisse liefern zu können.

Der Pionier selbst möchte seine Forschungen direkt der Industrie zur Verfügung stellen. Er selbst sagt: „Ich bin 94. Ich brauche das Geld nicht.“. Chapeau!

Quelle: DigitalTrends

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen

Kennst du schon unsere Magazine?

Alle Magazine anzeigen