Erschreckend: Wie fehlerhafte Ortungsdienste ein junges PĂ€rchen zu Handy-Dieben macht

Redaktion 25. Januar 2016 0 Kommentar(e)

Plötzlich klingelt es an der TĂŒr – doch dieses Mal ist es nicht der Nachbar, der wegen der Treppenhausreinigung nervt, sondern die Polizei, die nach gestohlenen Smartphones sucht. Was sich nach einem schlechten Scherz anhört, wird immer öfter RealitĂ€t. Der Grund: Googles Android-GerĂ€temanager oder Apps wie „Find my iPhone“, die Bestohlene aufgrund von falschen GPS-Daten zu unbescholtenen BĂŒrgern locken. 

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Android_GerÀtemanager

Teuer sind sie, unsere Smartphones. Wer sein neues Mobiltelefon nicht als Zugabe im Rahmen eines 24-Monats-Vertrags erhĂ€lt, muss fĂŒr aktuelle High-End-GerĂ€te mindestens 500 Euro und mehr ausgeben. Allzu verstĂ€ndlich also, dass man sich vor dem Verlust schĂŒtzen möchte. Googles Android-GerĂ€temanager erlaubt beispielsweise das Orten des verlorenen oder gestohlenen Lieblings, ebenso Apples „Find my iPhone“-Funktion. Die Dienste nutzen dabei GPS- oder WLAN-Daten, um das GerĂ€t ausfindig zu machen.

Kein klassisches Gangster-PĂ€rchen

Dass solche Signale aber nicht immer zuverlĂ€ssig sind, mussten Christina Lee and Michael Saba aus Atlanta erfahren. Nicht einmal einen Monat, nach dem sie in ihr neues Haus gezogen waren, begann ihr Alptraum. Wieder und wieder tauchten verĂ€rgerte Menschen vor ihrer HaustĂŒre auf und verlangten, dass das Paar ihre gestohlenen Smartphones herausgibt. Allein in diesem Jahr, 2016 ist bekanntermaßen nicht einmal einen Monat alt, gab es bereits zwei Besuche. Nun wirken Lee und Saba nicht als klassisches Gangster-PĂ€rchen – sie ist Jorunalistin, er arbeitet als Ingenieur. Doch aufgrund von fehlerhaften Tracking-Diensten gelangen die beiden immer wieder ins Visier von Menschen, die bei ihnen ihre gestohlene Handys vermuten.

Zwar kann das PĂ€rchen den meisten Besuchern glaubhaft versichern, dass es sich um ein MissverstĂ€dnis handelt. Gut ein Viertel der bestohlenen Smartphone-Besitzer bleiben aber auch nach den Beteuerungen misstrauisch. „Meine grĂ¶ĂŸte Angst ist, dass uns irgendjemand gewalttĂ€tiges deswegen aufsucht“, so Christina Lee gegenĂŒber dem Internetmagazin Fusion. Aber auch die Polizei ist nicht zimperlich: Einmal wurde nicht nur ein verlorenes Smartphone gesucht, sondern auch ein junges MĂ€dchen – aufgrund der falschen GPS- und WLAN-Signale tauchten die GesetzeshĂŒter dann vor der TĂŒr des PĂ€rchens und durchsuchten im Anschluss das Haus.

Kein roter Faden ersichtlich

Einen roten Faden bei den verlorenen oder gestohlenen Mobiltelefonen scheint es im Übrigen nicht zu geben. Sowohl iPhones als auch Android-Smartphones waren bereits dabei, ebenso wie GerĂ€te von T-Mobile, AT&T, Sprint und anderen Netzbetreibern. Apropos: Die Netzbetreiber wissen nicht, woran es liegt und können dem jungen PĂ€rchen nicht helfen. Selbst Experten, die Christina Lee and Michael Saba beauftragten, sind ratlos.

Bis auf Weiteres wird die Odyssee der beiden wohl also weitergehen. Allen, die Googles Android-GerĂ€temanager, Apples „Find my iPhone“ oder Ă€hnliche Dienste benutzen, sollte die Geschichte aber eine Lehre sein, dass man sich nicht immer blind auf Technik verlassen kann.

Quelle: Fusion

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