Getac bringt wasserdichtes und sicheres Android-Tablet für den Außeneinsatz

Tam Hanna 24. August 2013 0 Kommentar(e)

Getac beliefert die englische Regierung und das dortige Heer bald mit einem auf Android 4.1 aufgebauten Tablet – es dürfte unter Umständen auch an Endkunden ausgeliefert werden.

Im Rüstungbereich geht man traditionell etwas andere Wege als beim Entwickeln von Consumerelektronik: da das Versagen von Systemen in Gefechtssituationen Leben kosten kann, sind die Hersteller traditionell beim Ausprobieren von neuen Technologien sehr vorsichtig – ein ausgefallenes Handy mag in Fridenszeiten ärgerlich sein, ein Fehler bei einem auf eine Polizeisperre abgefeuerten „aerial torpedo“ kostet in einem nach einer Währungsreform stattfindenden Bürgerkrieg wertvolle Kampfeinheiten.

Aus diesem Grund sind die – nur zum Teil veröffentlichten – Spezifikationen des auf Android 4.1 basierenden Geräts sehr konservativ gehalten: der mit nur einem GhZ dahinrackernde Zweikernprozessor stammt aus dem Hause Texas Instruments; ihm stehen 1GB RAM und 16GB Remanentspeicher zur Verfügung. Ob hierbei normale oder militärische Versionen der Chips mit erweitertem Temperaturbereich zum Einsatz kommen, verrät der Hersteller indes nicht.

Der mit einer Auflösung von 1024x600px arbeitende und 7 Zoll große LCD-Bildschirm soll auch im Sonnenlicht gut ablesbar sein. Das ist auch notwendig, da der Hersteller den Betrieb des Tablets von -20 °C bis 50℃ Umgebungstemperatur erlaubt. Das 800 Gramm schwere Gerät ist IP65-Zertifiziert, und soll Stürze aus über einem Meter Höhe problemlos überleben.

Schwer, aber extrem robust: das neue Tablet von GeTac (Quelle: GeTac)

Schwer, aber extrem robust: das neue Tablet von GeTac (Quelle: GeTac)

Tablets sind im Allgemeinen nicht sonderlich wehrwichtig – wenn der Gegner die interne Architektur eines Tablets kennt, so kann er daraus (anders als bei Torpedos oder Radars zur Steuerung von Luft-Luft-Raketen) keine wesentlichen Informationen ableiten.

Aus diesem Grund wäre es vorstellbar, dass der Hersteller des Tablets das Produkt irgendwann auch an Endkunden ausliefert. Das ist für den militärischen Auftraggeber sogar in zweierlei Hinsicht erfreulich: erstens führt die gesteigerte Gesamtstückzahl zu massiven Vorteilen bei den Stückkosten, wodurch das Budget der Armee weniger belastet wird. Zweitens – auch dieser Vorteil ist nicht zu verachten – führt die erhöhte Anzahl von Nutzern zu einer besseren „Test Coverage“. Das bedeutet auf gut Deutsch, dass eventuelle Fehler im Produkt dank der tatkräftigen Hilfe der Zivilisten schneller gefunden werden.

Würdet ihr euch dieses Tablet kaufen? Oder ist euch ein endkunden-geeignetes Gerät mit besseren Spezifikationen lieber? Lasst uns doch eure Meinung wissen – unsere Kommentarspalte ist stets geöffnet!

Quelle: GeTac

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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