Keine Zauberei: Samsung lässt Lastwagen durchsichtig werden – um die Verkehrssicherheit zu erhöhen

Hartmut Schumacher 22. Juni 2015 1 Kommentar(e)

Monitore an Lastwagen und automatischer Datenaustausch zwischen Fahrzeugen sollen in Zukunft die Anzahl von Verkehrsunfällen reduzieren.
Auch interessant: Mehr Sicherheit im Straßenverkehr dank durchsichtiger Fahrzeugsäulen und Geisterautos

Samsungs „Safety Truck“ zeigt auf einer Videowand an der Rückseite des Lastwagens Echtzeitvideobilder an, die eine Kamera an der Vorderseite des Fahrzeugs aufnimmt. (Foto: Samsung)

Samsungs „Safety Truck“ zeigt auf einer Videowand an der Rückseite des Lastwagens Echtzeitvideobilder an, die eine Kamera an der Vorderseite des Fahrzeugs aufnimmt. (Foto: Samsung)

Samsungs „Safety Truck“-Projekt soll den Straßenverkehr revolutionieren – indem es Unfälle verhindert, die beim Überholen von Lastwagen entstehen. Bei dem Safety Truck handelt es sich um einen Lastwagen, an dessen Vorderseite eine Kamera angebracht ist, die ihre Bilder an eine Videowand schickt, die aus vier Monitoren an der Rückseite des Fahrzeugs besteht. Diese Konstruktion erlaubt es Autofahren hinter dem Lastwagen, die Straßensituationen wahrzunehmen, die normalerweise von dem Lastwagen verdeckt werden.

Dadurch kann der Autofahrer besser entscheiden, wann der richtige Moment gekommen ist, um den Lastwagen zu ĂĽberholen. DarĂĽber hinaus verringert die VideoĂĽbertragung die Wahrscheinlichkeit, dass der Autofahrer von einem unvorhergesehenen Bremsvorgang des Lastwagens (wegen eines Unfalls oder wegen eines Tiers auf der StraĂźe) ĂĽberrascht wird.

Verwirklicht wurde das Projekt in Argentinien von Samsung und der Werbeagentur Leo Burnett. Die Testphase ist inzwischen beendet, und nach Angaben von Samsung konnte das Projekt unter Beweis stellen, dass diese Technologie funktioniert und dass die Idee dazu geeignet ist, Menschenleben zu retten.

Der nächste Schritt des Projekts besteht darin, Tests durchzuführen, die die nationalen Richtlinien in Argentinien berücksichtigen, um die notwendigen Genehmigungen und Freigaben zu erhalten.

In Zukunft sollen Fahrzeuge automatisch untereinander Informationen austauschen, die es den Fahrern ermöglichen, sich rechtzeitig auf gefährliche Verkehrssituationen einzustellen. (Foto: Toyota)

In Zukunft sollen Fahrzeuge automatisch untereinander Informationen austauschen, die es den Fahrern ermöglichen, sich rechtzeitig auf gefährliche Verkehrssituationen einzustellen. (Foto: Toyota)

Car-to-Car-Communication

Noch weitergehend ist das Konzept der „Car-to-Car-Communication“ (auch „Vehicle-to-Vehicle-Communication“ genannt). Dabei tauschen die Fahrzeuge automatisch untereinander Informationen aus unter anderem über Geschwindigkeit, Position, Lenkwinkel und Bremsvorgänge. Das ermöglicht es den Fahrern, sich frühzeitig auf gefährliche Verkehrssituationen einzustellen. Derzeit arbeiten Hersteller wie Volkswagen, BMW, Daimler, Audi, Volvo, Toyota und General Motors an entsprechenden Techniken.

Die National Highway Traffic Safety Administration in den USA schätzt, dass durch Car-to-Car-Communication die Anzahl von Verkehrsunfällen um bis zu 80 Prozent gesenkt werden könne. Voraussichtlich soll in den USA der Einsatz dieser Technik für Neufahrzeuge bereits 2017 verpflichtend werden.

Quellen: Samsung, Leo Burnett, National Highway Traffic Safety Administration, Toyota

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen
pic_HS

Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.