LG G Flex enttäuscht im Drop Test

Tam Hanna 24. November 2013 1 Kommentar(e)

Im Rahmen der Vorstellung von Telefonen mit flexiblen Bildschirmen wurden die Hersteller nicht müde, die gesteigerte Robustheit der resultierenden Geräte anzupreisen. Leider scheint das nicht unbegrenzt zuzutreffen…

Ein Analyst der amerikanischen Website AndroidAuthority ergriff ein LG G Flex, und warf es dreimal auf den Boden. Der erste Einschlag erfolgte von vorne, der zweite seitlich und der dritte mit dem Rücken voran. Das Resultat der Mühen ist in der Abbildung gezeigt – schon nach dem seitlichen Aufprall zeigte das Deckglas Probleme, die beim dritten hinterseitigen Aufprall noch gravierender wurden:

Nach dem intimen Kontakt mit dem Boden sieht das G Flex nicht mehr sonderlich gut aus (Bildquelle; AndroidAuthority)

Nach dem intimen Kontakt mit dem Boden sieht das G Flex nicht mehr sonderlich gut aus (Bildquelle; AndroidAuthority)

Quasi nebenbei testete der gute Mann auch die Selbstheilungskräfte der Rückwand. LG versprach, hier einen neuen Baustoff einzusetzen, der Kratzer im Laufe der Zeit verschwinden lässt. Das Endresultat davon war gemischt: kleine Kratzerchen verschwanden, während große Schrammen auch nach einigen Stunden noch gut sichtbar waren.

Aus physikalischer Sicht lässt sich dieses Ergebnis durchaus nachvollziehen. Die Biegbarkeit hilft bei einem Schlag von der Seite nur sehr begrenzt – die Stoßenergie geht direkt in Richtung der einzelnen Fasern des Schirms, die sie durch Biegung nicht wirklich abtragen können.

Da der eigentliche LCD des Geräts auch nach allen Crashes noch problemlos funktionierte, hat der Hersteller sein Versprechen sogar eingehalten. Bei sorgfältiger Betrachtung des Bilds fällt nämlich auf, dass der eigentliche Bildschirm nach wie vor Inhalte anzeigt und nicht die klassischen Bruchlinien präsentiert. Der Ausfall entstand hier nur durch die Deckplatte, die mit den auf sie wirkenden Kräften überfordert war und zu Bruch ging.

Wenn LG die Deckplatte nicht an das Display klebt, dürfte die Reperatur des entstandenen Schadens sehr preiswert sein – die wirklich teure Komponente ist ja nicht betroffen.

Ebenso klar sind die eher matten Ergebnisse des „selbstheilenden“ Rückenmaterials. Auch hier gilt, dass die Physik den Wünschen der Designer enge Grenzen setzt – bisherige selbstheilende Materialien (Stichwort Kerosintank) wären mit den komplexeren Kratzern wahrscheinlich ebenfalls überfordert.

Davon völlig unabhängig ist, dass dieser Test ein Problem der meisten robusten Consumergeräte betont. Deren Hersteller geben nämlich so gut wie nie eine Garantie ab, was das Gerät wirklich aushalten muss – ist das XPERIA erst ins Wasser gefallen, steht der Kunde oft als Bittsteller da. Industrie-Handhelds (Stichwort Aceeca) werden hingegen mit einklagbaren Spezifikationen vertrieben – leider sind sie (auch) deshalb um einiges teurer.

Seit ihr mit der Robustheit eures LG Flex zufrieden? Erwartet ihr euch vom bald getesteten Galaxy Round mehr? Oder seit ihr mit eurem bisherigen Handy so zufrieden, dass ihr euch für flexible Screens gar nicht interessiert?

Quelle: AndroidAuthority

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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