Marktforscher prognostizieren 2014 den Verkauf von 5 Millionen Smartwatches

Tam Hanna 20. Juli 2013 0 Kommentar(e)

Der Fossil WristPDA war seiner Zeit weit voraus – der Uhrenanbieter stellte seine Palm-Uhr wegen mangelndem Kundeninteresse wieder ein. Laut dem Marktforschungsunternehmen Canalys dürften die aktuellen Anbieter mehr Glück haben.

Im Jahr 2013 geht Canalys davon aus, dass rund 500 000 Smartwatches an den Mann gebracht werden. Im Jahr 2014 explodiert der Markt – nach jetztigen Schätzungen ist davon auszugehen, dass 5 Millionen Uhren verkauft werden. Das bedeutet gute Nachrichten für Sony und Pebble, die vom Marktforscher als „in diesem Bereich führende Unternehmen“ bezeichnet wurden. In ferner Zukunft werden die Smartwatches laut Canalys sogar alle herkömmlichen Uhren aus dem Markt treiben.

Die Wichtigkeit der Produktkategorie darf keinesfalls unterschätzt werden. Laut Chris Jones – er ist Vizepräsident von Canalys – werden sie „das nächste iPad“. Für Entwickler sind die Uhren ebenfalls interessant: Anbieter von Gesundheits-, Wellness-, Sport- und Fitnessprodukten sollten ihre Applikationen in naher Zukunft portieren.

Zu guter Letzt betonte Canalys, dass Hersteller mit einer hauseigenen Chipfirma in diesem Bereich wesentliche Vorteile haben. Das liegt daran, dass der Energieverbrauch der Uhren von eminentester Bedeutung ist – aufgrund des minimalen Platzes für Batterien kommt es auf jedes Milliampere an. Aus diesem Grund werden die früher geplanten Konzepte mit eingebautem GPRS-Sender nicht realisiert werden.

Stattdessen wird die neue Smartwatch-Generation per Bluetooth Low Energy Kontakt zu einem Smartphone aufnehmen. Die modisch gestylten Geräte sehen sich als zusätzliche Peripherie für das Handy – das Augenmerk liegt am ansprechenden und „kommoden“ Aufbereiten der am Telefon befindlichen Informationen.

Für Google ist dieser Trend nur eingeschränkt erfreulich. Die mit Abstand funktionsreichste Smartwatch stammt vom italienischen Hersteller i’m Watch. Sie basiert auf einem stark modifizierten Android 1.6, und lässt sich – ganz wie das alte Vorbild WristPDA – mit Software von Drittanbietern erweitern (weitere Informationen zur Entwicklung hier).

Die i'm Watch war am Mobile World Congress der Liebling der Presse - vom zugrundeliegenden Android sieht man aufgrund der Skin nicht viel. (Bildquelle: Tamoggemon Holding k.s.)

Die i’m Watch war am Mobile World Congress der Liebling der Presse – vom zugrundeliegenden Android sieht man aufgrund der Skin nicht viel. (Bildquelle: Tamoggemon Holding k.s.)

Leider hat dieses Produkt ein signifikantes Problem. Da die Italiener nicht auf organische Displaytechnik setzen, kann die Uhr aus Stromverbrauchsgründen kein „Standbild“ anzeigen – wenn du die Uhrzeit wissen möchtest, musst du einen Knopf drücken. Der im Vergleich zur Pebble enorm höhere Funktionsumfang hat sich bisher nicht in Umsätze umgewandelt – mit einem weniger leistungsfordernden System wäre die Uhr unter Umständen besser bedient.

Canalys rät Google und Microsoft deshalb dazu, eine neue Softwareplattform auf die Beine zu stellen – diese muss „besser als die Tablets“ exekutiert sein, um die Freundschaft der Kunden zu gewinnen.

Habt ihr schon eine Smartwatch gekauft? Oder wartet ihr auf die Neuerscheinungen? Eure Meinung interessiert uns – hinterlasst uns doch ein Kommentar.

Quelle: Canalys

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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