Nymi-Armband: In Zukunft wirst du mit deinem Herzschlag bezahlen

Peter Mußler 13. August 2015 2 Kommentar(e)

Wusstet ihr, dass euer Herzschlag genauso einzigartig wie euer Fingerabdruck ist? Das kanadische Startup Nymi will sich diese Tatsache nun zunutze machen – und hat ein Armband entwickelt, das den Herzrhythmus seines Trägers erkennt, um damit etwa sichere Kreditkartenzahlungen zu ermöglichen. 

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Eine PIN kann relativ leicht geknackt werden, der Fingerabdruck gestohlen und von Unterschriften – der wohl unsichersten Authentifizierungsmethode von allen –  wollen wir gar nicht erst anfangen. Im ewigen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Sicherheitsexperten auf der einen und Betrügern auf der anderen Seite, geht das kanadische Startup Nymi nun einen völlig neuen Weg.

Das junge Unternehmen hat ein gleichnamiges Armband entwickelt, das ein Elektrokardiogramm (EKG) seines Trägers erstellt und ihn anhand dieses Herzrhythmus dann sicher identifizieren soll. Da der Herzschlag bei jedem Menschen unterschiedlich ist, eignet sich dieses Muster tatsächlich als Authentifizierungsmethode. Darüber hinaus lässt sich ein Herzschlag wesentlich schwerer fälschen als beispielsweise ein Fingerabdruck.

Wozu die Technik später genutzt werden könnte, hat jetzt Mastercard gezeigt: Der Kreditkartenanbieter, der auch bei Nymi beteiligt ist, hat ein Kreditkartenterminal so modifiziert, dass es den Herzschlag als Authentifizierungsmethode akzeptierte. Im Feldversuch wurde der Herzrhythmus also vom Nymi-Armband erfasst und drahtlos via NFC beziehungsweise Bluetooth LE als Erkennung übertragen – schon war die Transaktion erfolgreich beendet.

Auch Gesten sind beim Nymi-Armand möglich

Da das Armband, das in schwarz, weißt und rot auf den Markt kommen soll, über einen Beschleunigungssensor sowie Gyroskop verfügt, sind außerdem einfache Gesten möglich. So könnte sich in Zukunft zum Beispiel aufgrund des Herzschlags die Autotür von alleine öffnen, während eine leichte Drehung des Handgelenks den elektrischen Motor startet. Bis es soweit ist, dürfte aber noch etwas Zeit vergehen – noch gibt es das clevere Armband nur in einer begrenzten Entwicklerversion.

In einigen kanadischen Städten gab es aber bereits mehrere Feldversuche mit 100 Personen, ferner soll das System auch mit weiteren Banken getestet werden. Das Interesse der Industrie scheint also durchaus vorhanden.

Würdet ihr mit eurem Herzschlag bezahlen wollen? 

Quelle: Nymi (via: Golem)

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.