Patentantrag: Auch Apple könnte ein Baukasten-System à la Project Ara auf den Markt bringen

Redaktion 27. Januar 2015 0 Kommentar(e)

Egal ob Googles Project Ara, Vsenn oder PuzzlePhone: Diverse Unternehmen versuchen sich an modularen Smartphones, die sich der Kunde ganz nach dem eigenen Geschmack zusammenstellen kann. Auch Apple könnte an einem Baukasten-System fürs iPhone werkeln, wie ein älterer Patentantrag zeigt. 

Auch interessant: AppleWatch: Smartwatch von Apple kommt nur auf eine Laufzeit von 2 Stunden

Viele sehen in Project Ara die Zukunft. Könnte auch Apple ein Baukasten-System fürs iPhone auf den Markt bringen? (Bild: Motorola)

Viele sehen in Project Ara die Zukunft. Könnte auch Apple ein Baukasten-System fürs iPhone auf den Markt bringen? (Bild: Motorola)

Das Patent mit der Nummer 8,939,838 wurde vor sechs Jahren, kurz nach dem das iPhone 3GS vorgestellt wurde, eingereicht und jetzt vom amerikanischen Marken- und Patentamt (USPTO) dem kalifornischen Hersteller zugesprochen. Dieses beschreibt eine Art Baukasten-System fürs iPhone, mit dem das Kult-Smartphone durch Module funktionell erweitert werden kann. So können etwa Module ans iPhone angebracht werden, die einem Game-Controller ähneln und physische Button, ein D-Pad und Analog-Sticks mitbringen, um mit dem iPhone beim Zocken eine präzisere Steuerung zu erhalten. Aber auch Lautsprecher, Mikrofone, eine physische Tastatur und sogar eine zweite Multi-Touch-Fläche, ähnlich eines Trackpads, sollen laut Patentantrag möglich sein. Die Module werden im Antrag entweder direkt über Schnittstellen an der Hardware verbunden oder durch Drahtlos-Technologien wie etwa Bluetooth.

Viele Probleme sind bereits gelöst

Nun sind sechs Jahre eine lange Zeit, vor allem in der schnelllebigen Smartphone-Welt, und bis dato hat Apple kein modulares System fürs iPhone aus dem Hut gezaubert. Darüber hinaus wurden einige Probleme, die der Antrag durch das Baukasten-System angehen will, bereits gelöst. Die Tatsache etwa, dass virtuelle Buttons bei einem kleinen Smartphone zu viel Platz des Displays einnehmen, wurde durch den allgemeinen „Bigger is Better“-Trend aus der Welt geschaffen. Damals hatte das iPhone eine Displaydiagonale von 3,5 Zoll – heute bietet das iPhone 6 bereits 4,7 Zoll, das iPhone 6 Plus sogar eine Displaydiagonale von 5,5 Zoll.

Apple könnte unter Zugzwang geraten

Doch auch wenn die Wahrscheinlichkeit aktuell eher niedrig erscheint, bedeutet es nicht, dass Apple nicht doch in Zukunft eine Art Baukasten-System fürs iPhone herausbringen könnte. Sollten Project Ara, Vsenn oder PuzzlePhone tatsächlich Erfolg am Markt haben, würde es auch den Gigaten aus Cupertino unter Zugzwang setzen. Darüber hinaus ist das von Apple beschriebene System wohl auch einfacher umzusetzen als etwa Project Ara, da die Google-Vision in ihrem Hardware-Kern modular aufgebaut ist, was den Suchmaschinenbetreiber  vor ganz neue Herausforderungen in Sachen Design und Software stellt. Bei Apples System handelt es sich hingegen um ansteckbare Accessoires. Diese erweitern zwar die Funktionsvielfalt des iPhones, doch das Gerät an sich ist nicht modular, sondern bleibt in einem Stück.

Haltet ihr es für möglich, dass auch Apple fürs iPhone ein Baukasten-System à la Project Ara auf den Markt bringt? 

Quelle: USPTO (via TechCrunch)

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen