Praktischer Nutzen von Google Glass anhand Heimautomatisierung gezeigt

Tam Hanna 21. Juli 2013 0 Kommentar(e)

Obwohl Google’s Datenbrille Glass noch nicht kommerziell erhältlich und/oder durch Software erweiterbar ist, tauchen bereits erste innovative Anwendungsvorschläge für das Gerät auf – der aktuellste befasst sich mit Heimautomatisierung.

Der Home-Automation-Spezialist revolv nutzt die Brille in einem Demovideo zum Steuern einer Vielzahl von Geräten. Neben dem Ein- und Ausschalten von Beleuchtungen und Stereoanlagen zeigt die Firma sogar das Öffnen und Schließen von Türschlössern. Neben Gesten akzeptiert das Gerät im Video auch Spracheingaben, die von Philips’s bekannten RGB-Glühbirnen in geänderte Lichtfarben umgesetzt werden.

In ferner Zukunft ist es denkbar, dass die Brille per Internet Kontakt mit diverser anderer Hardware aufnimmt. So könntest du sicherstellen, dass deine bügelfreien Hemden noch nass sind, wenn du nach Hause kommst – triffst du im Tesco auf eine Kollegin, so wartet die Waschmaschine bis der Plausch zu Ende ist.

Noch ist nicht bekannt, wann dieses Produkt für den Massenmarkt freigegeben wird. Allerdings enthält die aktuelle Firmware der Brille schon einen Hinweis auf eine „Google Boutique“ – es ist ein logischer Schluss, dass Google den Market irgendwann auch für die Brille freigibt.

Leider entsteht dadurch ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko. Die derzeit nur in streng limitierter Stückzahl verfügbare Datenbrille hat ein massives Sicherheitsproblem, das im Zusammenspiel mit dem in die Kamera integrierten QR-Codescanner geradezu explosives Schadpotential entwickelt.

Die App kann auch selber QR-Codes aus Adressen oder Texten erstellen.

Normalerweise enthalten QR-Codes URLs oder Geokoordinaten – bei Lookout Security nutzte man die Tags zum Unterschieben von Schadcode.

Die normalerweise nur mit URLs oder Koordinaten beladenen Tags lassen sich nämlich auch mit ausführbarem Programmcode beladen – wann immer Glass einen Tag in der Umgebung erkennt, führt es ihn automatisch aus. Auf diese Art und Weise konnte das bekannte Sicherheitsforschungsunternehmen die Brille zum Verbinden mit einem WLAN animieren – das ermöglicht diverse Man-in-the-Middle-Attacken.

Im Zusammenspiel mit der weiter oben beschriebenen Home-Automation-Lösung ergibt sich explosives Risikopotential. Eine mit einem präparierten T-Shirt ausgestattete Perfon stellt sich kurz vor den Besitzer einer Datenbrille – ab sofort dient das gute Teil einem anderen Herrn.

Lookout hatte zu diesem Thema zudem ein Video veröffentlicht, das von YouTube aber mittlerweile als „spam oder marketingtechnische Propaganda“ eingestuft und entfernt wurde – da das Videoportal im Besitz von Google steht, ist diese Entscheidung alles andere als unnachvollziehbar.

Unsere Frage an euch: würdet ihr euer Google Glass auch zum Fernsteuern von Waschmaschine und Co einspannen?

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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