Studie: Viele Android-Apps geben ungefragt E-Mail-Adressen weiter

Redaktion 11. November 2015 0 Kommentar(e)

Apps sollten vieles sein – nützlich vor allem, leicht zu bedienen und auch hübsch anzusehen. „Gesprächsfreudig“ gehört im Allgemeinen aber nicht zu den Anforderungen, die Nutzer an ihre Anwendungen stellen. Doch genau das sind viele Apps, wie eine Studie herausgefunden hat: 73 Prozent aller getesteten Android-Apps geben nämlich ungefragt persönliche Daten wie etwa E-Mail-Adressen an Dritte weiter. 

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Eine schematische Aufstellung dessen, welche Apps sich mit welchen Diensten von Dritten verbinden.

Eine schematische Aufstellung davon, welche Apps sich mit Diensten von Dritten verbinden.

Zu diesem Ergebnis kommen das Massachusetts Institute of Technology, die Carnegie Mellon University und die Harvard University. Die drei renommierten US-amerikanischen Universitäten wollten herausfinden, welche Daten von beliebten Android- und iOS-Apps unbemerkt vom Nutzer an Dritte übermittelt werden. Getestet wurden dazu eine Vielzahl an Anwendungen, die auf beiden Plattformen sowohl beliebt als auch kostenlos zu haben. Dazu gehörten unter anderem der Adobe Reader für iOS, Facbook und der Facebook Messenger, Skype und weitere mehr.

Das erschreckende Ergebnis: 73 Prozent der getesten Android-Apps würden laut Aussage der Forscher persönliche Daten wie beispielsweise E-Mail-Adressen weitergeben, auf iOS sind es lediglich 16 Prozent. Dafür geben Anwendungen auf der Apple-Plattform besonders häufig Standortdaten preis: 47 Prozent sind es bei iOS, bei Android hingegen nur 33 Prozent.

Mildernde Umstände

Die „Dritten“ jedoch, zu denen die Daten gesendet wurden, waren vielfach bekannte und vertrauenswürdige Dienste von Google, Apple oder Facebook, wie man fairerweise dazu sagen muss. Es ist dürfte daher wahrscheinlich sein, dass die Datenweitergabe schlicht und ergreifend notwendig war, damit die Apps sich ins System einklinken können und problemlos funktionieren. Darüber hinaus wurde auf iOS 7 und Android 4.4 KitKat getestet – beide Systeme sind mittlerweile schon zwei Versionen weiter und ab Android 6.0 Marshmallow wurde zum Beispiel das Berechtigungssystem grundlegend überarbeitet.

Das mag also die Umstände und damit das Ergebnis etwas abmildern, dennoch: Im Sinne der Transparenz sollten Apps offener damit umgehen, wann und welche Nutzerdaten sie an Dritte übermitteln.

Quelle: jots.pub (via: ZDNet)

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