20 Jahre Mobilfunk: Eine Zeitreise

28. Juli 2012 2 Kommentar(e)

20 Jahre Mobilfunk, das sind zwei Jahrzehnte atemberaubender technischer Entwicklung, innovativer Ideen, aber auch menschlicher Schicksale – man denke nur an Steve Jobs oder Rudy Krolopp, den Erfinder des ersten Mobiltelefons. Als Abschluss unserer Wochenserie zum 20-jährigen Jubiläum des Mobilfunks beleuchten wir die Geschichte des Mobilfunks und des Handys, vom Dynatec 8000x bis zum Samsung Galaxy S3.

Graue Vorzeit

Unsere Reise beginnt vor rund 40 Jahren. Bis zum Start D-Netzes im Jahre 1992 und in weiterer Folge des heute bekannten Mobilfunks mit GSM- und UMTS-Netzen war man noch auf die sogenannte analogen C- bzw. B-Netze angewiesen. Vor allem das C-Netz ermöglichte eine geringere Sendeleistung der Telefone und damit kleinere Geräte, die für heutigen Standard natürlich immer noch unglaublich groß und unhandlich waren. Man verwendete sogenannte „Kofferhandys“, kleine Kistchen mit Tragegriff und einem angeschlossenen Telefonhörer sowie einer längeren Antenne. Motorola stellte außerdem 1983 das Dynatac 8000x vor, das erste kommerzielle Handy. Das Gerät wog satte 800 Gramm und war rund 33 cm lang. Es kostete 3995,- US-Dollar und bot eine Gesprächszeit von einer Stunde.  Die Akkuprobleme von aktuellen Smartphones sind damit nicht zu vergleichen. Erfunden wurde es von Rudy Krolopp.

Kofferhandys waren vor zig Jahren der letzte Schrei, obwohl die Geräte oft über zwei Kilogramm wogen. (Bild: Deutsche Telekom)

Technischer Start

Im Mai 1992 startete der nächste Schritt des modernen Mobilfunks in Deutschland offiziell, mit der Einführung des D-Netzes. Was viele nicht wissen: Der technische Startschuss viel schon ein Jahr vorher, mit einem Anruf von Köln in die Telekom-Zentrale in Stuttgart. Neben der Telefonie wurde kurze Zeit später, im Juni 1992,  ein nach wie vor beliebtes Feature eingeführt: Das Short-Message-Service, kurz SMS. In Deutschland wurden im Jahr 2011 durchschnittlich 116 Millionen SMS täglich (!) versendet. Außerdem brachte Motorola in diesem Jahr das erste kommerzielle GSM-Handy auf den Markt, das Motorola 3200 International. Der „Knochen“ – so der Spitzname des Gerätes, war aber immer noch von stattlicher Größe (334 mm × 43 mm × 67 mm) und wog ein halbes Kilo. Mit einem Preis von rund 3.000 – 8.0000 DM (ca. 1500 bis 4000 Euro), konnten sich nur vor allem große Firmen und die Oberschicht das damalige Technikwunder leisten.

Das Motorola International 3200 wog 520 Gramm und kostete bei der Markteinführung zwischen 3000,- und 8000,- DM – je nach Vertrag. (Bild: Deutsche Telekom)

Prepaid-Karten

Fünf Jahre lang tat sich nichts nennenswertes in der Mobilfunk-Szene, dann sorgte eine innovative Neuerung für Aufsehen: Die PrePaid-Karte. Damit ermöglichten die Telefonanbieter erstmals einen schnellen und unkomplizierten Zugriff auf Mobilfunkdienste. Oft wurden diese Karten in Verbindung mit – nun bereits handlichen – Handys angeboten. Die Vorteile waren die gleichen wie heute: Man hatte keine Grundgebühr zu bezahlen und stets die absolute Kontrolle über die Kosten. Weltweit waren im Juli 2006 von den etwa 2,3 Milliarden Mobilfunkverträgen 1,5 Milliarden Prepaidverträge. Dabei sind vor allem Afrika mit mehr als 90 % und Südamerika sowie Osteuropa mit je ca. 80 % führend. In Deutschland haben 37,7 % der Handybesitzer eine Prepaid-Karte.

Viele der Modelle um die Jahrtausendwende wurden mit Prepaid-Karten verkauft, so hatte man die Kosten immer im Blick. (Bild: Deutsche Telekom)

World Wide Web

Im Jahr 1999 folgte der nächste große Schritt: Das Internet wurde mobil. Mit Hilfe der WAP-Technologie wurde der Content des Internets für Handys angepasst, wenn auch nicht in einer derartigen Form, wie das heute möglich ist. Das große Problem damals war die Downloadgeschwindigkeit, erst mit GRPS und in weiterer Folge mit UMTS, HSDPA und HSPA+ erfolgte ein größerer Geschwindigkeitszuwachs. Gerade die Erweiterung auf HSDPA brachte großen Erfolg, können die Endkunden doch so mit maximal 7,2 Mbit/s Download und maximal 1,45 Mbit/s Upload im Internet surfen. Mit dem noch nicht überall verfügbaren HSPA+ sind sogar Downloadraten von 28 Mbit/s möglich, im Uplink rund 11 Mbit/s. Eine Studie aus dem Jahr 2009 prognostiziert, dass 2013 mehr Menschen über mobile Geräte das Internet nutzen werden, als am heimischen PC.

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oliver

Oliver Janko   Redakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews für die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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