Google Fit, Runtastic und Co.: Die Fitness-Plattformen im Verlgeich

Peter Mußler 26. April 2015 1 Kommentar(e)

Fitness-Apps gibt es wie Sauerstoffflaschen auf dem Mount Everest. Sie fĂŒhren Buch ĂŒber spezielle Disziplinen und Sportdaten, die sie von meist nur einem GerĂ€t erhalten. Sogenannten Health-Plattformen wollen diese Daten bĂŒndeln. Wir schauen nach, was sie taugen.

Foto: shutterstock (132711494)

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Gesundheit ist ein hohes Gut. Nicht nur fĂŒr viele Ă€ltere Menschen, auch fĂŒr die jĂŒngere Generation. Alle wollen alt werden, dabei aber jung bleiben. Dazu gehören Ausdauer, ein straffer Körper und Beweglichkeit. Die Vorarbeit fĂŒr Gesundheit im Alter heißt deshalb Fitness im Jetzt und Hier. Dieses Ziel wissen auch die Big Player in der Fitnessbranche, unter den GerĂ€teherstellern, aber natĂŒrlich auch bei den allgemeinen Datensammlern zu nutzen. Sie buhlen dabei um die Aufmerksamkeit eines Kundenkreises, der beinahe alle Smartphone-Nutzer umfasst. Was fĂŒr manche wie eine Horrorvorstellung klingt („der glĂ€serne Mensch im gestĂ€hltem Körper“), ist fĂŒr andere eine willkommene ErgĂ€nzung zu ihrem restlichen Lebensstil. Eine Haushaltsgeld-App hilft bei der Überwachung der Ausgaben und ein Gießprogramm schĂŒtzt die Zimmerpflanzen vor dem Vertrocknen, warum sollte man da nicht auch gleich alle AktivitĂ€tsdaten sammeln und sich eine Bewertung des eigenen Trainingszustandes ausspucken lassen? Schließlich steht die Analyse am Anfang jeder Verbesserung. Die Effizienz eines Leistungsprotokolls steht außer Frage, schon immer hat es TrainingsplĂ€ne und Ergebnistabellen gegeben. Was die digitale Welt dem Papier voraushat, ist ihre Schnelligkeit in Bezug auf das Sammeln und Interpretieren von Daten – alles geht automatisch. Wer hier KrĂ€fte spart, hat mehr Power fĂŒr‘s Workout. Prosit!

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Google Fit

Schlicht Fit heißt Googles GegenstĂŒck zu Health, der Gesundheitsplattform und -app vom großen Gegner Apple (genauso kurz, aber deutlich schwieriger auszusprechen). NaturgemĂ€ĂŸ versteht sich Fit (benötigt Android 4.0 oder höher) mit allen GerĂ€ten, die Android Wear benutzen. DarĂŒber hinaus nimmt es dankend Daten von einigen Drittanbietern an, sei es ĂŒber fremde Anwendungen wie die Laufapp von Sportartikelgigant Nike oder aber ĂŒber Gadgets von Anbietern, die eigene Betriebssysteme benutzen, wie beispielsweise dem Fitness-Tracker von FitBit. Es braucht dazu zwar immer die zwischengeschaltete Hersteller-App, diese reicht aber gerne an Google Fit weiter, was ihr ein externer Sensor (von der Waage bis zum Blutdruckmesser) geflĂŒstert hat. Auch etablierte Fitness-App-Anbieter, die sogar eigene Portale betreiben (allen voran Runtastic), sehen einen Vorteil in der Kooperation mit Google und verweigern die Herausgabe von Fitnessinformationen nicht – vorausgesetzt der Nutzer wĂŒnscht es. Eine Zusammenarbeit mit weiteren Herstellern von Smart Devices liegt in der Luft.

Zur App selbst: Google Fit misst die AktivitĂ€t per pedes oder auf dem Rad. Fließen neben manuellen EintrĂ€gen auch noch Pulsdaten und Gewicht mit ein, ergibt sich ein dynamisches Bild der eigenen Fitness. Das ist auch in der Cloud auf fit.google.com einsehbar. Beruhigend: Alle Daten können gelöscht werden.

LĂ€uft mit Android Wear und ist somit auch ohne zwischengeschaltete App zum Datenaustausch mit Google Fit fĂ€hig. GPS freut die LĂ€ufer, ein Pulsmesser wĂŒrde sie aber auch freuen. Den gibt es hier leider nicht.

LĂ€uft mit Android Wear und ist somit auch ohne zwischengeschaltete App zum Datenaustausch mit Google Fit fĂ€hig. GPS freut die LĂ€ufer, ein Pulsmesser wĂŒrde sie aber auch freuen. Den gibt es hier leider nicht.

Misst so ziemlich alles: per GPS den Standort und somit auch exakt die zurĂŒckgelegte Strecke. Dazu gesellt sich ein Pulsmesser und einer fĂŒr die AktivitĂ€t. Also auch wer sich auf der Stelle bewegt (z. B. beim Badminton), bekommt mit diesem gerĂ€t Fitnessmeilen gutgeschrieben.

Misst so ziemlich alles: per GPS den Standort und somit auch exakt die zurĂŒckgelegte Strecke. Dazu gesellt sich ein Pulsmesser und einer fĂŒr die AktivitĂ€t. Also auch wer sich auf der Stelle bewegt (z. B. beim Badminton), bekommt mit diesem gerĂ€t Fitnessmeilen gutgeschrieben.

Samsung S Health

Die Gesundheits-App von Samsung verfolgt einen eigenen Weg. Daten bezieht sie ausschließlich von Samsung-GerĂ€ten oder vom Nutzer selbst, der sie per Hand eingeben kann. Die AufnahmekapazitĂ€t geht dabei weit ĂŒber das hinaus, was Google Fit von seinen Nutzern erfragt. Die Samsung-App versteht sich offensichtlich als allumfassende Gesundheitsanwendung. Deshalb ist sie nicht nur an unserer Bewegung interessiert, sondern auch an unserer ErnĂ€hrung. Aus den Konstanten KörpergrĂ¶ĂŸe und -gewicht (letzteres ist hoffentlich nicht wirklich konstant), ergeben sich die Tipps fĂŒr die Gestaltung der Variablen Bewegung und Nahrungsaufnahme. FĂŒttert man die App mit Informationen ĂŒber Essen und Bewegung, sagt sie uns, ob wir tendenziell ab- bzw. zunehmen oder das Gewicht halten. DarĂŒber hinaus sorgt sich S Health sogar um seine Nutzer, wenn diese schlafen. Mit dem passenden Gear Fit-Armband werden nĂ€chtliche Bewegungen registriert und diese in einer Schlafhistorie erfasst. Wohl bekomm‘s.

Die Personenwaage ĂŒbermittelt die Gewichtsinformation via Bluetooth automatisch an das Smartphone. Somit kann der Erfolg von Training und DiĂ€t ĂŒberprĂŒft werden.

Die Personenwaage ĂŒbermittelt die Gewichtsinformation via Bluetooth automatisch an das Smartphone. Somit kann der Erfolg von Training und DiĂ€t ĂŒberprĂŒft werden.

Runtastic

Der Laufriese hat mittlerweile sein Imperium auf alle Sportbereiche ausgedehnt. Eine FĂŒlle einzelner Apps unterstĂŒtzt bei der Selbstverbesserung durch körperliches Training, das alle Themen von Kreislauf bis Hinterteil touchiert. Mit der neuen App Runtastic Me wird allgemein AktivitĂ€t gesammelt erfasst, die sowohl direkt ĂŒber den eigenen AktivitĂ€tstracker Runtastic Orbit, als auch ĂŒber andere Runtastic-Apps gemessen wird. Alle Daten, ob von der Laufapp und dem GPS-Sender des Handys oder von Pulsmesser oder Waage, werden auf der Webseite von Runtastic zusammengefĂŒhrt, die als Fitnessportal fungiert. Anders als Samsung macht Runtastic seine Daten jedoch fĂŒr Google und dessen Portal Fit zugĂ€nglicht. Mehr noch: Die Fit App erkennt eine installierte Runtastic-App, deren Informationen werden dann bei Fit eingespeis – natĂŒrlich nur wenn der Nutzer das wĂŒnscht. Auch bei Runtastic ist eine manuelle Dateneingabe möglich. Die Information der ErnĂ€hrung wird jedoch nicht einkalkuliert.

Bluetooth hilft bei der unkomplizierten Über­tragung der Herzfrequenz an das Smartphone. Außerdem sendet der Brustgurt fĂŒr andere FitnessgerĂ€te (Laufband) noch auf einer zweiten Frequenz.

Bluetooth hilft bei der unkomplizierten Über­tragung der Herzfrequenz an das Smartphone. Außerdem sendet der Brustgurt fĂŒr andere FitnessgerĂ€te (Laufband) noch auf einer zweiten Frequenz.

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschĂ€ftigt er sich gerne mit formschönen GerĂ€ten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes AlugehĂ€use. Als Redakteur fĂŒr die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.