Smartphone Preisverfall: Gleich kaufen oder warten?

Martin Reitbauer 7. Juni 2015 4 Kommentar(e)

FĂĽr Spitzentechnik werden Spitzenpreise verlangt. Wer sich in Geduld ĂĽbt und den richtigen Zeitpunkt abwartet, bekommt aktuelle Smartphones aber viel gĂĽnstiger.

Neue Smartphones sinken in den Wochen und Monaten nach dem Verkaufsstart im Preis. Das ist kein Geheimnis. Aber wo ist der „sweet spot“ – der Zeitpunkt, zu dem das ersehnte Gerät zwar noch nicht veraltet ist, den Geldbeutel aber nicht mehr über Gebühr belastet?

Wir haben uns die Preisentwicklung der letzten Smartphone-Generation angesehen, die mittlerweile zum GroĂźteil mehr als ein Jahr am Buckel hat. Als Datenquelle dienten die jeweils niedrigsten Tagespreise auf der Preisvergleichs-Plattform geizhals.de. Zur besseren Darstellung wurden die Kurven geglättet und Artefakte entfernt. Die Preise der aktuellen Smartphone-Generation Galaxy S6, HTC One M9, LG G4, etc. werden sich wohl analog zu ihren Vorgängern ­entwickeln – die Mechanismen sind dieselben. Insgesamt zeigt sich – keine Ăśberraschung – dass der Preis von sehr teuren Geräten deutlich schneller sinkt als von solchen mit niedrigem Einstiegspreis. Während Galaxy S5, HTC One (M8) und LG G3 schon nach 3 Monaten um etwa 30 % gĂĽnstiger zu bekommen waren, kostete das Google ­Nexus 5 auch zwölf Monate nach dem Deutschland­-Verkaufsstart noch beinahe dasselbe. Das ebenfalls gĂĽnstige Moto X (2013) hatte die Talsohle schon nach sieben Monaten durchschritten, der Preis stieg danach sogar wieder an.

Einige Modelle (wie LG G3 und Galaxy S5) ­waren schon am Tag des Verkaufsstarts deutlich unter der UVP (unverbindliche Preisempfehlung) zu bekommen. Die Prozentangaben in unserem Diagrammen und Tabellen beziehen sich dennoch auf die UVP.

preisverfall_grafik

Samsung
Das Samsung-Flaggschiff von 2014 ­gehörte zu den Geräten, die nach dem Erscheinungstermin am stärksten fielen: Ganze 211 Euro oder 30% konnten geduldige Käufer schon nach 3 Monaten sparen. – Schon kurzes Warten lohnt sich.

HTC
Nach einem starken Verfall in den ersten 2-3 Monaten hielten sich die Preise bei HTC relativ stabil. Kurios: Das One (M8) war sechs Monate nach Verkaufsstart sogar teurer als nach drei Monaten. – Kurzes Warten lohnt sich.

Google Nexus
Schon zum Verkaufsstart war das Nexus 5 sehr gĂĽnstig – und zwölf Monate später nur unwesentlich billiger. Das aktuelle Nexus 6 startete deutlich teurer, die Preisentwicklung wird etwas anders ausfallen. – Warten lohnt sich (meist) nicht.

Motorola
Nach sieben Monaten war die Talsohle beim Moto X (wohl wegen der geringen StĂĽckzahlen am deutschen Markt) schon erreicht. Der Nachfolger ist aber teurer – und hat mehr Platz nach unten. – It’s complicated.

LG
Sowohl nach drei als auch nach sechs und zwölf Monaten sind beim LG G3 im Vergleich die stärksten Preisnachlässe zu verzeichnen. Nach einem halben Jahr schon hatte sich der Preis fast halbiert. – Warten lohnt sich.

Sony
Bei den Japanern ist Geduld gefragt. Nur 22% Preisnachlass waren nach 3 Monaten zu erzielen. Danach purzelten die Preise aber – auch bedingt durch die schnellere Produktfolge bei Sonys Flaggschiffen. – Warten lohnt sich.

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Preisverfall im Detail

Diese Tabelle zeigt die Preise nach 3 Monaten, 6 Monaten und 12 Monaten nach dem Deutschland-­Verkaufsstart und die jeweilige Ersparnis zur ursprünglichen UVP in Prozent.

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Fällt der Preis nach der Präsentation des Nachfolgers?

Mit diesem Mythos können wir aufräumen: Wenn das Nachfolger-Modell präsentiert wird, gibt es keinen ruckartigen Preissturz –  der Preis fällt kaum schneller als in anderen Zeiträumen.

Fazit

Der ideale Kaufzeitpunkt fĂĽr geduldige Pfennigfuchser scheint zwischen drei und sechs Monate nach dem Verkaufsstart zu liegen. Hier sind die größten Preisnachlässe bereits realisiert. Wer viel mehr sparen will, muss viel länger warten – ab dem sechsten Monat werden die Kurven deutlich flacher.

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Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und ANDROID APPS sowie als Redakteur der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsächlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschäftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit für einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

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