Asus Zenfone 4 – im androidmag Test

25. Oktober 2017 Kommentare deaktiviert für Asus Zenfone 4 – im androidmag Test Kommentar(e)

Asus stellte kürzlich das Zenfone 4 vor. Wir waren bei der Präsentation vor Ort und haben das Gerät gleich anschließend auf Herz und Nieren getestet.

Sie haben mittlerweile genug vom Einheitsbrei, es soll nicht schon wieder ein Gerät der großen Hersteller sein? Dann legen wir Ihnen Asus ans Herz: Das taiwanesische ­Unternehmen genießt in unseren Breitengraden nicht den ganz großen Ruf, versteckt sich deswegen aber keineswegs. Im Gegenteil: Mitte September lud der Hersteller nach Rom, um unter enormen medialen Andrang neue Smartphones vorzustellen. Als erstes Modell der neuen Serie stellen wir Ihnen das Zenfone 4 vor, das sich in der ­Mittelklasse ansiedelt, mit zahlreichen Extras aber die Herzen der Interessenten gewinnen soll.

Überraschend gute Kamera

Der Fokus lag bei der Präsentation ganz klar auf der Kamera. Asus spendiert dem Zenfone 4 eine Dual-Knipse, bestehend aus einer regulären Linse und einer Linse mit Weitwinkelfunktion. Beide rückseitigen Kameras lösen mit 12 MP auf, jene auf der Vorderseite mit 8 MP. Dort wie da werden die Aufnahmen absolut brauchbar, die Ergebnisse liegen nur geringfügig unter jenen von deutlich teureren Smartphones – vier Sterne sind in dieser Preiskategorie aller Ehren wert.

Scharfes Display, schnelle CPU

Wer will, sieht sich die Fotos auf dem 5,5 Zoll-Display mit Full HD-Auflösung an. Asus verzichtet auf Experimente mit dem ­Seitenverhältnis, wodurch das Zenfone 4 angenehm ­schnörkellos wirkt – 16:9 ist eben für die meisten Nutzer nach wie vor die Standardwahl. Das IPS LCD-Display kassiert außerdem noch Pluspunkte in Sachen Helligkeit, in unserer Rangliste reihte es sich diesbezüglich nicht nur deutlich über dem Durchschnitt ein, es stößt sogar souverän in die Top 10 vor.

Fehlen noch die nicht ersichtlichen ­Bauteile unter der Haube. Den „Motor“ steuert mit Qualcomm einer der Weltmarktführer bei, es ­handelt sich dabei um den Snapdragon 630 und damit um einen Prozessor neuester ­Generation. Satte acht Kerne sorgen für ausreichend Antrieb, auch leistungsintensivere Anwendungen zwingen den Chip nicht in die Knie – vor ­allem auch, weil dem Prozessor 4 beziehungsweise 6 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen (unser Testgerät kam mit der kleineren RAM-Variante, 6 GB RAM gibt es nur außerhalb Europas). Der Festspeicher beträgt in beiden Versionen 64 GB, per microSD-Karte lässt sich die Kapazität aber noch deutlich erweitern. Andere Speichervarianten sind nicht erhältlich.

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Solide Ausstattung

Ansonsten? Der Fingerprintsensor sitzt unter dem kapazitiven Homebutton ohne Druckpunkt, flankiert von zwei bei Gebrauch ­beleuchteten ­Tasten für „Zurück“ und für die aktiven ­Anwendungen. Typ C ist natürlich an Bord, eine ältere Ladetechnologie wäre aber auch nicht zu argumentieren gewesen. Die ­Nennkapazität des Akkus: 3.300 mAh. Das ist durchaus viel, ­zumindest auf dem Papier. Unsere Laufzeittests bescheren dem Zenfone 4 mittelmäßige bis sehr gute Ergebnisse, wobei eine derart breite ­Streuung doch ungewöhnlich ist. Wir belegen das mit zwei Beispielen: Der Wert bei 3D-Rendering war mit fast neun Stunden ­herausragend, da haben viele teurere Geräte ­schlechtere ­Ergebnisse abgeliefert. Beim Videotest sieht die Sache indes anders aus, hier siedelt sich das Zenfone 4 lediglich im besseren Mittelfeld an. Sie müssen sich aber keine Sorgen um die Laufzeit machen: Sie werden mit dem Zenfone 4 einen Tag über die Runden kommen.

Software mit Problemen

Woran die angesichts der Nennkapazität doch etwas enttäuschenden Ergebnisse ­liegen könnten? Eventuell an der Software. Asus hat sich nämlich abermals für eine ­hauseigene ­Oberfläche entschieden, mit der man sich ­allerdings nur bedingt einen ­Gefallen tut. ­Während sich viele andere Hersteller ­immer mehr in Richtung Stock Android, also der ­ursprünglichen Form des Betriebssystems (wie von Google veröffentlicht) bewegen, setzt Asus auf deutlich mehr Eingriffe. Leider ist das nicht immer gut gelungen, was sich einerseits in der Performance bemerkbar macht und ­andererseits auch Auswirkungen auf die Akkulaufzeit ­haben könnte. Gesichert belegen lässt sich das ­allerdings nicht. Warum es eigene ­Anwendungen für Uhr, Wetter oder ­Speichermanagement braucht, ist (zumindest uns) nicht ganz klar, ­immerhin gibt es unzählige Lösungen von ­anderen Anbietern – und eben auch von Google selbst.

Das Zenfone 4 ist ein gutes Smartphone, in manchen Bereichen sogar sehr gut. Zu Redaktionsschluss lag die UVP bei 499 Euro, der Handelspreis aber schon deutlich darunter. Das geht angesichts der gebotenen Performance und der tollen Ausstattung auch vollends in Ordnung.

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oliver

Oliver Janko   Redakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews für die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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