Das Schubladen-Phone: LG G5

Peter Mußler 18. Juni 2016 1 Kommentar(e)
Das Schubladen-Phone: LG G5 Androidmag.de 5 5 Sterne

Das neue LG Top-Phone ist da und macht alles anders als bisher – und vieles auch anders als die direkte Konkurrenz. Drei Neuerungen sorgten bei der Vorstellungen fĂŒr Furore: der Alukorpus, die Doppelkamera und die Schubladenbauweise. Ob diese Merkmale halten, was sie versprechen, klĂ€ren wir in unserem HĂ€rtetest, der auch vor sanfter Gewalt nicht zurĂŒckschreckt.

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Ein Schubladen-Smartphone, das hat die Welt noch nicht gesehen. Doch das LG G5 ist sogar mehr als das. Es kann nĂ€mlich nicht nur der Akku wie das Magazin aus einem Pistolengriff herausgezogen, sondern auch das Unterteil mit Lautsprecher, USB-Buchse (ĂŒbrigens vom Typ C) und Mikrofon ausgetauscht werden. Stattdessen lĂ€sst sich ein Kameragriff mit speziellen Knöpfen und zusĂ€tzlichem Akku an den Hauptakku andocken (CAM Plus) oder aber ein Soundadapter (Hi-Fi Plus) fĂŒr verbesserten Kopfhörerklang. Man hat bei den Koreanern also ein modulares Konzept fĂŒr sein neues FlottenschmuckstĂŒck ersonnen.

LG-G5-Magic-Slot
TĂŒcken der Zweiteiligkeit

Diese Idee ist nicht nur mutig, sondern hat auch das Potenzial, erfolgreich zu sein. Schließlich lĂ€sst sich so der allseits geforderte „Unibody“, also das einteilige GehĂ€use, zumindest optisch mit dem Wunsch nach einem Wechselakku in einem befriedigenden Kompromiss vereinen. Wichtig fĂŒr das gute QualitĂ€tsgefĂŒhl eines solchen GerĂ€teblocks sind aber seine Verarbeitung und das verwendete Material. LG spricht zwar von Aluminium, jedoch ist dieses unter einer dicken Kunststoffschicht verborgen, sodass sowohl klanglich als auch haptisch leider nur der Eindruck von Plastik entsteht. Premium fĂŒhlt sich anders an. Wahrscheinlich sollte Gewicht gespart werden. Außerdem ist auch nach Einrasten der Akkuschiene ein feiner Spalt zwischen Unterteil und Display zu erkennen, der Stoß ist nicht ganz bĂŒndig. Bei unserem TestgerĂ€t bildete sich eine scharfe Kante, an der Textilfasern hĂ€ngen bleiben können. Außerdem wird ĂŒber kurz oder lang viel „Taschenstaub“ im Inneren zu finden sein. ÜberflĂŒssig zu erwĂ€hnen, dass das GerĂ€t nicht wasserdicht ist.

G5 GehÀuse
Zum „rechnerischen“ Innenleben: LG stellt zwar keine neuen Rekorde auf, schwimmt mit seinem Vierkern-Prozessor und den mĂ€chtigen 4 Gigabyte an Arbeitsspeicher aber gut in der Spitzengruppe zeitgemĂ€ĂŸer GerĂ€te mit. Der Snapdragon-Chip ermöglichte im Test außerdem eine Vollladung aus 8% innerhalb einer Stunde. Wow! Beim Flash-Speicher setzt LG auf nur eine GrĂ¶ĂŸe: 32 GB. Per SD-Karte ist aber eine Erweiterung auf 2.000 GB möglich – das sollte reichen!

Kraft der drei Augen

Aber kommen wir mit den Kameras zur zweiten Innovation. LG verpasste seinem VorzeigegerĂ€t gleich drei Linsen: eine starke Selfie-Cam (8 MP) und zwei Fotosensoren auf der RĂŒckseite bewirken mannigfaltige Bilder. Die zwei Augen hinten sorgen aber nicht fĂŒr 3D-Effekte wie bei anderen Herstellern, sondern fĂŒr zwei Bildwinkel. Die 8 MP-Knipse schaut dabei mit 78° in die Welt (nichts UnĂŒbliches), die zweite (16 MP) dafĂŒr mit 135°, was tolle Fischaugenbilder erzeugt. Trotz der vergleichsweise niedrigen Auflösung zeigen die Standard-Bilder viele Details, beim Fish Eye-Objektiv leiden die Fotos trotz doppelter Pixelzahl. Der Effekt ohne Zoom ist dafĂŒr grandios gut.
Unser Fazit zum G5: stark und voller neuer Ideen, die aber nicht perfekt umgesetzt sind.

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschĂ€ftigt er sich gerne mit formschönen GerĂ€ten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes AlugehĂ€use. Als Redakteur fĂŒr die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.