TV-Streaming: Neue Geräte für TV und Musik übers Internet

Martin Reitbauer 3. November 2015 0 Kommentar(e)

Still war es zuletzt geworden um Set-Top-Boxen und Streaming-Sticks für Fernseher und Projektoren – ­bevor die Branchenriesen Google, Apple und Amazon im Spätsommer gleich vier neue Streaming-Boxen vorstellten: Es ­erschienen zwei neue Versionen des ­Chromecast, die vierte Generation von Apple TV und die neue Fire TV Box. Das Funktionsprinzip ist bei ­allen Geräten dasselbe: Die Box oder der Stick werden an einen HDMI-­Anschluss am Fernseher gesteckt, per ­Fernbedienung oder Smartphone-App buchen Sie es ins WLAN ein und geben (in manchen ­Fällen) Ihre ­Zugangsdaten für Streaming-­Services ein. ­Obwohl die Streaming-­Geräte auch per App bedient werden können (Film auswählen, Wiedergabe starten, pausieren..), ­beziehen sie die Inhalte direkt aus dem ­Internet – ohne Umweg über das Smartphone.

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AMAZON Fire TV

Das neue Fire TV von Amazon wartet mit einem gewichtigen Upgrade auf: Er spielt nun auch 4K Videos ab. Das Angebot an entsprechenden Inhalten ist freilich noch genau so dürftig wie die Zahl von 4K-geeigneten Fernsehern in den Haushalten bescheiden ist, aber Amazon setzt sich damit von der ­Konkurrenz von Apple und Google ab, die weiterhin maximal Full HD abspielt. Hauptsächlich ist Fire TV natürlich auf Amazons haus­eigenen Dienst „Amazon Prime Instant Video“ zugeschnitten, den der Kunde für knapp 50 Euro pro Jahr buchen kann (kosten­lose Dreingabe: gratis Premiumversand für Amazon-Artikel). ­Daneben laufen auf Fire TV aber auch die Mediathek-Apps von ZDF und ARD, Arte, ORF und etlichen weiteren Sendern sowie Apps wie Youtube und Netflix. Außerdem tummelt sich im App Store für Fire TV mittlerweile eine satte Zahl von Spielen – die sich mit dem einem erhältlichen Game Controller bedienen lassen.

Preis: EUR 99,99
Max. Auflösung: UHD (4K)
Konnektivität: HDMI, Ethernet, USB, WLAN 802.11ac, Bluetooth 4.1
Hardware: Quadcore-Prozessor, 2 GB RAM, 8 GB interner Speicher
Extras: Sprachfernbedienung, microSD-Slot
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Chromecast

Mit einem Verkaufspreis von nur 35 Euro machte Googles ­kleiner Funk-Stick vor zwei Jahren TV-Streaming massentauglich. Nun ist die zweite Version des Chromecast erschienen – und aus dem Stick ist ein kleiner Puck geworden, der per Flach­kabel mit dem HDMI-Port des Fernsehers verbunden wird. ­Chromecast kann sich nun auch in moderne WLANs einbuchen (5 GHz – 802.11ac) und ist mit zusätzlichen Antennen ausge­stattet, um den Empfang zu verbessern. Außerdem startet er die Wiedergabe jetzt schneller, indem er Inhalte schon vor dem Drücken des Play-Buttons zwischenspeichert. Das Funktionsprinzip von Chromecast bleibt aber gleich: Sind Sie mit dem Smartphone im selben Netzwerk eingebucht wie der kleine Puck, können Sie in vielen Apps (wie Youtube oder Netflix) über den Cast-Button Inhalte auf den Fernseher bringen.

Preis: EUR 39,-
Max. Auflösung: Full HD (1080p)
Konnektivität: HDMI, microUSB (Stromversorgung), WLAN 802.11ac
Hardware: Dualcore-Prozessor, 512 MB RAM
Extras:
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Chromecast AUDIO

Schon vor einigen Monaten wurde der Chromecast-­Übertragungsstandard ­(„Google Cast“) erweitert, um auch Audio-Streaming zu erlauben. ­Etliche ­Hersteller von ­Musiklautsprechern (wie Sony, Denon und LG) unterstützen den Standard bereits. Mit dem neuen Chromecast Audio (der dem „normalen“ ­Chromecast äußerlich stark ähnelt und ebenfalls 39 Euro kostet) lassen sich jetzt auch ältere Lautsprechersysteme nachrüsten: Sie stecken das Gerät einfach an einen 3,5 mm-­Klinken-Eingang. Über die Chromecast-App auf dem Smartphone können Sie das Gerät frei benennen (z.B. „Wohnzimmer“) und fortan mittels Apps wie ­Spotify, Google Play Music, Deezer, ­TuneIn Radio und unzähligen anderen Ihr Heim beschallen. Das Smartphone dient dabei meist nur als Fernsteuerung – die Musik holt sich der Chromecast üblicherweise per WLAN direkt aus dem Internet.

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Apple TV

Apple hat mit Set-Top-Boxen große Erfahrung – das erste Apple TV war schon 2006 auf den Markt. Die (jüngst zusammen mit dem neuen iPhone 6S vorgestellte) vierte Version sieht ihrem Vorgänger sehr ähnlich, kommt aber mit einer völlig überarbeiteten Fernbedienung, genannt „Siri Remote“, die über ein Touchpad verfügt und Sprachbefehle entgegennimmt – etwa, um die verfügbaren Inhalte zu durchsuchen. Diese speisen sich zuvorderst aus dem Serien-, Film- und Musikangebot des Apple-eigenen Streaming-Dienstes „iTunes“. Daneben gibt es aber weitere Angebote wie Netflix, Youtube und Vimeo. Zusätzliche Dienste lassen sich nun über einen App Store installieren. iPhone-Besitzer können per „AirPlay“ sehr bequem Inhalte von ihrem Handy (wie Fotos oder Videos) auf den Schirm zaubern. Wer seine Aufnahmen in der iCloud speichert, kann per Apple TV auch direkt darauf zugreifen – ganz ohne Smartphone.

Preis: EUR 179,- bis 239,-
Max. Auflösung: Full HD
Konnektivität: HDMI, Ethernet, WLAN 802.11ac, Bluetooth 4.0
Hardware: Dual-Core Prozessor (Apple A8), 2 GB RAM, 32 GB interner Speicher
Extras: Siri Remote mit Sprachsteuerung
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Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsächlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschäftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit für einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

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