Google Nexus 6

1. Februar 2015 1 Kommentar(e)
Google Nexus 6 Androidmag.de 5 5 Sterne

Nachdem sich fĂŒr das Nexus 4 und 5 LG verantwortlich zeichnete, darf diesmal Motorola ran und liefert mit dem Nexus 6 eine grĂ¶ĂŸere Variante des gelungenen Moto X (2014) ab. Herausgekommen ist ein Highend-Phablet, bei dem Google auf den Kampfpreis der VorgĂ€nger verzichtet.

google_motorola_nexus_6_main

Google und Motorola

schlagen erneut zu.

smiley_y

Technik und Display lassen das Herz von jenen höher schlagen, die große Smartphones mögen.

smiley_n

GrĂ¶ĂŸe und Gewicht sind gewöhnungsbedĂŒrftig. Das Nexus 6 ist definitiv nicht jedermanns Sache.

Was ist die IdealgrĂ¶ĂŸe eines Smartphones? Eine allgemeingĂŒltige Antwort auf diese Frage zu finden, war noch nie so schwierig wie heute. WĂ€hrend zunĂ€chst 3,5 bis 4 Zoll als das Maß der Dinge galten, pendeln sich Top-GerĂ€te von HTC, Sony und Samsung mittlerweile bei bis zu 6 Zoll ein. Diesen unĂŒbersehbaren Trend hin zu immer grĂ¶ĂŸeren Displays folgt nun auch Googles Nexus-Serie und so wurde dem von Motorola hergestellten Nexus 6 ein gigantischer 5,96 Zoll AMOLED-Bildschirm mit einer QHD-Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln spendiert.  Zu den weiteren Highlights des ersten Google-Phablets zĂ€hlen Top-Spezifikationen, ein robuster Alu-Rahmen, druckvolle Frontlautsprecher und die bisher beste Nexus-Kamera.

Mit rund 6 Zoll lotet das Nexus 6 die Smartphone- Obergrenze aus. Trotz des hohen Gewichtes liegt es aber noch ganz gut in der Hand.

Mit rund 6 Zoll lotet das Nexus 6 die Smartphone-Obergrenze aus. Trotz des hohen Gewichtes liegt es aber noch ganz gut in der Hand.

Robustes Schwergewicht

Das auffĂ€lligste Merkmal des Nexus 6 ist dessen GrĂ¶ĂŸe: Mit einer LĂ€nge von 159 und einer Breite von 83 Millimeter ist es grĂ¶ĂŸer als das Samsung Galaxy Note 4 oder das Apple iPhone 6 Plus. Das fĂŒhrt dazu, dass es selbst mit großen HĂ€nden schwer zu greifen ist, hinzu kommt ein hohes Gewicht von 184 Gramm. Ähnlich wie bei LGs Nexus 5 hat Motorola bei seinem Nexus-Phablet die aus Polycarbonat gefertigte RĂŒckseite mit einer leichten Gummierung versehen, wodurch das Nexus 6 trotz seiner GrĂ¶ĂŸe und seines Gewichtes ĂŒberraschend gut in der Hand liegt. Außerdem ist es dank seines Alu-Rahmens und des an den Seiten abgerundeten Displays das bis dato am besten verarbeitete Nexus-GerĂ€t, das mit GerĂ€ten von Apple oder HTC locker mithalten kann. In Sachen Design hat sich Motorola von seinen eigenen GerĂ€ten inspirieren lassen, konkret vom Moto X (2014). So wirkt das Nexus 6 wie eine aufgemotzte Variante dieses GerĂ€tes – sowohl was das Design als auch die Hardware betrifft.

Das hohe Gewicht ist unter anderem dem Alu-Rahmen an den Seiten geschuldet. An der RĂŒckseite ist rutschfestes Polycarbonat zu finden.

Das hohe Gewicht ist unter anderem dem Alu-Rahmen an den Seiten geschuldet. An der RĂŒckseite ist rutschfestes Polycarbonat zu finden.

Tolles Schwarz, irre Auflösung

Das Highlight des Nexus 6 ist zweifellos der Bildschirm. Dank des verbauten AMOLED-Panels bedeutet Schwarz wirklich Schwarz. Egal ob beim Betrachten von YouTube-Videos oder beim Spielen: Ein Unterschied zwischen schwarzen FlĂ€chen auf dem Bildschirm und dem schwarzen Rahmen des GerĂ€tes ist de facto nicht erkennbar. Von diesen technisch bedingten VorzĂŒgen macht das Nexus 6 auch softwareseitig Gebrauch, und zwar in Form von so genannten „Active Notifications“. Neue Benachrichtigungen werden kurz am Display in Weiß angezeigt, wĂ€hrend der Rest schwarz bleibt. Dadurch wird so gut wie kein Akku verbraucht. In etwas abgewandelter Form ist dieses Prinzip auch auf Motorolas Moto X nutzbar, diese neue Variante gibt es bislang aber nur auf dem Nexus 6.

Aufgrund der bereits angesprochenen Auflösung wirkt alles knackscharf, einzelne Pixel lassen sich mit freiem Auge nicht erkennen. Allerdings sind auch typische AMOLED-Schwachpunkte vorhanden, so wird beispielsweise Weiß nicht ideal dargestellt und generell werden Farben knallig bunt und ergo nicht wirklich realitĂ€tsgetreu wiedergegeben. Dennoch ist das Display aber ein echter Hingucker und sicherlich das bislang beste der Nexus-Reihe.

Nett: Die Standby-Taste ist mit kleinen Rillen versehen, wodurch sich diese leicht ertasten lÀsst. Generell ist die Verarbeitung des Nexus 6 hervorragend.

Nett: Die Standby-Taste ist mit kleinen Rillen versehen, wodurch sich diese leicht ertasten lÀsst. Generell ist die Verarbeitung des Nexus 6 hervorragend.

Schnelle Top-Hardware

Im Inneren werkeln ausnahmslos Highend-Komponenten. Das HerzstĂŒck bildet ein Qualcomm Snapdragon 805 Quad Core mit 2,7 GHz und einer Adreno 420 Grafikeinheit. Dazu gibt es satte 3 Gigabyte Arbeitsspeicher und einen Akku mit 3.220 mAh. Das sind ĂŒbrigens exakt die gleichen Spezifikationen mit denen auch das Galaxy Note 4 daher kommt. Der einzige Unterschied auf Seiten der Hardware liegt darin, dass das Samsung-Phablet ein „nur“ 5,7 Zoll großes Display besitzt. Somit ist das Nexus 6 fĂŒr sĂ€mtliche Herausforderungen gerĂŒstet, egal ob in Form von ressourcenhungrigen Karten- oder Fotoeffekt-Apps oder aktuellen 3D-Games.

Wie unschwer zu erkennen ist, folgt das Nexus 6 (rechts) der Designlinie des Moto X (2014) und wirkt wie eine aufgemotzte Variante des aktuellen Motorola-Flaggschiffes. Das macht sich nicht nur bei den GehÀuse-Dimensionen, sondern auch bei der darin verbauten Hardware bemerkbar.

Wie unschwer zu erkennen ist, folgt das Nexus 6 (rechts) der Designlinie des Moto X (2014) und wirkt wie eine aufgemotzte Variante des aktuellen Motorola-Flaggschiffes. Das macht sich nicht nur bei den GehÀuse-Dimensionen, sondern auch bei der darin verbauten Hardware bemerkbar.

Diese Top-Hardware sorgt in Kombination mit der neuesten Android-Version 5.0 Lollipop fĂŒr eine durchgehend butterweiche Performance.  Das gefĂ€llt uns vor allem im Vergleich zu softwareseitig mitunter ĂŒberladenen OberflĂ€chen von LG oder Samsung, die ja bekanntlich auch flotte Quad Cores ins Schwitzen bringen können. Was die Hardware betrifft, gibt es fĂŒr das Nexus 6 also ein dickes Plus. Das umfassende Redesign, das mit Android 5.0 vollzogen wurde, hat nicht nur optisch einiges zu bieten, sondern ĂŒberzeugt auch mit einigen neuen Funktionen. Dank sogenanntem „Material Design“ prĂ€sentieren sich vorinstallierte System-Apps sowie die grundsĂ€tzliche BenutzeroberflĂ€che in einer einheitlichen, sehr klaren und freundlichen Optik. Dadurch profitiert die allgemeine Usability, da wichtige Funktionen App-ĂŒbergreifend Ă€hnlich ausgelöst werden. Eine interessante Neuerung von Android 5.0 sind ĂŒbersichtlichere Benachrichtigungen, deren dahinter liegende Apps sich nun auch direkt vom Lockscreen aus starten lassen. Cool ist außerdem eine neu gedachte Benachrichtigungs-Verwaltung, bei der Sie wĂ€hlen können, ob sie alle, keine oder nur wichtige Notifications erhalten wollen. Bei den beiden Letzteren lĂ€sst sich ein Zeitfenster definieren, wie lange diese Regel gelten. Am Anfang ist dieser neue Ansatz etwas ungewohnt, im Laufe der Zeit lernt man dieses clevere Feature aber schĂ€tzen. Wie erwĂ€hnt ist ĂŒber essenzielle Google-Apps hinausgehende Zusatz-Software nicht vorinstalliert, das wird erfahreneren Nutzern, die sich Apps aus dem Play Store zusammensuchen, gefallen. Einsteiger oder jene unter Ihnen, die das umfangreiche Software-Paket von Herstellern wie Samsung oder LG zu schĂ€tzen wissen, könnten die eine oder andere Funktion vermissen.

Dass Google das Nexus 5 (rechts) auch weiterhin anbietet wird, ist aufgrund der sehr unterschiedlichen GehÀuse-Dimensionen durchaus verstÀndlich.

Dass Google das Nexus 5 (rechts) auch weiterhin anbietet wird, ist aufgrund der sehr unterschiedlichen GehÀuse-Dimensionen durchaus verstÀndlich.

Die beste Nexus-Kamera

Die RĂŒckkamera ist die bislang beste in der Geschichte der Nexus-Serie. Was aber keine Kunst ist, da sowohl das Nexus 4 als auch Nexus 5 eher mittelprĂ€chtige SchnappschĂŒsse produzierten. Der 13 MP-Sensor arbeitet in Kombination mit einer lichtstarken f/2.0 Linse, Verwackler sollen von einem optischen Bildstabilisator ausgeglichen werden. Zudem gibt es einen doppelten LED-Ringblitz. Fotos sehen vor allem bei gutem Wetter und Sonnenschein toll aus. Weniger ĂŒberzeugen kann das Nexus 6 bei schwierigeren LichtverhĂ€ltnissen. Hier dauert nicht nur das Auslösen und Fokussieren lange, auch die Ergebnisse schwanken zwischen verwaschen und ganz ordentlich. Mit der Vielseitigkeit eines Galaxy S5 oder iPhone 6 kann die Foto-Funktion des Nexus 6  nicht mithalten.

Mit dem mitgelieferten Schnelllade-Netz-adapter kann das Nexus 6 nach nur 15 Minuten etwa sechs Stunden genutzt werden.

Mit dem mitgelieferten Schnelllade-Netz-adapter kann das Nexus 6 nach nur 15 Minuten etwa sechs Stunden genutzt werden.

Akku mit Schnelllade-Funktion

Mit 3.220 mAh ist der Akku ordentlich dimensioniert, allerdings schwankte die Akkulaufzeit im Test doch betrÀchtlich. WÀhrend das Nexus 6 mitunter anderthalb Tage durchhÀlt, ist es ein andermal schon am Ende eines Tages fast leer. Als Extras gibt es Wireless-Charging (Qi-Standard) und eine Schnelllade-Funktion, die mit dem mitgelieferten LadegerÀt genutzt werden kann. Damit lÀsst sich das Nexus 6 bereits nach 15 Minuten Ladezeit bis zu sechs Stunden im Akku-Betrieb nutzen.

Fazit

Das erste Nexus-Phablet punktet mit seinem riesigen Display und dem Fakt, dass man sich als Nutzer verdammt schnell an dessen VorzĂŒge gewöhnt. Dennoch ist das Nexus 6 sicher kein Smartphone fĂŒr jeden. Technisch gibt es aber nichts auszusetzen und auch flotte Updates sowie Android 5.0 sprechen fĂŒr das Nexus 6. Die GrĂ¶ĂŸe und der fĂŒr ein Nexus-Smartphone ĂŒberaus hoch angesetzte Preis machen es aber zu einem weitaus polarisierenderen GerĂ€t als etwa das Nexus 5. Phablet-Freunde machen beim Kauf aber nichts falsch.

daumen_hoch
Top-Hardware und hervorragende Verarbeitung
Flotte Updates und gestochen scharfes Display
daumen_runter

Sehr groß und ĂŒberdurchschnittlich schwer
Preisvorteil der VorgÀnger nicht mehr gegeben

Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 616,99
 
Android
5.0
5,96"
2560x1440
Gewicht
184 g
13 MP
2 MP
Kamera
32 GB
GB
Speicher
3 GB
RAM
4x
2,7 GHz
CPU



OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n,ac) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 159x83x10,1 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 4 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
49986
 
Grafik:
2178
 
Browser:
3766
 
Akku:
538
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 35/40
 

GerÀtevergleich Rang 5

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen
pic_AG

Andreas Gutzelnig   Leitung der Redaktion

 

Freut sich, dass Android immer mehr den Einzug in die spannende Technik-Welt der Autos und HĂ€user findet.

Xing Profil