Huawei Ascend Mate 7

Peter MuĂźler 8. Februar 2015 2 Kommentar(e)
Huawei Ascend Mate 7 Androidmag.de 4 4 Sterne

Das Huawei Ascend Mate 7 könnte dem Galaxy Note 4 von Samsung die Kundschaft abspenstig machen. Nicht (nur) wegen des kleinen Preises, sondern wegen seines großen Auftritts.

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Die Chinesen legen (erneut) einen

wuchtigen Auftritt hin!

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Für wen ein gutes Preis-LeistungsVerhältnis bei der Kaufentscheidung am wichtigsten ist, der schlage zu.

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Wer in allen Bereichen Top-Performances erwartet, sollte sich nach einem anderen Gerät umschauen.

Das Ascend Mate 7 ist das neue Phablet von Huawei. Kein Dickschiff, sondern ein Gleiter. Das riesige (157 x 81 mm) und mit 7,9 mm doch flache Gehäuse aus Aluminium wirkt wie eine einzige Tragfläche und macht das Telefon zu einem Hightech-Papierflieger, der neben den üblichen Tricks von Internetsurfen bis Das-Fotostudio-Ersetzen noch viele Wunderdinge auf Lager hat.

Vollwert-Smartphone

Oberklasse-Optik erzeugt das Gehäuse: Alu nicht nur als Rahmenmaterial, sondern auch bei der hinteren Abdeckung bilden ein Ausrufezeichen, ein Display mit kaum seitlichem Rand trägt seinen Teil zur schlichten Eleganz bei. Dass der Rücken fest und somit der Akku nicht zu wechseln ist, gehört eventuell auch zum geplanten Vorstoß in die Luxusliga . Für das Einsetzen von SD- oder SIM-Karte braucht es auch ein eigenes Werkzeug.

Mit einem Gewicht von nur 185 Gramm ist das Ascend Mate 7 kaum schwerer als der Platzhirsch und Konkurrent von Samsung (Note 4: 176 Gramm). Nachteile gibt es eher bei der Auflösung des Displays. Mit einer Pixeldichte von 368 ppi bietet das Huawei „nur“ Full-HD, das Samsung mit 515 ppi dagegen deutlich mehr Schärfe.
Eine höhere Auflösung bieten die Bilder, die die 13 MP-Kamera macht. Einzig ein bei Dunkelheit früh einsetzendes Rauschen trübt die Freude am Knipsen. Da die meisten Bilder mit dem Handy nicht in Fotostudioumgebung gemacht werden, muss man hier klare Abstriche machen. Wem die Fotografie sehr wichtig ist, sollte sich nach einer Alternative umschauen.

Ein 6-Zoll-Gerät kann nicht gut in der Hand liegen. Damit rechnet aber auch niemand.

Ein 6-Zoll-Gerät kann nicht gut in der Hand liegen. Damit rechnet aber auch niemand.

Auf dem Papier ein starker Akku

Der Lithium-Polymer-Akku mit 4100 mAh sollte fĂĽr ausreichend Standzeit sorgen. Auf dem Papier macht er das auch, knapp 650 Stunden im Standby-Betrieb und 15 im Dauersprecheinsatz versprechen viel, einzig der subjektive Eindruck trĂĽbt dieses Bild: Wir konnten die Prozentangaben regelrecht purzeln sehen. Das liegt vielleicht am gigantischen 6 Zoll-Display oder an der eventuell oft ĂĽberlasteten GPU (Mali-T628) – der GFXBench-Test ergab ein mageres Ergebnis von 973 Frames. Denen stehen 1527 beim Note 4 gegenĂĽber. Beim Rechner hingegen ist Schluss mit langsam: Der hausgemachte Octacore-Prozessor HiSilicon Kirin 925 mit maximal 1,8 GHz ĂĽberzeugt in Sachen Geschwindigkeit. So lässt das Mate 7 z. B. ein Galaxy S5 hinter sich und dem Erzrivalen Note 4 nur knapp den Vortritt.

Huaweis „Emotion UI“-Oberfläche erinnert mit seinen abgerundeten Icons stark an die iOS-Oberfläche des iPhones.

Huaweis „Emotion UI“-Oberfläche erinnert mit seinen abgerundeten Icons stark an die iOS-Oberfläche des iPhones.

Zwei Ausführungen erhältlich

Erhältlich ist das Mate 7 in zwei AusfĂĽhrungen, mit 16 und 32 GB Arbeitsspeicher, wobei die größere Variante ĂĽber 3 statt 2 GB RAM verfĂĽgt. Die Dual-SIM-Funktion hat man dem Gerät fĂĽr den deutschen Markt leider nicht spendiert. Keine Exklusivität fĂĽr unseren Markt: Es mangelt an der neuesten Wi-Fi-Technologie – WLAN ac suchten wir vergebenes. Ansonsten fehlt nichts, was man vermissen könnte.

Aus Android 4.4.2 macht Huawei mit der eigenen Nutzeroberfläche etwas sehr Individuelles. Funktionalität und Design werden in vielerlei Hinsicht verbessert. Alles wirkt sehr gelungen und wie aus einem Guss. Wie aus einem Guss sind auch die Gehäuse in den Farben Obsidian Black, Moonlight Silver und Amber Gold.

Die Entsperrung via Fingerabdruck arbeitet tadellos. Der Scanner verrichtet seine Arbeit blitzschnell und „haltungstolerant“.

Die Entsperrung via Fingerabdruck arbeitet tadellos. Der Scanner verrichtet seine Arbeit blitzschnell und „haltungstolerant“.

Spieglein, Spieglein in der Hand

Pfiffig sind einige der Werkzeuge, die Huawei vorinstalliert anbietet. Hervorzuheben ist hier die Mirror-App, mit der man sich nicht nur in verschiedenen Rahmen betrachten und die eigene Zumutbarkeit der Umwelt gegenüber kontrollieren kann: Durch einen Hauch ins Mikrofon beginnt der Spiegel zu beschlagen. Mit gekonntem Fingerwischen kann man sein Konterfei selbstverständlich wieder kunstvoll freilegen. Sehr nett! Angenehm ist auch der Selbstauslöser der Selfie-Cam. Er schießt nicht nur nach 2 oder 10 Sekunden (zu kurz bzw. lang), auch nach 5.

Fazit

Mit dem Ascend Mate 7 ist Huawei der ernste Vorstoß in Samsungs angestammtes Territorium der „Büros im Briefumschlagformat“ gelungen. Zwar kann es vieles nur annähernd so gut wie der direkte Konkurrent, das Note 4, dafür merkt man das kaum. Dank neuer Hülle und flachem Design ist ein zarter technischer Nachteil optisch gut kaschiert. Und der Preis, der braucht sich sowieso nicht zu verstecken.

daumen_hoch
Hochwertiges Gehäuse
Unschlagbar gĂĽnstig

 
daumen_runter

Hoher Stromverbrauch
Kamera mit starker Rauschtendenz

Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 303,99
 
Android
4.4
6,0"
1920x1080
Gewicht
185 g
13 MP
5 MP
Kamera
16 GB
128 GB
Speicher
2 GB
RAM
8x
1,8 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 157x81x7,9 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 4 Sterne
Speed: 4 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 3 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
43822
 
Grafik:
973
 
Browser:
3550
 
Akku:
683
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 33/40
 

Gerätevergleich Rang 24

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Peter MuĂźler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.