LG G Flex

Martin Reitbauer 21. Mai 2014 0 Kommentar(e)
LG G Flex Androidmag.de 4 4 Sterne

High-End-Smartphone

mit ungewöhnlicher Form

Das neue 6-Zoll-Phablet von LG sticht vor allem durch seine ungewöhnliche Form hervor. Die Performance braucht sich dahinter allerdings nicht zu verstecken.

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Krummes Ding,  „Banana Phone“,  „gebogenes Monster“, „Gurkendisplay“ – die Titelzeilen und Kommentare zum neuen 6-Zoll-Phablet von LG fallen sehr bunt aus. Dabei sind geschwungene Oberflächen gar nicht so neu: Schon 2010 stellte Google mit dem Nexus S ein kurviges Gerät vor. Der Unterschied: Damals war es nur das Glas, das gebogen war.

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Krumme Bananengurke

Beim G Flex dagegen hat der Hersteller – wie auch Samsung beim beinahe gleichzeitig erschienenem Galaxy Round – dem Display-Panel selbst eine Biegung verpasst. Möglich macht dies eine Technologie, die LG „Plastic OLED“ nennt: Der Bildschirm wird aus einem flexiblen Kunststoffsubstrat hergestellt. Die gebogene Form bringt das Mikrofon näher an die Schallquelle im Gesicht und optimiert den Blickwinkel auf den Bildschirm. Zudem soll das flexible Panel mechanische Belastungen wie Stürze besser verkraften als die steife Konkurrenz. Tatsächlich lässt sich das Gerät inklusive Display und Rücken auf einer harten Oberfläche gänzlich flach drücken, ohne Schaden zu nehmen.

Die charakteristische geschwungene Form soll den Blickwinkel auf das Display über die ganze Länge stabil halten.

Die charakteristische geschwungene Form soll den Blickwinkel auf das Display über die ganze Länge stabil halten.

Selbstheilungskräfte

Neben dem flexiblen Display an der Vorderseite wartet das LG Flex auch auf der Rückseite mit einer Besonderheit auf: Die Beschichtung mit Polyrotaxan-Lack ist „selbstheilend“ und soll kleine Kratzer innerhalb kurzer Zeit zum Verschwinden bringen. Im Test funktionierte das in der Tat – allerdings nur bei sehr oberflächlichen Schrammen. Tiefere Abschürfungen, die etwa durch die Schlüssel in der Tasche oder einen Sturz auf Asphalt entstehen, kann der Lack nicht ausgleichen.

Von allen Eitelkeiten abgesehen ist das LG Flex auf der Höhe der Zeit, was die Hardware anlangt: Ein Snapdragon 800 liefert mit 4 x 2,3 GHz ordentlich Rechenleistung, 2 GB RAM und  ein Adreno 330 Grafikchip tun ein Übriges. In unseren Benchmarks sticht das Flex damit bei Rechenleistung und Grafik sogar das Galaxy Note 3 aus. Beim Browser liegt es nur knapp dahinter.

Mit 177 Gramm ist  das LG Flex für ein Gerät dieser Größe relativ leicht und lässt sich mit etwas Geschick durchaus mit einer Hand bedienen.  Was dabei zuerst stört, ist die Lage des  Einschalt-Buttons und der Lautstärkenwippe: Wer das Gerät balanciert, kann die rückwärtigen Buttons nicht bedienen. Für diesen Fall hat LG allerdings eine erfrischende Neuerung, die Schule machen könnte: Der Bildschirm lässt sich mit einem Doppeltipp aktivieren. KNOCKON nennt der Hersteller diese Funktion.

Ist das G Flex nur deshalb gebogen,

weil die Ingenieure von LG es konnten?

Software: Gemischte Bilanz

Auch sonst hat LG mit Anpassungen nicht gespart. Die Oberfläche, die einem Android 4.2.2-System aufgesetzt wurde, ist sehr bunt gehalten und bietet gelungene und weniger gelungene Funktionen. Simpel und praktisch ist etwa die Dual-Window-Option, die ohne viele Fransen echtes Multitasking ermöglicht. Eher verzichtbar ist dagegen das „QSlide“ genannte Feature, das mehrere Tasks in eigenen Fenstern laufen lässt – die klobigen Bedienelemente nehmen einfach zu viel Platz ein.

Das stark gebogene Gehäuse lässt sich auf einer harten Oberfläche komplett flach drücken, ohne Schaden zu nehmen.

Das stark gebogene Gehäuse lässt sich auf einer harten Oberfläche komplett flach drücken, ohne Schaden zu nehmen.

Starker Akku

Positiv fällt wiederum die Akkuleistung auf: Mit 3500 mAh ist die Speicherzelle sehr üppig bemessen, selbst wenn man die Displaygröße in Betracht zieht. Auch der Stand-By-Verbrauch war im Test sehr gering. Die Kamera liefert durchschnittliche Ergebnisse, überrascht aber positiv mit einer sehr geringen Auslöseverzögerung.

 „Selbstheilender“ Lack bringt feine Kratzer auf der Rückseite tatsächlich innerhalb kurzer Zeit zum Verschwinden. Tiefere Schrammen bleiben.

„Selbstheilender“ Lack bringt feine Kratzer auf der Rückseite tatsächlich innerhalb kurzer Zeit zum Verschwinden. Tiefere Schrammen bleiben.

Fazit

Das LG Flex besticht mit ausgezeichneten Performance-Daten und einigen cleveren Software-Features wie der KNOCKON-Aktivierung und Dual-View-Multitasking. Der Nutzen der kurvigen Form aber will sich uns nicht erschließen. Die Vorteile bei Blickwinkel, Ergonomie und Mikrofon sind bestenfalls marginal. Es drängt sich die Frage auf, ob LG das G Flex allein deswegen gebogen hat, weil die Ingenieure es eben konnten. Der zweifellos hohe Entwicklungsaufwand  – der sich auch deutlich im Preis niederschlägt – wäre wohl besser in ein hochauflösendes Display investiert gewesen.

  • Außergewöhnliche Form,  „selbstheilende“ Beschichtung
  • Starker Akku, wenig Stand-By-Verbrauch
  • Vergleichsweise hoher Preis
  • Kein hochauflösendes Display
Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 216,99
 
Android
4.2.2
6"
1280x720
Gewicht
177 g
13 MP
2,1 MP
Kamera
32 GB
- GB
Speicher
2 GB
RAM
4x
2,26 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (b,g,n) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 160,5x81,6x8,7 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 4 Sterne
Speed: 4 Sterne
Akku: 5 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 4 Sterne
Haptik: 4 Sterne
Kamera: 4 Sterne
Leistung:
36049
 
Grafik:
1139
 
Browser:
2973
 
Akku:
583
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 33/40
 

Gerätevergleich Rang 26

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Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsächlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschäftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit für einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

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